Wie alles begann

Wie alles begann

Im Jahr 2010 war es soweit: Der Wissenschaftsrat, das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium von Bund und Ländern, ebnete am 12. November bei seiner Herbstsitzung in Lübeck den Weg für die Gründung eines neuen medizinischen Standorts an der Universität Oldenburg.

Dieses positive Votum des Wissenschaftsrats zum deutsch-niederländischen Gemeinschaftsprojekt „European Medical School Oldenburg-Groningen“ (EMS) sorgte bundesweit für große Aufmerksamkeit, denn es ermöglichte die erste Neugründung einer Medizinischen Fakultät seit mehr als 20 Jahren in Deutschland: Im Jahr 2012 wurde an der Universität Oldenburg die Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften gegründet.

Das Thema Medizin hatte die Universität bereits seit dem Jahr 1971 beschäftigt: Damals hatte der Gründungsausschuss, in der Hoffnung auf den Aufbau eines medizinischen Fachbereichs, eine Planungskommission Medizin eingerichtet. Dies scheiterte jedoch an den Kosten.  

Zusammenarbeit mit starken Partnern

Seit dem Wintersemester 2012/13 gibt es nun die Möglichkeit, an der Universität Oldenburg im Modellstudiengang Humanmedizin eine grenzüberschreitende Ausbildung mit medizinischem Staatsexamen zu absolvieren – in dieser Form einmalig in Europa. Das Studium, das derzeit pro Jahr 80 Studierenden offen steht, ist durch die bundesweite Approbationsordnung geregelt und orientiert sich zugleich am Groninger Curriculum. So verwundert es nicht, dass die Rijksuniversiteit Groningen mit dem Universitätsklinikum Groningen (UMCG) wichtigster Partner der Oldenburger Universitätsmedizin ist. Hinzukommen das Evangelische Krankenhaus Oldenburg, das Klinikum Oldenburg, das Pius-Hospital Oldenburg und die Karl-Jaspers-Klinik sowie etwa 175 Lehrpraxen und fünf akademische Lehrkrankenhäuser im Nordwesten Deutschlands. Die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg besteht heute aus den Departments für Humanmedizin, für Medizinische Physik und Akustik, für Neurowissenschaften, für Psychologie sowie für Versorgungsforschung.

Weitere Unterstützer

Zur Etablierung und Förderung einer Universitätsmedizin im Nordwesten gab es viele weitere Unterstützer: Bereits früh hatte sich der Verein „Freunde und Förderer der Universitätsmedizin Nordwest e.V.“ gegründet, dessen Mitglieder sich unter anderem für eine stärkere Vernetzung von Wissenschaft und regionalen Unternehmen im Bereich Medizin und Gesundheit in der Metropolregion Bremen-Oldenburg einsetzen. Bis heute fördert der Verein den Studiengang und steht mit seiner Expertise beratend zur Seite.

Vor dem Studienstart

Es galt in den letzten Monaten vor dem Semesterbeginn 2012 einige Hürden zu nehmen: Im Juni hat der Niedersächsische Landtag mit der Änderung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes die rechtlichen Rahmenbedingungen für die EMS geschaffen  – das Gesetz trat am 15. Juli 2012 in Kraft. Der Vertrag mit Groningen wurde unterzeichnet und damit das deutsch-niederländische Kooperationsprojekt auch formal besiegelt. Mit der Bestellung des Gründungsdekanats durch das Präsidium wurde dann im August 2012 die sechste Fakultät der Universität Oldenburg gegründet. Ende September 2012 dann ein weiterer Meilenstein: Der Rahmenvertrag, der die Zusammenarbeit der Universität mit den örtlichen Krankenhäusern koordiniert, wird unterschrieben. Feierlich eröffnet wurde die "European Medical School Oldenburg-Groningen" am 23. Oktober 2012.  

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