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FAQ´s zu Diplomarbeiten in der AG Landschaftsökologie an der Carl-von-Ossietzky - Universität Oldenburg

 

Diese Informationen sollen neuen Diplomandinnnen und Diplomanden Hilfestellung beim Anfertigen ihrer Diplomarbeit geben.

Wie lange dauern Diplomarbeiten?

Die Prüfungsordnung sieht eine 9-monatige Frist für die wissenschaftliche Bearbeitung eines Themas von der Einarbeitung bis zur endgültigen Abgabe der schriftlichen Arbeit vor. In Einzelfällen ("experimentellen Arbeiten) kann diese Frist auf 12 Monate verlängert werden. Um die Arbeit in dieser Zeit abzuschließen, setzen wir eine engagierte Vollzeittätigkeit voraus. Vorher, d.h. im 9. Semester, sollte zumindest die Mehrzahl der Prüfungen abgeschlossen sein. Es ist nicht besonders förderlich, Prüfungen während der Bearbeitung der Diplomarbeit abzuleisten. Manchmal ist aus persönlichen Gründen die Einhaltung der zeitlichen Vorgaben nicht möglich. Es ist aber unser Ziel, daß die Arbeiten innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Damit zeigen die Diplomanden, daß sie ihr Projekt organisieren und zielstrebig zu einem Abschluß führen können. Davon abgesehen können die materiellen und personellen Ressourcen der AG dann auch für nachfolgende Diplomandengenerationen zur Verfügung stehen.

Was soll in Diplomarbeiten geleistet werden?

Näheres hierzu steht in den Prüfungsordnungen für Landschaftsökologie und Biologie. In unserer Arbeitsgruppe dient die Diplomarbeit dazu, die Studenten mit den Fragestellungen reiner oder anwendungsorientierter Forschung in der Landschaftsökologie vertraut zu machen. Unser Ziel ist nicht, lediglich Kenntnisse in der aktuellen Berufspraxis zu vermitteln, dazu sind die Milieustudien da. Die Diplomarbeit soll die Absolventen befähigen, die wissensbasierte Weiterentwicklung der Berufsfelder mit zu gestalten.

Wem "gehört" die Diplomarbeit?

Zu diesem Thema gibt es gelegentlich Mißverständnisse, deshalb soll hier dazu Stellung genommen werden.

Die Diplomarbeit "gehört" der Universität, sie ist Teil der Prüfungsleistung im Studium Landschaftsökologie. Selbstverständlich wird das geistige Eigentum der Diplomandin oder des Diplomanden an der Arbeit respektiert, insofern "gehört" die Arbeit auch nicht dem Betreuer. Studenten oder Studentinnen sind nicht berechtigt, mit Dritten Verträge über Leistungen in der Diplomarbeit abzuschließen oder Ergebnisse der Arbeit nach Abschluß der Arbeit kommerziell zu verwerten. Gelegentlich kann es vorkommen, daß Dritte, z.B. Planungsbüros oder öffentliche Verwaltungen, meinen, sie könnten die Weitergabe von Daten an die Diplomanden oder Diplomandinnen oder etwaige Berechtigungen an Leistungen im Rahmen der Arbeit knüpfen, von denen sie glauben, sie hinterher selbst verwerten zu können. Solche Bedingungen sind nicht zulässig. Studenten dürfen für ihre Arbeiten nicht in vertragliche Pflichten eingebunden werden. Planungsbüros, Firmen oder Verwaltungen sollten Diplomarbeiten allein als Beitrag zur Ausbildung des beruflichen Nachwuchses unterstützen. Daran haben alle ein großes Interesse. Insofern sollten die Diplomarbeiten auch regelmäßig an Dritte weitergegeben werden, welche diese nicht kommerziell nutzen (beispielsweise die örtlichen Umweltämter). Aber auch Behörden dürfen Diplomarbeiten nicht als Ersatz für reguläre Planungsaufträge oder naturschutzfachliche Gutachten verwerten. Deshalb dürfen Diplomarbeiten nur mit Zustimmung oder nach Aufforderung durch den Betreuer weitergegeben werden. Diese Regelungen dienen vor allem dazu, die Studenten davor zu schützen, im Falle eines etwaigen Scheiterns der Arbeit Regreßansprüchen Dritter gegenüber zu stehen. Sie ermögliche es dem Studenten oder der Studentin, fern jeder ökonomischer Zwänge eine allein der wissenschaftlichen Qualität verpflichteten Arbeit fertig zu stellen.

