Eröffnung

Eröffnung

Eröffnung des CHEMOL-Labors

Am 8. März 2002 wurde das CHEMOL-Labor feierlich eröffnet. CHEMOL steht dabei für CHEMie in OLdenburg. Dabei ist allerdings nicht die Chemie für Studierende des Diploms oder der Lehrämter gemeint, sondern das Heranführen von Kindern im Grundschulalter an Chemie und Naturwissenschaften.

Große und kleine Gäste

Nach der Begrüßung vieler Gäste aus Politik, Hochschule, Wirtschaft und Medien, insbesondere aber von etwa 100 Kindern der 1. bis 4. Klasse der Grundschule in Oldenburg-Wechloy durch den Dekan des Fachbereichs Chemie der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Rüdiger Beckhaus, den Grußworten des Präsidenten der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Siegfried Grubitzsch, des Vorsitzenden der Universitätsgesellschaft Oldenburg, Peter Waskönig, brachten die Kinder mit Gesang und sogar einem kleinen Orchester CHEMOL ein Ständchen dar.


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Initiatoren und Förderer

Anschließend erklärte die Min. Dir. Ursula Sinemus, die in Vertretung der Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper erschienen war, unter Explosion von mit Wasserstoff gefüllten Luftballons die Eröffnung des CHEMOL-Labors. Sie hatte ein besonderes Geschenk der Ministerin mitgebracht, ½ A13-Stelle für das andere große, auf die nachhaltige Verbesserung an Schulen zielende Projekt des Fachbereichs Chemie: Das Lehrerfortbildungszentrum Chemie Bremen/Oldenburg. Da war natürlich der Beifall riesengroß.

Prof. Dr. Rüdiger Beckhaus hatte in der Eröffnung bereits auf die Intention des CHEMOL-Projektes hingewiesen: Nachhaltige Verbesserung der Akzeptanz und Interesse für Chemie in breiten Kreisen der Bevölkerung. Beispielhaft seien die Untersuchungen von Prof. Dr. Gisela Lück und auch das teutoLab in Bielefeld gewesen. Entscheidend für die Verwirklichung waren dann die großzügige Förderung durch den Fonds der Chemischen Industrie und die Bereitschaft von Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, Physikalische Chemie, dem Projekt dauerhaft ein nur für diese Zwecke dienendes Labor zu Verfügung zu stellen. Ein weiteres Labor in der Didaktik der Chemie kann nur ein- bis zweimal wöchentlich genutzt werden.
Inzwischen hat sich auch die EWE-Stiftung mit einem bemerkenswerten Betrag im CHEMOL-Projekt engagiert.

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Prof. Dr. Walter Jansen stellt CHEMOL vor

Bei der Vorstellung des Projektes knüpfte Prof. Dr. Walter Jansen an die Ausführungen des Dekans an. „Warum haben wir - Professoren und Mitarbeiter des Fachbereiches Chemie - CHEMOL ins Leben gerufen? Nun, wir beobachten seit einer Reihe von Jahren mit Sorge, wie Interesse und Akzeptanz für Chemie und Naturwissenschaften in der Bevölkerung und gerade auch bei jüngeren Menschen schwinden. Das geschieht zu einer Zeit, wo mit aller Deutlichkeit klar wird, dass der Fortbestand unserer auf Naturwissenschaft und Technik beruhenden demokratischen Industriegesellschaft und das Wohl ihrer Menschen in höchstem Maße abhängig von der Qualifizierung der jungen Menschen in Mathematik und Naturwissenschaften ist.

Uns erschien der nachhaltigste und erfolgreichste Weg zu sein, bei Schülern in der Grundschule anzusetzen. Denn prägend ist für eine Hinwendung unserer Kinder zu den Naturwissenschaften die Vor- und Grundschulzeit sowie die Zeit in der Sekundarstufe I.
Die Erfahrungen, die wir bisher mit vielen Grundschulklassen machen konnten, sind außerordentlich ermutigend. Die Experimente und ihre einfachen Erklärungen werden von den Kindern begeistert aufgenommen. Bei all diesen Versuchen werden die Kinder in Zweier- und Dreier-Gruppen von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dafür in einem Projekt ausgebildeten Studierenden des Lehramts Chemie betreut. Ihnen verdanken wir insbesondere den bisherigen Erfolg unseres Projektes.“
Alle Kinder bekommen weiße Kittel, Schutzbrillen und Namensschilder - genauso wie die sie betreuenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Am Ende des zweistündigen Versuchsprogramms, das alle Kinder mit großer Spannung und Konzentration absolvieren, werden noch einige spektakuläre Versuche wie die Brausepulver-Rakete, die Wirkung von flüssiger Luft oder das Löschen eines Fettbrandes mit Wasser - ein Bemühen, von dem man dringend abraten muss - vorgeführt. Das Vertrauen der Kinder, dass die Chemie viele Probleme zu lösen vermag, ist groß und am Ende ist klar: Die kleinen Gäste des Fachbereichs wollen Chemiker werden.


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Interessierte Besucher im CHEMOL-Labor

Während sich die Gäste bei der feierlichen Eröffnung im Foyer stärkten, begannen die Schüler der 1. und 2. Klasse in den beiden Laboratorien mit ihrem Versuchsprogramm. Die 3. und die 4. Klasse wurden unterdessen im Großen Hörsaal mit einem besonderen Programm chemischer Schauversuche von Studierenden des Lehramts Chemie auf das Beste unterhalten.
Die Gäste, Presse und Rundfunk begaben sich dann zu den Kindern in den Laboratorien, um ihnen etwas über die Schulter zu gucken. Unsere Befürchtungen, dass die Kinder sich durch die vielen Erwachsenen ablenken ließen, waren völlig unbegründet: Viel interessanter waren die Versuche und ihre Erklärungen. Am Ende hatten aber auch die Kinder Gelegenheit, nicht nur Gummibärchen tauchen zu lassen, sondern sie auch zu verzehren: Auch für sie war ein Imbiss mit altersgerechten Getränken eingerichtet.
Die Resonanz, die wir bisher erfahren haben, ist überwältigend. 30 Grundschulklassen waren bereits vor der feierlichen Eröffnung unsere Gäste, etwa 80 Klassen kommen bis zum Jahresende hinzu, so dass in einem Jahr mehr als 2000 Kinder das CHEMOL-Labor besucht haben werden.

Begeisterung schon bei den ersten CHEMOL-Klassen

Die Kinder schreiben uns begeisterte Briefe, dass sie wieder kommen möchten. Durch die Projektseminare gelingt es uns, die nötige Anzahl an Betreuern heranzubilden, aber auch das Versuchsprogramm zu erweitern. 5. und 6. Klassen erhalten inzwischen auch Gelegenheit zu einem Besuch der CHEMOL-Laboratorien. Eine für das Projekt verantwortliche Doktorandin, Mareike Wilms, untersucht mit Staatsexamenskandidaten im Arbeitskreis von Privat-Dozent Dr. Marco Oetken die Nachhaltigkeit von Konzeptwechseln bei Kindern im Grundschulalter. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse sind sehr ermutigend. Vielleicht spielt neben der Prägnanz der Versuche im Sinne des Konstruktivismus, die besondere Situation in einem richtigen Universitätslabor arbeiten zu können, eine entscheidende Rolle. Wir wissen: Wir sind auf dem richtigen Wege.


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Internetkoordinator (Stand: 21.08.2020)