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Website "Fiktion Dorf? Zwischen Pixel und Pinselstrich"

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Katja Kuhlmann

 

  • Die Einladungskarten für die Ausstellung waren bereits gedruckt - doch dann mussten die Studierenden kurzerhand noch einmal umdenken. Foto: Studiengang "Museum und Ausstellung"

  • Tamara Brauns (8.v.l.), Katja Kuhlmann (10.v.l.) und ihre Mitstudierenden haben rund ein Jahr lang an der Ausstellung gearbeitet. Foto: Präsentationstechnik Universität Oldenburg

Von Dörfern, Medien und einem Herzensprojekt

Eine Ausstellung in Zeiten von Corona durchzuführen – vor diese Herausforderung sahen sich Studierende der Uni ganz unvermittelt gestellt. Ihr Projekt „Fiktion Dorf? Zwischen Pixel und Pinselstrich“ präsentieren sie nun digital.

Eine Ausstellung in Zeiten von Corona durchzuführen – vor diese Herausforderung sahen sich Studierende der Uni ganz unvermittelt gestellt. Ihr Projekt „Fiktion Dorf? Zwischen Pixel und Pinselstrich“ präsentieren sie nun digital.

Weite Felder, Schützenvereine und Trägheit – diese Begriffe werden häufig mit Dörfern assoziiert. Aber woher stammen diese Bilder? Dieser Frage nähern sich Studierende des Oldenburger Masterstudiengangs „Museum und Ausstellung“ in ihrer Ausstellung „Fiktion Dorf? Zwischen Pixel und Pinselstrich“.

Hintergrundinformationen recherchieren, die Ausstellung konzipieren, Exponate beschaffen, finanzielle Unterstützung einwerben, für die Öffentlichkeitsarbeit eine Webseite kreieren und Social-Media-Kanäle aufsetzen: Rund ein Jahr lang haben die elf Studierenden an ihrem Projekt gearbeitet, das ein fester Bestandteil ihres Studiengangs ist.

Herausgekommen ist eine handfeste Ausstellung, die zeigt, wie verschiedene Medien – Musik, Computerspiele oder sogar Grafiken auf Essgeschirren – Dörfer stereotyp darstellen. Zudem konzipierten die Studentinnen ein buntes Begleitprogramm, mit dem sie Besucher zum Nachdenken über ihre eigenen Vorstellungen über Dörfer anregen wollten.

Eröffnungstermin mehrfach verschoben

Doch mit der Corona-Krise und den Einschränkungen des öffentlichen Lebens seit Mitte März sahen sich die Studierenden vor ganz neue Herausforderungen gestellt: Bis zum 21. April war die Landesbibliothek, die als Ort für die Ausstellung vorgesehen war, komplett geschlossen. Zugang und Nutzungsmöglichkeiten sind nach wie vor stark eingeschränkt.

Mehrfach musste daher der Eröffnungstermin der Ausstellung verschoben werden. „Am Anfang waren wir frustriert“, sagt die Studentin Katja Kuhlmann. „Wir hatten viel Arbeit investiert, denn die Ausstellung ist zu einem echten Herzensprojekt geworden“, berichtet sie. Durch die Kontaktbeschränkungen konnten die Studierenden zudem viele Dinge nicht so vorbereiten wie ursprünglich geplant. „Es gab mehr Einzelarbeit als es sonst der Fall gewesen wäre“, berichtet die Studentin Tamara Brauns, die ebenfalls am Projekt beteiligt ist. Die letzten Wochen seien daher sehr nervenaufreibend gewesen.

Um der Ausstellung überhaupt eine Chance zu geben, hat die Gruppe fieberhaft daran gearbeitet, alle Inhalte digital zugänglich zu machen. „Wir haben Videoinhalte erstellt, Podcasts aufgenommen oder digitale Quizangebote entwickelt“, sagt Brauns. Wegen der bestehenden Einschränkungen ist inzwischen klar: Eine Ausstellung zum Anfassen wird es in der Bibliothek nicht geben. „Wir können unser Projekt nur online präsentieren“, sagt Kuhlmann.

Überarbeitetes Programm

Auch ein Teil des Rahmenprogramms findet nun online statt. Eine Podiumsdiskussion wird beispielsweise zur Videokonferenz, Führungen laufen digital. Doch die meisten geplanten Veranstaltungen – wie etwa ein Spieleabend, ein Poetry Slam oder ein Improvisationstheater – mussten die Studierenden schweren Herzens streichen. „Wir wollen niemanden gefährden“, betont Kuhlmann.

Die Studentinnen hatten außerdem geplant, den Science Truck der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! (IHJO) als Ausstellungsfläche zu nutzen. „Uns war es wichtig, im öffentlichen Raum aufzutreten – der Truck ist für ein Projekt wie das unsere sehr gut geeignet“, sagt Kuhlmann. Doch auch von dieser Idee musste das Projektteam Abstand nehmen. Immerhin können sie die Inhalte, die sie im Truck präsentieren wollten, für ihre digitale Ausstellung übernehmen.

Gute Vorbereitung auf die Praxis

Offiziell los geht es nun am 14. Mai – online auf der Webseite des Projekts.  Über kleine Icons gelangen die Besucherinnen und Besucher zu den jeweiligen Themen der Ausstellung. Dort präsentieren die Studentinnen ihre Inhalte auf unterschiedlichste Weise, etwa als Puzzle, Podcast oder Video. Zudem vermittelt eine Online-Gestaltungsführung einen Eindruck davon, wie die Ausstellung in der Landesbibliothek ausgesehen hätte.

„Ein wichtiges Gestaltungselement war ursprünglich ein abstrahierter Dorfplatz mit Dorfeiche und einem Marktstand“, erläutert Brauns. Der „Baum“, den die Studierenden aus einer Litfaßsäule des Instituts für Geschichte gestaltet hatten, ist nun digital abrufbar. „Wir haben ihn mit Zitaten aus der Dorfliteratur versehen und unter dem Bild eine Kommentarfunktion für die Besuchenden eingefügt“, berichtet Kuhlmann. Auch der Markstand mit Waren wie Butter, Bier oder Brezeln wanderte in die Onlinewelt. „Aus den ausgewählten Produkten haben wir Kollagen erstellt, die ihre Dorfsymbolik verdeutlichen. Dadurch beleuchten wir, wie diese Symbolik zu Werbezwecken und als Verkaufsanreiz genutzt wird“, erklärt Brauns.

Trotz der vielen schlaflosen Nächte sehen die Studentinnen gerade auch die vergangenen Wochen als gute Vorbereitung für die praktische Museumsarbeit. „Der gesamte Studiengang ist sehr intensiv, praxisnah und deshalb einzigartig in Deutschland“, sagt Brauns. Die Arbeit an dem Projekt, zu dem Dozentin Anke Fischer nur das Thema ‚Dorf’ vorgegeben hatte, habe viel kreativen Freiraum geboten. Und ihre Studienkollegin Kuhlmann ist sicher: „Wenn wir diese Ausstellung auf die Beine gestellt und ins Digitale gebracht haben, überrascht uns im Berufsleben nichts mehr.“

Die Ausstellung „Fiktion Dorf? Zwischen Pixel und Pinselstrich“ ist zwischen dem 14. und 30. Mai 2020 auf der Webseite https://fiktiondorf.weebly.com/ kostenfrei zugänglich.

Presse 8bcs& Kommunikcvhatiosbns252 (presmnse0m@uol/z4fq.de) (Stand: 30.09.2020)