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EINBLICKE Nr. 39 Frühjahr 2004

 

die Universität Oldenburg hat in den letzten Monaten zwei besonders herausragende Erfolge verbuchen können: die Genehmigung des Sonderforschungsbereichs AVACS, mit dessen Hilfe die Steuerungssysteme von Verkehrsmitteln erheblich sicherer gemacht werden sollen, und die weitere Förderung der Forschergruppe BioGeoChemie des Watts, die in den kommenden drei Jahren ihre wichtigen Untersuchungen in der Nordsee fortsetzen kann. Beide Male ist die bedeutendste Forschungsförderungseinrichtung in Deutschland, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der Finanzier. Insgesamt zwölf Millionen € wendet sie für die beiden großen Projekte auf.

Die Beispiele zeigen, dass auch an einer mittelgroßen jungen Universität Spitzenforschung etabliert werden kann. In Oldenburg gilt das u. a. auch für die Gehirn-, die Akustik- und die Hörforschung. Zur Spitzenforschung bedarf es allerdings nicht nur herausragender WissenschaftlerInnen, sondern auch einer Hochschulpolitik, die die Stärken des eigenen Hauses gezielt fördert - notfalls zu Lasten von Bereichen, deren Leistungen nur begrenzt zu Buche schlagen. In Zeiten großer Mittelknappheit, deren Ende nicht abzusehen ist, lassen sich nur auf diesem Weg Exzellenzen aufbauen, die langfristig das Profil einer Universität prägen und sie zu einem gewichtigen Partner in der Forschungslandschaft machen, aber auch zu einem attraktiven Ort für Studierende und NachwuchswissenschaftlerInnen.

Die Bundesregierung ignoriert diesen Tatbestand mit ihrem neuen Konzept zur Bildung von Eliteuniversitäten. Sie möchte offensichtlich nach angelsächsischem Vorbild in Deutschland Cambrigdes und Oxfords schaffen - Hochschulen, die sich in allen Lehr- und Forschungsbereichen an der Spitze ihres Landes bewegen. Einmal davon abgesehen, dass die dafür jährlich vorgesehenen 250 Millionen € nicht ausreichen werden, um ein solches Ziel zu erreichen, macht es keinen Sinn, dass ein über Jahrhunderte gewachsenes System einem anderen - ebenfalls mit einer langen Tradition - einfach übergestülpt wird. Das Scheitern ist vorauszusehen. Auch die großen, besonders renommierten Universitäten in Deutschland können nicht von sich behaupten, sie hätte keine Schwächen oder könnten diese in kurzer Zeit abbauen.

So sehen es auch die Wissenschaftsminister der Länder, die sich in seltener Eintracht gegen das „Angebot“ der Bundesregierung wehren. Sie wollen lieber allen Universitäten die Chance geben, Spitzenleistungen hervorzubringen, und so den Wettbewerb weiter fördern. Sie wissen nämlich, dass nicht selten die eher jungen, nicht verkrusteten Universitäten offen für neue Wege sind - in Forschung und Lehre.

Gerhard Harms

Presw7se & Kom/5munipmekacagjtion (presse@u1uokvimyl.de) (Stand: 07.02.2019)