Kontakt

Leitung

Prof. Dr. med. Michael Freitag MPH

+49 (0)441 798-5824

Postanschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften
Department für Versorgungsforschung
Abteilung Allgemeinmedizin
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

Besucheranschrift

Campus Haarentor, Gebäude V04
Ammerländer Heerstraße 140
26129 Oldenburg

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Forschungsprojekte

1. KOPAL

Entwicklung und Evaluation eines Konzeptes zur berufsübergreifenden Zusammenarbeit

bei Patientinnen und Patienten mit palliativem Versorgungsbedarf

 

Hintergründe und Ziele

Die Versorgung von Menschen mit progredienten nicht-onkologischen chronischen Erkrankungen ist eine Herausforderung in der hausärztlichen Praxis. Betroffene Patientinnen und Patienten leiden oft jahrelang unter starken Schmerzen, Luftnot, Angst oder anderen Begleiterscheinungen. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) konzentriert sich auf die Kontrolle dieser Symptome. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankungen erfolgen häufig Krankenhaus­einweisungen, die durch frühzeitige Symptomlinderung und -kontrolle potenziell vermeidbar gewesen wären. Trotz des Ausbaus der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) – 2017 ergänzt durch die besonders qualifizierte und koordinierte ambulante palliativmedizinische Versorgung (BQKPMV) – sind fallbezogene Beratungen zwischen Hausärztinnen/Hausärzte und SAPV als Teil der Regelversorgung nicht vorgesehen.

Die KOPAL-Studie hat zum Ziel, durch Intensivierung der ambulanten berufs- und fachübergreifenden Zusammenarbeit die Versorgung am Lebensende zu optimieren und dadurch Krankenhausaufenthalte zu reduzieren, die Symptomlast zu verringern und die Lebensqualität zu steigern.

Design und Methodik

  • Zweiarmige cluster-randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie an vier norddeutschen Standorten.
  • Einschluss von 608 Patientinnen und Patienten mit dokumentierter gesicherter Diagnose Herzinsuffizienz (NYHA 3-4), COPD (GOLD 3-4, Gruppe D) oder Demenz (GDS ≥ 4) in 56 Hausarztpraxen.
  • Standardisierte Befragung zur gesundheitlichen Situation zur Baseline und nach 6, 12, 24 und 48 Wochen.
  • Primärer Endpunkt: Gesamtzahl der Krankenhauseinweisungen während des Beobachtungszeitraumes;
  • Sekundäre Endpunkte: Aktuelle Versorgungssituation, Gesundheitskosten (ökonomische Effizienz), Symptomlast, gesundheitsbezogene Lebensqualität.
  • Abschließende qualitative Evaluation der Intervention.

Intervention

Hausbesuch einer SAPV-Pflegekraft mit strukturiertem Gespräch zur Vorbereitung der einmaligen strukturierten telefonischen Fallbesprechung zwischen SAPV-Pflegekraft, SAPV-Ärztin/SAPV-Arzt und Hausärztin/Hausarzt.

Geplante Ergebnisverwertung

Das KOPAL-Konzept kann bei Erfolg eine leicht zu implementierende niedrigschwellige Vorgehensweise zur Stärkung der berufs- und fachübergreifenden ambulanten palliativen Versorgung sein.

Förderer: Innovationsausschuss des G-BA

Laufzeit: Juni 2019 bis Mai 2022

Partner: UKE Hamburg, Universitätsmedizin Göttingen, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg

 

Ansprechpartnerinnen in Oldenburg:

Anja Inada (Physiotherapeutin (B.Sc.) – Study Nurse): 

Silke Böttcher, M.A. Public Health (Wissenschaftliche Mitarbeiterin): 

 

 

2. BRIDGE

Gemeinsam mit der KV Niedersachsen, der European Medical School Oldenburg, der Stadt Emden, dem Landkreis Aurich und weiteren Kooperationspartnern hat am 1.1.2020 das BRIDGE Projekt gestartet, das zugewanderte Ärzt:innen im Rahmen eines Traineeprogramms bis zur Anerkennung begleitet.

 

WIE?

Im Projekt BRIDGE soll eine eine Willkommensstruktur entwickelt werden, die die ansässigen Ärzt:innen unterstützt, zugewanderte Ärzt:innen bei sich aufzunehmen, anzulernen und für-, mit und bei sich arbeiten zu lassen. Bekannt ist dieses Vorgehen zu Teilen aus Kliniken; im Hausarztsystem ist diese Form von Hospitation noch unüblich. Das wiederum führt wahrscheinlich dazu, dass generell wenig zugewanderte Ärzt:innen die Facharztausbildung zum/zur Allgemeinmediziner:in beginnen – dem möchten wir mit diesem Projekt proaktiv entgegenwirken.

 

ABLAUF

Im Projekt werden die zugewanderten, meist schon in Deutschland lebenden Ärzt:innen, 12 Monate in Lehrpraxen arbeiten, um die Sprache und das deutsche Gesundheitssystem intensiv kennenzulernen. Begleitet werden die Ärzte:innen während des Projektes von Experten im Rahmen der Vorbereitungslehrgänge und weiteren Angeboten. Weitere Qualifizierungen werden über das bestehende Weiterbildungsprogramm der European Medical School Oldenburg angeboten, um bereits im Traineejahr die fachliche Kompetenz innerhalb der Allgemeinmedizin zu schärfen und ein Netzwerk zwischen den deutschen und zugewanderten Ärzt:innen zu fördern.

