Beschreibung des Graduiertenkollegs - Zielsetzungen

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Beschreibung des Graduiertenkollegs - Zielsetzungen

Das  professionelle Handeln von Lehrkräften wird  auch  in  Zukunft  durch  eine  ganze  Reihe  zentraler, gesellschaftlicher Transformationsprozesse  geprägt:  Dynamiken von Migration werden –  vermutlich so deutlich wie nie zuvor – zu sprachlicher und kultureller Vielfalt auch in hiesigen Klassenräumen und Lehrer*innenzimmern beitragen. Diese und  andere Heterogenitätsdimensionen  (wie z. B.  sozio-ökonomischer Status oder religiöse Zugehörigkeit) und die damit zusammenhängenden  Ein- und Ausschlussmomente erfordern eine besondere Sensibilisierung von (zukünftigen) Lehrkräften für ihre alltägliche  Praxis. Zudem steht die Gestaltung von Lehr-/Lernprozessen  in  Zukunft verstärkt  unter dem Einfluss digitaler Transformationsansätze, die für die einen vielversprechend, für andere wiederum unüberschaubar und besorgniserregend sind. Außerdem muss  auch mit Blick auf das gesamtgesellschaftliche  Ziel  nachhaltiger  Entwicklung über eine neue bzw. andere  Form der Professionalisierung  von  Lehrkräften nachgedacht werden.  Zu berücksichtigen ist nicht zuletzt auch der wachsende Anteil  an  Quereinsteiger*innen und fachfremd Unterrichtenden, die diese  Gestaltungsspielräume nutzen und entwickeln müssen. All diese Entwicklungen, so der Ausgangspunkt des  Kollegs, führen zur Notwendigkeit  der Reflexion und Weiterentwicklung methodischer und didaktischer Modelle und Konzepte, sowohl im  Rahmen schulischer Bildungsprozesse im Unterricht und an außerschulischen Lernorten als auch in der Gestaltung der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften. 

Zur Vorbereitung auf einen reflektierten Umgang mit diesen Entwicklungen möchte das  Graduiertenkolleg  aus  interdisziplinärer Perspektive  mögliche  Forschungsfelder einer  Lehrkräftebildung  identifizieren und   bearbeiten, die auch in Zukunft einen Beitrag zur phasenübergreifenden und biografieorientierten  Professionalisierung von Lehrer*innen auf unterschiedlichen  Ebenen leisten kann. Wie also lassen sich   innovative und relevante Konzepte, Strategien und Praktiken der Professionalisierung identifizieren  bzw.  entwickeln, die trotz  der Unberechenbarkeit  zukünftiger  Entwicklungen darauf vorbereiten, mit den Herausforderungen der Zukunft pädagogisch, didaktisch und methodisch angemessen umzugehen?

Forschungsziele des Graduiertenkollegs

Um Antworten auf diese Frage zu finden, verfolgt das Graduiertenkolleg drei Ziele: 

(1) die Erforschung der Veränderungen schulischer, aber auch außerschulischer Bildungsprozesse sowie  universitärer Lehrer*innenbildungspraxis unter sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen

(2) die Untersuchung von bereits realen oder potenziellen Effekten dieser Veränderungen auf das Arrangement unterschiedlicher (schulischer/außerschulischer/universitärer) Lehr-Lernkontexte – ausgerichtet an theoretisch-konzeptionellen, empirischen und forschungsmethodologischen Fragestellungen

(3) die Erarbeitung und Evaluation didaktischer Modelle, Methoden und Interventionen, die – mit dem Ziel der  Herausbildung einer kritisch-reflexiven Professionalität – sowohl im Rahmen der Lehrkräftebildung als auch im  schulischen Kontext Wirkzusammenhänge von Lehr-/Lernprozessen sowie Erklärungs- bzw. Entscheidungsmodelle genauer untersuchen und hinterfragen.

Diese Anliegen werden in neun Promotionsprojekten bearbeitet, die sich aus der Perspektive verschiedener Disziplinen unterschiedlichen Dimensionen der Professionalisierung von Lehrkräften nähern. Die theoretisch-konzeptionellen,  empirischen und methodologischen Erkenntnisse der Arbeiten werden regelmäßig  in  einen  interdisziplinären Dialog eingebracht, an dem sowohl die beteiligten Nachwuchswissenschaftler*innen als auch die betreuenden Hochschullehrer*innen beteiligt sind. Um die unterschiedlichen Facetten der Professionalisierung – ihre Voraussetzungen, ihre Formen und Modi sowie ihre  Effekte –  in diesem Dialog  hinreichend differenziert in den Blick nehmen zu können, werden die  Promotionsprojekte in Teams  begleitet,  die sich jeweils aus  Wissenschaftler*innen aus mindestens zwei verschiedenen Bereichen  (Fachdidaktik,  Bildungswissenschaft, Fachwissenschaft) zusammensetzen.

(Stand: 18.07.2021)