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EINBLICKE Nr. 38 Herbst 2003

 

Ökonomie und Ökologie - was vor nicht allzu langer Zeit in unseren Köpfen noch klare Gegenpole waren, nennen wir inzwischen immer häufiger in einem Atemzug. Fragen der Wirtschaftsethik, der Wertschätzung von Umweltqualität und der ökologischen Gestaltung von Stoffströmen sind nur einige Beispiele aus einem neuen Forschungsfeld, das sowohl bei WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen, als auch in der Öffentlichkeit zunehmend auf Interesse stößt.

Eine Gruppe von WirtschaftswissenschaftlerInnen der Universität Oldenburg beschäftigt sich seit Anfang der 90er Jahre intensiv mit dem Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie. Sie setzt mit neuen Ansätzen und Perspektiven das fort, was die Oldenburger Hochschule seit ihrer Gründung vor nunmehr 30 Jahren auszeichnet: die Umweltforschung. Als in den 70er Jahren der Gesellschaft immer mehr bewusst wurde, dass die Industrialisierung nicht nur Fortschritt, sondern auch Bedrohung für die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit bedeutet, fanden sich junge Physiker zusammen, um über Wind und Sonne als alternative Energiequellen nachzudenken. Damals wurden die Wissenschaftler um Prof. Dr. Joachim Luther, der heute das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg leitet, als Spinner belächelt - nicht nur von der Politik, sondern auch von der eigenen Zunft. Wind- und Sonnenergie schien damals nicht bezahlbar; ein nennenswerter Beitrag zur Deckung des Energiebedarfs einer hochindustrialisierten Gesellschaft wurde ihr nicht zugetraut.

Heute ist die Umweltforschung an der Universität Oldenburg ein anerkannter interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt. Das kürzlich vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium eingerichtete Forschungs- und Kompetenzzentrum Windenergie mit Sitz in Oldenburg ist nur ein Beispiel für das große Renommee unserer Umweltforschung. Bei allem Bewusstseinswandel in der Öffentlichkeit sehen sich die WissenschaftlerInnen aber auch heute noch häufig mit der Frage konfrontiert: Wie ist das bezahlbar? Bleibt man bei dem Beispiel „grüner Strom“, dessen Wettbewerbsfähigkeit in einem liberalisierten Strommarkt ohne Subventionierung bisher nicht gegeben ist, so ist das keine unberechtigte Frage. Dennoch sollte uns dies nicht den Blick dafür verstellen, dass wir in eine saubere Umwelt investieren müssen: nicht nur Know-how, sondern auch Geld.


Ihre

Dr. Corinna Dahm-Brey

Presahse &iwec Kocoojmmunikatn2ion (presse@zhxuol.de) (Stand: 07.02.2019)