 

ZIEL UND KOSTENÜBERNAHME

Ziel des Traineeprogramms ist es, dass die Ärzt:innen nach der Anerkennung in der jeweiligen Hausarztpraxis bleiben, und ihre Fachweiterbildung zum/zur Allgemeinmediziner:in beginnen. Finanziert wird die Ärztin/der Arzt im ersten Jahr  durch auserwählte Kostenträger. Wohnraum wird über die Stadt Emden und dem Landkreis Aurich bereitgestellt. Sollte sich die Ärztin/der Arzt für die Allgemeinmedizin entscheiden, wird ab dem Folgejahr ein großer Teil der Lohn- und Fortbildungskosten über den „Weiterbildungsfonds für Allgemeinmedizin“ finanziert (weitere Information kvn.de).

 

START

Der erste Durchgang mit ca. 10 Ärzt:innen hat im April 2021 gestartet. Grundvoraussetzung ist es, dass die Bewerber:innen ein B2 Niveau nachweisen und alle Unterlagen ihres Studiums vorweisen können.

 

 

Ansprechpartner für das Projekt BRIDGE an der EMS Universität Oldenburg:

Sabine Kurpgoweit, Fachärztin für Allgemeinmedizin:

 

Webseite des Projekts:

www.projekt-bridge.de

3. CHARE GD I

Teilprojekt 2 Management und Behandlung von Harnwegsinfektionen in niederländischen und deutschen Primärversorgungseinrichtungen und deren Einfluss auf die Prävalenz von antibiotikaresistenten Bakterien

 

Hintergrund

Resistenzen gegen Antibiotika sind ein globales Problem der öffentlichen Gesundheit. Infektionen mit resistenten Bakterien sind schwieriger zu behandeln und bislang gut behandelbare Infektionskrankheiten können lebensbedrohlich werden. Weltweit unterscheiden sich die Behandlungsmöglichkeiten von Infektionskrankheiten einschließlich der Verschreibung von Antibiotika zwischen den Ländern, Auch zwischen benachbarten Ländern wie Deutschland und den Niederlanden finden sich auffällige Unterschiede, deren Ursachen jedoch noch weitestgehend unbekannt sind.

Ziel

Dieses Projekt zielt darauf ab, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Management, im Auftreten und in der Behandlung von Infektionskrankheiten in der Ems-Dollart-Region mit Fokus auf die Primärversorgung zu untersuchen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Harnwegsinfektionen (HWI) gelegt, da diese zu den häufigsten Infektionskrankheiten in der Primärversorgung gehören und einer der Hauptgründe für die Verschreibung von Antibiotika sind. Spezifische Ziele des Projektes sind:

  1. der systematische Vergleich der Primärversorgungssysteme auf beiden Seiten der Grenze, einschließlich Aspekten der Infrastruktur, Leitlinien, Finanzierung der Diagnostik und Behandlung von Patientinnen mit Harnwegsinfektionen (HWI),
  2. ein besseres Verständnis der täglichen Routine und Realität der Hausärzt*innen bei der Behandlung von HWI und
  3. die Bestimmung der Prävalenz von antibiotikaresistenten Erregern, die aus HWI isoliert wurden.

Dabei sollen folgende Methoden zum Einsatz kommen

  • systematische Literaturrecherchen zur Infrastruktur, zu den allgemeinen Bedingungen der Gesundheitsversorgung und den Praxisleitlinien zur Behandlung von HWI
  • Fokusgruppeninterviews mit deutschen und niederländischen Hausärzt*innen, um die Unterschiede in der Diagnose und Behandlung von Patientinnen mit einem Harnwegsinfekt zu untersuchen
  • Untersuchungen von Patientinnen mit Symptomen einen unkomplizierten Harnwegsinfektion aus der niederländisch-deutschen Grenzregion, um die ursächlichen Erreger und ihre Resistenzmuster zu bestimmen und zu vergleichen
  • Vergleich der Ergebnisse mit stationären Daten von hospitalisierten Patientinnen mit Harnwegsinfektionen

Laufzeit: April 2021 bis Feb 2024

Förderer: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

 

Verantwortlichkeiten

Dr. Corinna Glasner1 ,Prof. Dr. Michael Freitag2

Projektmitglieder

PD Dr. Alexander Winter2, Prof. Dr. Axel Hamprecht2, Dr. Marco Blanker1, Dr. Bianca Michalik2, Dr. Alewijn Ott1, Dr. Henk van der Worp1, Dr. Matthijs Berends1, Dr. Imke Aits2, Aida Bedri2

1 University Medical Center Gronigen, University of Groningen, Groningen, Niederlande

2 Universitätsmedizin Oldenburg, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Deutschland

 

Ansprechpartnerin in Oldenburg:

Aida Bedri, M.Sc. Epidemiologie (Wissenschaftliche Mitarbeiterin):

Department für Versorgungsforschung, Abteilung Allgemeinmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Freitag

(Stand: 16.12.2021)