Stand der Forschung

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Definition von Hochbegabung 

Nach dem „Integrativen Begabungsmodell“ nach Fischer (2003) eine Person dann als hochbegabt, wenn sie in einem oder mehreren Begabungsbereichen über Fähigkeiten und Potentiale verfügt, die in ihrer Ausprägung weit über dem Durchschnitt ihrer Altergenossen liegen. Dabei spricht man von einer intellektuellen Hochbegabung, wenn das abstrakt-logische Denken besonders ausgeprägt ist. Ferner kann Hochbegabung auch als Teilbegabung oder fachspezifischer Spezialbegabung z.B. im sprachlichen, mathematischen oder technischem Bereich deutlich werden (nieders. Kultusministerium, 2006). An dieser Stelle sei erwähnt, dass es gerade in der Frage nach der Existenz von Teilbegabungen bzw. fachspezifischer Spezialbegabungen in Zusammenhang mit dem Wort Hochbegabung recht unterschiedliche Ansätze gibt. So gibt es Positionen, die die Auffassung vertreten, man könne nur dann von einer Hochbegabung sprechen, wenn in möglichst allen Begabungsbereichen überdurchschnittliche Leistungen erzielt werden (z.B. Heller, 2003). Andere Ansätze gehen davon aus, dass man auch dann von einer Hochbegabung sprechen kann, wenn herausragende Leistungen nur in einem oder wenigen Begabungsbereichen erreicht werden (z.B. nieders. Kultusministerium 2006; Gardner, 1999). Dass z.B. SchülerInnen in den Naturwissenschaften oder in musischen/sprachlichen Bereichen auffallend gut sind, dafür aber in anderen Bereichen Defizite aufzeigen oder nur durchschnittlich begabt sind, wird auch in der Literatur bestätigt (ebenda, 1999).

Diagnostik von Hochbegabung

Zur Diagnostik von Hochbegabung gibt es in der Literatur verschiedene Instrumente und Methoden. Dabei ist zu erwähnen, dass gegenwärtig kein Testverfahren existiert, welches alle Begabungsbereiche und –faktoren umfassend erfasst (BMBF, 1999). Zur Zeit kommen in Deutschland fast ausnahmslos IQ-Tests oder die Checklistenmethode (BMBF, 1999) zum Einsatz. Aus diesem Grund besteht im Bereich der Diagnostik von Hochbegabung speziell in den naturwissenschaftlichen Fächern großer Handlungsbedarf.

Forder- und Fördermaßnahmen

In der Literatur lassen sich folgende grundsätzliche Fördermaßnahmen unterscheiden:

a. Akzeleration:

Akzeleration meint eine Beschleunigung der Schulzeit, die zu einem schnelleren Durchlaufen der Schullaufbahn führt (Kaiser et. al., 1999). Dabei ist jedoch zu betonen, dass von vielen anerkannten Begabungsforschern die Akzelerationsmaßnahmen nur als zeitlich beschränkte Maßnahmen angesehen werden, da im Falle des Überspringens von Schulklassen erhebliche soziale Defizite auf Seiten der SchülerInnen auftreten können (Fischer et al.,2003)

b. Enrichment:

Enrichmentprogramme sind Möglichkeiten, den regulären Unterricht auszuweiten. Dazu werden Lerninhalte angeboten, die Themen und Inhalte der curricularen Vorhaben vertiefen und erweitern oder aber im schulischen Unterricht gar nicht vorgesehen sind.

c. unterrichtsintegrierte Begabungsförderung

Eine spezielle Form des Enrichment ist eine unterrichtsintegrierte Begabtenförderung. In der Literatur wird häufig postuliert, dass hochbegabte bzw. fachspezifisch spezialbegabte SchülerInnen im Laufe des normalen Unterricht besonders gefördert und gefordert werden sollten (Möncks et al., 2003). Hinweise darauf, wie und mit welchen Methode eine derartige fachspezifische Forderung und Förderung organisiert werden, findet man jedoch kaum, es werden lediglich einige Beispiele wie die das „Drehtürmodell“ (nach Renzulli, 2003) beschrieben.

(Stand: 21.08.2020)