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Marcelin Berthelot


* 27. Oktober 1827 18. März 1907
 





Der große französische Chemiker wurde 1827 als Sohn eines Arztes in Paris geboren und hatte am 27. Oktober 2002 seinen 175. Geburtstag. Er gehört zweifellos zu den bedeutendsten Wissenschaftlern seiner Zeit. In 1600 Publikationen, darunter einige Bücher, hat er sein wissenschaftliches Werk der Nachwelt hinterlassen. Zwei seiner Bücher seien hier herausgegriffen Chimie organique fondee sur la Synthese und Traite practique de Calorimetrie chirnique. Berthelot starb 1907 ebenfalls in Paris.

Wie viele Naturforscher in der damaligen Zeit begann Berthelot zunächst Medizin und Pharmazie zu studieren, wendete sich aber bald der Chemie zu und promovierte 1854. Nach seinem Studium wurde er Assistent bei A. J. Balard, dem Entdecker des Broms. 1859 wurde er bereits zum Professor für organische Chemie an der „Ecole Superieur de Pharmacie“ ernannt und erhielt 1865 den neu geschaffenen Lehrstuhl für organische Chemie am „College de France“, den er bis zu seinem Tode inne hatte. Es war übrigens der erste Lehrstuhl für organische Chemie überhaupt.
In seinen ersten Arbeiten untersuchte er Fette. Dabei identifizierte er das Glycerin als dreiwertigen Alkohol und synthetisierte als erster die Fette selbst. Anschließend wandte er sich den Kohlenhydraten zu, er unterschied zwischen Mono- und Polysacchariden, prägte die Namen Saccharose und Galactose und erkannte Mannit als Alkohol mit sechs OH-Gruppen. Weiterhin beschäftigte er sich mit Terpenen, isolierte u.a. Naphthalen und Anthracen, berichtete über eine neue Synthese von Essigsäure, stellte Methanol aus Methan her und erzeugte Acetylen im Lichtbogen aus Wasserstoff und Kohlenstoff (Ruß).
Aufsehen erregten auch seine Arbeiten zur Thermochemie, die zu dem nach ihm benannten Prinzip zur Charakterisierung der chemischen Affinität (Triebkraft) führten. So stammen auch die Begriffe „exotherm“ und „endotherm“ von ihm. Arbeiten über das Wesen einer Explosion schlossen sich an. Berthelot beobachtete auch das Phänomen, dass sich beim Erwärmen von Styrol eine feste Masse bildete und prägte dafür den Begriff "Polymerisation". Interessant ist es allerdings, dass er trotz seiner exakten Arbeiten die atomistische Theorie ablehnte und als Spekulation bezeichnete, Den Kontakt zur Pharmazie behielt er lebenslang. So betreute er eine Fabrik für pharmazeutische und chemische Präparate in der Nähe von Paris.
Erwähnenswert ist auch sein politisches Engagement. Seit 1876 war Berthelot Generalinspekteur des höheren Schulwesens und 1886 wurde er für etwa ein Jahr Minister des öffentlichen Unterrichts. Er nutzte diese Zeit, um den naturwissenschaftlichen Unterricht an den öffentlichen Schule zu intensivieren. Von 1895 bis 1896 war er sogar französischer Außenminister.
Auf Vorschlag von Justus von Liebig wurde Berthelot 1869 erstes ausländisches Mitglied der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, erhielt 1882 den Orden „Pour Le Merite“ (Friedensklasse) und 1894 wurde er Ehrenmitglied der Deutschen Chemischen Gesellschaft.

Berthelot starb am 18. März 1907 in Paris.

Heinz Schmidkunz

Chemie-Weikdobmasox3zttezvr (chemiocf+2e@uol.m6hmnde) (Stand: 07.11.2019)