Eine Diplomarbeit ist keine Veröffentlichung!

Wurden wesentliche Methoden und/oder Ergebnisse erarbeitet, kann später eine Publikation, möglichst unter Einbeziehung anderer themenbezogener Arbeiten, geschrieben werden. Die Veröffentlichung sollte im allgemeinen gemeinsam mit den Betreuern an geeigneter Stelle publiziert werden. Die Verpflichtung, gemeinsam mit den Betreuern zu publizieren, ergibt sich aus der Betreuungsleistung während der Arbeit.

Wer stellt das Thema?

In der Regel geben die Mitarbeiter der AG Landschaftsökologie Themen aus, für die sie dann auch als Betreuer fungieren.

Auch die Studenten und Studentinnen können Themenvorschläge einbringen, die mit den Betreuern abgestimmt werden müssen.
 
 

Wie laufen Diplomarbeiten ab und welche Anforderungen können an die Betreuer gestellt werden?

Zum Thema Literatursuche...

Nach einem in das Arbeitsthema einführenden Gespräch mit dem Betreuer beginnt die theoretische Einarbeitung anhand von Literaturstudien. Wir erwarten von den Diplomandinnen und Diplomanden, daß sie sich in die aktuelle Literatur zu ihrem Thema einlesen. Ein Großteil davon wird nur in Englisch zu finden sein. In den letztjährigen Diplomarbeiten führte die häufig zu geringe Auseinandersetzung mit der Literatur, vor allem der angelsächsischen Literatur, zur Herabstufung der möglichen Note!!!

Wir haben in der AG versucht, eine gemeinsame Literaturverwaltungsdatei aufzubauen, die unter LIDOS geführt wird. LIDOS kann von den Rechnern im GIS-Labor aufgerufen werden. In LIDOS ist unsere Literatur nach einem Schlagwortkatalog indexiert. Die entsprechenden Kopien, Sonderdrucke oder Bücher sind in LIDOS unter "Signatur" mit dem Kürzel des jeweils Besitzenden gekennzeichnet (z.B. MK für Michael Kleyer). Sie können ausgeliehen werden. Bitte geben Sie die Literatur baldmöglichst wieder zurück, damit sie auch von uns oder anderen genutzt werden kann. Neuerdings wird auch endnote als Literaturdatei genutzt und kann eingesehen werden. Lassen Sie sich von Ihrem Betreuer einweisen!

In der Universitätsbibliothek kann auf verschiedene Art Literatur gefunden werden: Die Bücher stehen nach Fachgebieten und Sachthemen geordnet, so daß ein Durchgehen "Buch für Buch" nicht selten zu interessanten Veröffentlichungen führt. Auch in der Zentralbibliothek im Uhlhornsweg finden Sie Bücher und Zeitschriften, vor allem in den Fachgebieten Geographie und Raumplanung.

Etwas gezielter kann mit Hilfe des Schlagwortkataloges im Online-Katalog der Bibliothek vorgegangen werden. Mit diesem kann über die angegebenen Buchsignaturen auch ein Zugriff auf die entsprechenden Sachthemenbereiche in den Bücherregalen erfolgen.

Bitte verlassen Sie sich nicht auf die Bibliothek. Literaturrecherchen sollten auch über die "Current Contents" oder andere "Abstracts" zu wesentlichen Stichwörtern des Themas durchgeführt werden. Bitte informieren Sie sich bei der Ausleihe der Bibliothek. Wahrscheinlich wird auch das web of science wieder zur Verfügung stehen. Schlagwort eingeben und los geht´s.

