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Das Institut für Chemie beim AHOI_MINT-Tag in Leer

Mit dem Angebot „Butter bei die Fische: Anwendung der Biomaterialien im 3D Biodrucken-Verfahren" (L. Bessert und M. Bätcher, AG Wittstock) war das Institut für Chemie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg beim AHOI_MINT-Tag in Leer dabei. 

Das Bildungsprojekt AHOI_MINT möchte allen Jugendlichen im nordwestlichen Niedersachsen den Zugang zu spannenden Angeboten aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ermöglichen. Am 11. September hat das Projekt den AHOI_Mint-Tag in Leer organisiert- Unter dem Motto „Experimentieren, ausprobieren, tüfteln und programmieren” konnten interessierte BesucherInnen Vorlesungen und Mitmachstände aus dem MINT-Bereich besuchen.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Gunther Wittstock hat den Mitmachstand „Butter bei die Fische” vorbereitet und am 11. September haben Linda Bessert und Moritz Bätcher (DoktorandInnen der AG Wittstock) das Angebot in Leer durchgeführt und Informationen über ein mögliches Chemie-Studium an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg an Interessierte weitergegeben. 


Butter bei die Fische:
Biodruck bzw. Bioprinting ist eine additive Fertigungstechnologie, bei der Materialanordnungen meist schichtweise hergestellt werden. Die Entwicklung der additiven Fertigung wurde erst vor relativ kurzer Zeit durch die Weiterentwicklung computergestützter Designwerkzeuge möglich, wodurch sich hinsichtlich Flexibilität bei Formen und Materialien neu Türen öffneten und ein hohes Maß an individueller Anpassung und eine schnelle, nahezu abfallfreie On-Demand-Produktion ermöglicht wurde. Was Bioprinting von anderen Formen der additiven Fertigung unterscheidet, ist die Möglichkeit, Biomoleküle und Zellen in Strukturen zu integrieren dabei wird auf vier Bioprinting-Techniken zurückgegriffen: Extraktions-, Ink-jet, lasergestütztes und stereolithografisches Drucken. Um Zellen zu drucken, ist die Zusammenarbeit von Fachleuten aus den Bereichen der Biologie, der Medizin, der Chemie, der Physik sowie den Ingenieurswissenschaften erforderlich. 

An der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurde eine neue Drucktechnik namens pneumatisches Förderdrucken entwickelt und es wurde bewiesen, dass Zellen gedruckt werden können und sich in unserem neu gedruckten Material vermehren. Um Zellen zu drucken und um ihnen eine stabile, definierte Form geben zu können, wird chemisches „Verpackungsmaterial“ benötigt. Dieses nennt man Hydrogel. Hydrogele haben eine Lochstruktur, mit langen klebrigen Armen, die die Zellen zusammenhalten. Wasser und Nährstoffe gelangen leicht zu den Zellen und sorgen so dafür, dass sie am Leben bleiben und sich vermehren können. Die Herstellung von Lösungen mit Zellen und Molekülen, die Hydrogele bilden, ist einer der Aufgaben von Chemiker*innen (Bioformulation). Auch spektroskopische und mikroskopische Methoden werden genutzt, um die für das menschliche Auge unsichtbare Struktur des gedruckten Materials sichtbar zu machen und ihre Veränderungen durch Zellwachstum zu verfolgen.

In diesem Experiment wird ein Fisch aus Alginat-Hydrogel gedruckt. Dabei ist der Fokus auf dem Formen des neu gedruckten Materials.
Es dient dazu, verschiedene Eigenschaften und Strukturen kennenzulernen sowie ein molekulares Modell zu bauen und ein eigenes Hydrogel herzustellen.


mehr über die Arbeit der AG Wittstock: AG Wittstock

weitere Angebote des Instituts für Chemie für Fach- und Studieninteressierte: Studieninteressierte


(Stand: 06.10.2026)  |  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p111633n14015
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