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Workshop 1

Workshop 1: Nichttraditionelle Studierende an (offenen?) Hochschulen

Dr. Willi B. Gierke, Joachim Stöter

Der Workshop hat anhand zweier Impulsvorträge sowie eines World-Cafés für die wachsende Heterogenität der Studierenden sensibilisiert, die aktuellen Herausforderungen bei der Öffnung der Hochschulen für neue Studierendengruppen benannt und durch die Teilnehmer mögliche Lösungsansätze beschrieben. Dazu wurden zunächst die Dynamiken der sich zunehmend ausdifferenzierenden Studierendengruppen unter Berücksichtigung aktueller Forschungsansätze präsentiert. Neben einer Einleitung zur Diskussion um "nicht traditionelle Studierende" und der Unterscheidung zu den vermeintlich klassischen Studierenden, wurde beleuchtet, welche Entwicklungen es an deutschen Hochschulen gibt, den Hochschulzugang für heterogene Zielgruppen zu öffnen. Welche Rolle können Hochschulen in Zusammenarbeit mit der Erwachsenenbildung hierbei einnehmen, wie können Erwachsenenbildung und Hochschule möglicherweise Erfahrungen austauschen und was bedeutet dies für die Studierenden?

Hier können Sie sich die Präsentation von Workshop 1 anschauen. Nach der Präsentation wurden in Gruppen vier Fragestellungen diskutiert.

Fragestellungen

Frage 1

Haben sich Hochschulen und Erwachsenen-/Weiterbildungseinrichtungen schon ausreichend auf die zunehmende Heterogenität ihrer Zielgruppen eingestellt und wie macht sich dies in den Einrichtungen bemerkbar?

Frage 2

Wenn es stimmt, dass Studierende immer heterogener werden, was muss dann geleistet werden, um ihre Studierfähigkeit zu verbessern?

Frage 3

Wo sehen Sie Möglichkeiten zur Kooperation zwischen Hochschulen sowie Erwachsenen- und Weiterbildung zur Unterstützung von (nichttraditionellen) Studieninteressierten bzw. Studierenden (Erfahrungen, Herausforderungen, Verbesserungspotentiale)?

Frage 4

Was ist - auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit - notwendig, um den Bedürfnissen dieser Zielgruppen auf dem Weg in das und während des Studiums gerecht zu werden?

Ergebnisse Workshop 1

 

Bild

Hier können Sie sich die Ergebnisse von Workshop 1 anschauen.

Zusammenfassung und Ausblick

Nach den Diskussionen anhand der vier Fragestellungen wurden noch einige Aspekte erörtert, welche seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops als besonders zentral erachtet wurden. Dabei wurde zum einen auf die fehlende oder ausbaufähige Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Weiter- und Erwachsenenbildung sowie der Wirtschaft verwiesen, ein Teilnehmer führte an, dass aus Sicht von Unternehmen, die Hochschulen "nicht offen seien". Als generelles Problem wurde erörtert, dass die finanzielle Ausstattung der involvierten Träger häufig von kurzlebigen Projekten abhängig ist und so nach der Beendigung solcher Förderprojekte sowohl Personal als auch Infrastruktur oftmals nicht gesichert sind. Aus diesem Grund wurde unter anderem an die Politik die Aussage formuliert: "Umsonst ist die Etablierung von Weiterbildung nicht zu haben!" Zwei weitere wesentliche Anregungen bezogen sich zum einen auf die Frage eines einheitlichen Verständnisses zum wissenschaftlichen Arbeiten zwischen Hochschulen und Weiter-/Erwachsenbildung sowie die Frage der Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen; selbst unter Berücksichtigung der Bologna-Prozesse scheint es hier erheblichen Nachholbedarf an deutschen Hochschulen zu geben.

Wichtige Anregungen aus dem Workshop 1:

1. Die Vorbereitung auf ein Studium sollte früher einsetzen:

  • Begleitend oder integriert in die berufliche Aus- und Fortbildung in die Berufstätigkeit
  • In Kooperation/abgestimmter Arbeitsteilung zwischen Hochschulen, Unternehmen, Erwachsenen-/Weiterbildung?
  • Potentielle Studienkandidat/innen sollten möglichst schon viel früher (Ausbildungszeit, Berufspraxis) identifiziert werden

2. Kooperation Hochschulen, Erwachsenen-/Weiterbildung, Unternehmen

  • Es müsste einen Austausch über pädagogische, didaktische Erfahrungen und Konzepte geben
  • Unternehmen müssen stärker als bisher einbezogen werden
  • Erwachsenen-/Weiterbildung und Hochschulen sollten gemeinsam Vorbereitungskurse planen und durchführen
  • Hochschulen und Erwachsenen-/Weiterbildung sollten gemeinsame (drittmittelgeförderte) Forschungsvorhaben zur Klärung von Fragen wie Studierfähigkeit, Vorbereitungs- und Unterstützungsbedarfen etc. durchführen

3. Einstellung der Hochschulen/der Hochschullehre auf heterogene Zielgruppen

  • Unsichtbare Barrieren (Stichwort "Habitus") sind abzubauen
  • Mitbestimmung der Studierenden über das Studium sollte mehr möglich sein
  • Klare, konkrete Informationswege, strukturierte, zielgruppenorientierte Informationen
  • Praxisorientierung der Lehre, "sichtbarer" Anwendungsbezug

4. Sonstiges

  • Zur Sicherung der Nachhaltigkeit mehr personelle und finanzielle Ressourcen für diese Aufgaben

Fotos zu Workshop 1

 

Workshop 1 Fotos

 

Eine Auswahl an Fotos finden Sie hier in unserer Gallerie.


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