Ganz aktuelle Literatur kann nur durch regelmäßiges Durchblättern neu erschienener Ausgaben relevanter Zeitschriften gefunden werden. In der AG haben wir führende Zeitschriften selbst abonniert, sie sind i.d.R. bei Brigitte Hülsmann zu finden (siehe im Intranet der AG unter /Service/Zeitschriften).

Weiteres Vorgehen.....

Spätestens 6 Wochen nach dem einführenden Gespräch sollte uns ein schriftliches Exposé samt Zeitplan vorgelegt werden. Exposé und Plan sollen zeigen, welche Experimente/Kartierungen/Literaturstudien mit welchen Methoden zu welcher Zeit geplant sind, um welche Fragestellungen zu lösen. Die Fragestellungen sollen - soweit möglich - in Form wissenschaftlicher Hypothesen formuliert werden. Darin sollen die Ergebnisse der Literaturstudien Eingang finden. Zur Bearbeitung der Hypothesen sind die geeigneten Methoden zur Datenaufnahme und zur statistischen Analyse darzustellen. Eine adäquate Verwendung der Statistik ist unerläßlich, um nachzuweisen, daß die Beobachtungen nicht auf reinem Zufall basieren. Ein vorab durchdachtes, angemessenes statistisches Design der Untersuchungen erleichtert die nachfolgende statistische Auswertung.

Der Arbeitsplan stellt keinen verbindlichen Fahrplan für die Arbeit dar und kann dies auch gar nicht sein, weil sich im Lauf der Arbeit oft unvorhergesehene Schwierigkeiten einstellen oder Aspekte auftauchen können, die in eine neue Richtung gehen. Er soll vielmehr den Diplomanden und Diplomandinnen Klarheit über das Vorgehen verschaffen, die Planung von Geräte- und Platzbelegung in der AG ermöglichen und dem Betreuer Eindrücke über die Arbeitsweise des Diplomanden vermitteln.

Vor dem Hintergrund des Arbeitsplanes müssen Betreuer und Diplomanden die Ressourcen der AG einplanen und mit den Verantwortlichen für die Labore besprechen. Diplomanden sind Mitglieder der AG und haben wie alle anderen Anspruch auf alle Ressourcen. Helga Hots und Robert Biedermann sind für das GIS-Labor zuständig, Regine Kayser und Cord Peppler-Lisbach für das landschaftsökologische Labor. Aus den Rechten ergeben sich die üblichen Pflichten auf sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen.
 
 

Zu Beginn der Geländearbeit sollte ein gemeinsamer Ortstermin verabredet werden, in dem der räumliche und zeitliche Umfang der Geländearbeit festgelegt wird.

Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten sind ausführliche Protokolle zum Vorgehen, neben den ohnehin notwendigen Vegetationsaufnahmen, -beschreibungen und/oder Untersuchungssprotokollen, die während der Geländearbeiten geführt werden und unmittelbar nach Ende ausgewertet und in eine auch später noch les- und interpretierbare Form gebracht werden. Dies ist insbesondere auch bei Feldkartierungen notwendig. Sie sollten so geführt werden, daß sie dem Betreuer vorgezeigt werden können. Im Idealfall sollten die Kartierleistungen eines Geländetages noch am selben Tag in die EDV übertragen werden.

Die Formblätter für Vegetationsaufnahmen oder Tierbeobachtungen stellen dabei eine wichtige Gedankenstütze dar. Kartenunterlagen sind vor jeder Arbeit in den notwendigen Maßstäben zu beschaffen, um die Geländeergebnisse reproduzierbar festzuhalten. Geländeaspekte, floristische Besonderheiten, Versuchsanordungen, Geräte sollten wenn nötig fotografiert werden. Ähnliches gilt für Protokolle von Laboruntersuchungen.

