Die Digitalisierung der Hochschulen in Niedersachsen ist in vollem Gange, vorangetrieben in der Initiative „Hochschule.digital Niedersachsen“. Nun trafen sich rund 160 Beteiligte an der Universität Oldenburg zum sechsten HdN-Summit.
„Durch die Digitalisierung verändern sich die Hochschulen grundlegend – diesen tiefgreifenden Wandel bekommen wir nur gemeinsam hin.“ Mit diesen Worten begrüßte Präsident Prof. Dr. Ralph Bruder rund 160 Expertinnen und Experten aus allen niedersächsischen Hochschulen. Als Beteiligte der Digitalisierungsinitiative „Hochschule.digital Niedersachsen“ (HdN) trafen sie sich kürzlich zum 6. HdN-Summit an der Universität Oldenburg. Dass alle Hochschulstandorte des Landes die digitale Transformation als gemeinsame Aufgabe verstehen, sei nicht selbstverständlich und mache Mut, so Bruder weiter – „weil das Thema Digitalisierung so wichtig ist“.
Unter dem Dach der seit 2021 bestehenden HdN arbeiten die 20 staatlichen Hochschulen in Niedersachsen gemeinsam daran, die Digitalisierung in den vier Bereichen Studium und Lehre, Forschung, Verwaltung sowie IT-Infrastruktur zu gestalten. Bis 2028 stellen das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung dafür 150 Millionen Euro aus dem Programm zukunft.niedersachsen zur Verfügung.
Die diesjährige Veranstaltung bot ein vielseitiges Programm – von der Vorstellung neuer Vorhaben und konkreter Praxisbeispiele über Einblicke in den Zwischenstand einzelner Projekte bis hin zu strategischen Fragen. Heike Andermann, Leiterin der Oldenburger Universitätsbibliothek, präsentierte etwa die Ergebnisse des Vorprojekts NiedersachsenPUBLISHING, an dem alle 23 wissenschaftlichen Bibliotheken im Land beteiligt waren. Das Team entwickelte einen Plan für eine gemeinsame, nicht-kommerzielle Infrastruktur, auf der Forschende zukünftig ihre wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichen können. Weitere neue Vorhaben befassen sich mit Forschungsinformationssystemen, der verbesserten Unterstützung von Forschenden beim Hochleistungsrechnen und der nachhaltige Energienutzung in Rechenzentren.
Wie aus Projekte dauerhafte Lösungen werden
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Frage, wie sich die Ergebnisse der verschiedenen Vorhaben nach Ende der Projektphase verstetigen und nachhaltig implementieren lassen. Klar sei, dass der Ausbau digitaler Infrastruktur Folgekosten nach sich zieht, erklärt Jörg Stahlmann, Vizepräsident der Universität Oldenburg für Verwaltung und Finanzen: „Das Land hat Unterstützung für den weiteren Weg zugesagt. Uns ist jedoch bewusst: Digitalisierung gelingt nur, wenn die Hochschulen selbst Verantwortung übernehmen und erfolgreiche Lösungen dauerhaft in ihren Strukturen verankern.“
Um flexibel auf zukünftige Anforderungen reagieren zu können, sei es wichtig, Synergien zu nutzen, so Stahlmann weiter. Sowohl zwischen den verschiedenen HdN-Projekten an der Universität als auch organisationsübergreifend. „Nur so können Erfahrungen aus einzelnen Projekten auch an anderer Stelle Wirkung entfalten, was elementar wichtig ist“, erklärte er.
Außerdem im Fokus des Summits: Wie lassen sich die lokalen Bedürfnisse der einzelnen Hochschulen mit den zentralen Ergebnissen der hochschulübergreifenden Kooperation in Einklang bringen? Darüber tauschten sich die Teilnehmenden in Diskussionen und Workshops aus. Unter ihnen waren auch Staatssekretär Prof. Dr. Joachim Schachtner aus dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium, der Präsident der VolkswagenStiftung, Dr. Georg Schütte, sowie zahlreiche Präsidiumsmitglieder der Hochschulen.
„Einblicke in die die Herangehensweisen anderer Hochschule, zum Beispiel im Hinblick auf die interne Governance, können wertvolle Denkanstöße für die eigene Universität geben“, betont Stahlmann, unter dessen Ägide die derzeitigen Digitalisierungsvorhaben in der Verwaltung der Universität Oldenburg laufen. Aus seiner Sicht wird das Zusammenspiel der Hochschulen umso erfolgreicher sein, je mehr die jeweiligen Stärken, Kompetenzen, die Identität und Souveränität der einzelnen Institutionen gewahrt bleiben – wenn es also trotz der nach wie vor vorhandenen Konkurrenz gelingt, bei gemeinsamen Anliegen eng zu kooperieren.