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Bedrohungsmanagement - AG Umgang mit Bedrohungen

Das Gefahren für den Menschen vom Arbeitsplatz ausgehen, ist im allgemeinen bekannt. Diese Erkenntnis bezieht sich aber meist auf die Vorstellung von Gefahren durch z.B. Maschinen, Chemikalien, Werkzeugen, Straßenverkehr, etc. mit der Folge von Unfällen oder kleineren Verletzungen, die durch die Erste Hilfe und Verbandmaterial versorgt werden können. 
Zur Ermittlung dieser Gefahren wird von gesetztes Wegen eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsschutzgesetz § 5) verlangt, in der die Risiken am Arbeitsplatz bewertet und Maßnahmen zur Vermeidung festgelegt werden.
Nun gibt es aber auch Gefahren die von Menschen ausgehen können. Dieser Aspekt ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt. Gerade in Berufen, in denen Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zu einem Thema aufeinandertreffen, gibt es oft Konfliktpotential. Um die Gefahren die aus diesen Situationen entstehen können zu bewerten und Gegenmaßnahmen festzulegen, ist auch hier eine Gefährdungsbeurteilung anzufertigen. Da nun, wie schon oben erwähnt, überall am Arbeitsplatz Gefährdungen "drohen" hat man im Zusammenhang mit den Gefährdungen von Mensch zu Mensch, den Begriff des "Bedrohungsmanagement" geprägt.  

Dieses Bedrohungsmanagement behinhaltet neben der eigenlichen Gefährdungsbeurteilung, auch Maßnahmen zur Prävention sowie Verhaltensmaßnahmen für den ernstfall. An der Universität Oldenburg wurde sich darauf geeinigt, das "Bedrohungsmanagement" unter der Bezeichung "Arbeitsgruppe Umgang mit Bedrohungen" mit den gleichen sachlichen Inhalten zu führen.  

Es gliedern sich folgende Bereiche:

1. Prävention: frühzeitiges Erkennen von Gefährdungen oder Kritischen Situationen. Verhaltens- oder auch situationsbedingt (auffälliges Verhalten von Menschen, räumlichen Situationen, …). Um mit diesen Situationen besser umgehen zu können und eine gewisse Sensibilisierung für das richtige Verhalten in Kritischen Situationen zu bekommen, werden z.B. gezielte Gespräche oder aber auch Seminarangebote für den entsprechenden Personenkreis gemacht.

2. Handlungsempfehlungen: Sollte es trotz präventiver Maßnahmen doch zu einem Ernstfall kommen, müssen die Beteiligten wissen wie sie richtig handeln.  Welche Möglichkeiten zur Deeskalation gibt es und wie können diese eingesetzt werden?  Wer kann/muss im Ernstfall kontaktiert werden? Melde- und Notrufmöglichkeiten können genutzt werden?

3. Nachsorge: Jeder Mensch reagiert auf einen erlebten Ernstfall anders. Es gibt Betroffene die nach einem erlebten Ernstfall ohne weiteres ihrem Tagesgeschäft nachgehen. Andere wiederum benötigen Hilfestellungen, um das Erlebte zu verarbeiten. Ob nun ein einfaches, lockeres Gespräch, oder aber ob eine längerfristige, professionelle Betreueung der Betroffen Person benötigt wird, muss individuell entschieden werden. Wichtig ist nur, das die betroffenen Personen mit dm erlebten nicht alleine gelassen werden. In diesem Zusammenhang stellt auch die Nachverfolgung eines Vorfalls einen wichtigen Punkt dar. Dies ist sowohl für die geschädigte Person wichtig, aber auch um Erfahrungen zu sammeln, um zukünftige solche Situationen zu vermeiden. 

 

Bedrohung

Bedrohung gem. § 241 Straf Gesetz Buch (StGB)
"Wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bedroht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer wider besseres Wissen einem Menschen vortäuscht, dass die Verwirklichung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bevorstehe."

Beispiele:
- Vorzeigen und Mitbringen von Waffen.
- Extremer Ausdruck von Gewaltfantasien bzw. Verherrlichung von Gewalt.
- Offensive, plötzliche physische Annäherungen.
- Stalking (die wiederholte, unerwünschte Verfolgung, Belästigung oder Kontaktaufnahme einer anderen Person, die als beunruhigend wahrgenommen wird).
- Jede Form von Androhung körperlicher Gewalt.
- Sexuelle Belästigung.

Neben diesen Beispielen können Menschen sich aber auch auf andere Weise bedroht fühlen, obwohl sie nicht in die o.g. Definition passt. Auch hier gibt es wieder individuelle Empfindungen. Nichtsdestotrotz ist auch diesen Empfindungen nachzugehen und zu prüfen, ob sich daraus eine Eskalierende Situation ergeben kann.

Gefahrenstufen Quelle: Aachener Modell UK NRW

 

Internetkoordinator (Stand: 21.08.2020)