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Fördereinrichtung

Antragsteller

Prof. Dr. Markus Tepe
Universität Oldenburg

Dr. Raanan Sulitzeanu-Kenan
The Hebrew University of Jerusalem

Pressemitteilung

Das Forschungsvorhaben untersucht den kausalen Zusammenhang zwischen der „public
sector identity“ und dem moralischen Verhalten, den Werten und Handlungsmotiven von
öffentlichen Beschäftigten. Der „economic theory of identity“ (Akerlof & Kranton, 2010)
folgend, wird angenommen, dass Individuen verschiedene soziale Identitäten besitzen,
die mit unterschiedlichen sozialen Normen verknüpft sind und auf diese Weise das
Verhalten beeinflussen. In Abhängigkeit des jeweiligen Kontexts treten manche
Identitäten in den Vordergrund und sind verhaltenswirksamer als andere Identitäten. Die
Antragsteller entwickelten bereits ein Instrument mit dem die „public sector identity“ von
Beschäftigten im öffentlichen Dienst aktiviert werden kann (Suliteanu-Kenan et al. 2017).
Dieses Instrument soll nun verwendet werden, um den kausalen Effekt der „public sector
identity“ von Beschäftigten im öffentlichen Dienst auf deren Moralverhalten zu
analysieren. Dabei unterscheiden wir zwei Formen von Moralverhalten: individuelles
moralisches Verhalten (Cohn, Fehr, and Maréchal 2014) und moralisches Verhalten in
Kooperationsbeziehungen (Weisel and Shalvi, 2015).

Wir gehen davon aus, dass durch die Aktivierung der „public sector identity“ das
individuelle moralische Fehlverhalten von öffentlichen Beschäftigten reduziert wird, das
moralische Fehlverhalten in kooperativen Situationen hingegen zunimmt. Weiterhin
erwarten wir, dass die beiden Wirkzusammenhänge von der Public Service Motivation
(PSM) der Probanden mediiert werden. Um den kausalen Zusammenhang zwischen
„public sector identity“ und dem moralischen Verhalten empirisch zu testen, führen wir
eine Serie monetär inzentivierter online Survey- und Laborexperimente mit öffentlich
Beschäftigten sowie Studenten der Verwaltungswissenschaften in Israel und Deutschland
durch. Der „cross-cultural“ Ansatz stärkt sowohl die Reliabilität als auch die externe
Validität unserer Ergebnisse.

Die empirischen Befunde der online Survey- und Laborexperimente werden in vier
begutachteten Fachzeitschriftenartikeln zusammengefasst. Darüber hinaus wird ein nichttechnischer
„practitioners report“ erstellt, in dem auf Grundlage der experimentellen
Befunde Handlungsempfehlungen für die öffentliche Verwaltung formuliert werden. Der
„practitioners report“ wird im Rahmen von Stakeholder Workshops zur Diskussion gestellt.

Fk. I Geschäftsstelle (Stand: 10.09.2018)