Wir als Betreuer stehen Ihnen für etwaige Fragen und Probleme immer zur Verfügung. Wir sind an Zwischenbilanzen sehr interessiert. Bitte kommen Sie auf uns zu. Wir planen außerdem einen regelmäßiges Treffen aller in der AG forschenden Personen, um uns gemeinsam Problemlösungen zu überlegen (intern der "Grill" genannt). Hier sollen Sie Gelegenheit bekommen, Ihre weiteren Planungen in Form eines ca. 15 - minütigen Referates vorzustellen und zu diskutieren. Gegen Ende der Diplomarbeit stellen die Diplomanden ihre Arbeiten im "Diplomanden- und Doktorandenseminar" in einem Referat vor. Hierbei werden an Darstellungsweise, entsprechend dem Stand der Arbeit, höhere Anforderungen gestellt. Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist obligatorisch.
 
 
 
 

Wie soll die schriftliche Ausführung der Diplomarbeit gestaltet sein?

Die hier gemachten Ausführungen sind als Anregungen anzusehen, die unverbindlich sind. Den Diplomanden und Diplomandinnen sollen alle formalen Freiheiten gegeben sein, ihre Arbeit selbst zu gestalten. Bei Unsicherheiten sollte der Betreuer Hilfestellung geben. Die heutigen Textverarbeitungs- und Grafikprogramme geben viele Möglichkeiten, der Arbeit zu einem "eigenen Gesicht" zu verhelfen. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, ohne die Arbeit mit graphischen und textlichen Formaten zu überladen. Bitte sorgen Sie für einen gut lesbaren, unkomplizierten Satzbau. Sie dürfen in Ihrer Arbeit auch die "Ich"-Form verwenden.

Die schriftliche Darstellung experimenteller Diplomarbeiten umfaßt ca. 60 -120 1 1/2-zeilig beschriebene DIN A 4 Seiten, deren unbeschriebene Ränder links, rechts, oben und unten ca. 2,5 - 3 cm betragen. Kürzere oder längere Diplomarbeiten stimulieren automatisch die Kritikbereitschaft des Korrektors! Ausgenommen von dieser "Norm" sind Literaturarbeiten, die mehr als 120 Seiten lang sein können.

Formales....

Es sollten Überschriften mit mehr als 3 Zifferngruppen vermieden werden, weil dadurch i.A. die Einheitlichkeit der Arbeit verloren geht. Besser ist es, eingehend zu prüfen, ob kleinere Abschnitte nicht sinnvoll einem größeren Themenkomplex zugeordnet werden können.

Übliche Gliederungen:

  • Deckblatt mit Titel und Verfasser
  • Vorbemerkung (evtl. mit Danksagung)
  • Inhaltsverzeichnis (evtl. mit Tabellen- und Abbildungsverzeichnis)
  1. Einleitung (Theoretisches Kapitel)
  2. Material und Methode
  3. Ergebnisse
  4. Diskussion
  5. Ausblick
  6. Zusammenfassung
  7. Literaturverzeichnis
  • Anhang
  • Danksagung (wenn nicht schon unter "Vorbemerkung")
  • Eidesstattliche Erklärung

VORBEMERKUNG (Gliederungspunkte einheitlich gestalten)

Die Vorbemerkung kann mit der Danksagung begonnen werden, wenn man sie nicht an den Schluß der Arbeit stellen möchte. Weiterhin enthält die Vorbemerkung Hinweise auf besondere Randbedingungen, z.B. auf eine eventuelle Fremdfinanzierung, oder auf die Einbindung der Arbeit in ein Forschungsvorhaben, usw.

EINLEITUNG

Die Einleitung präzisiert die Fragestellung der Diplomarbeit und begründet die Behandlungswürdigkeit des Themas. Dazu sollte das bereits vorhandene Wissen zum Thema in Form einer Literaturübersicht zusammengefaßt werden, um daraus das spezifische "Neuland" der Fragestellung zu begründen. Aus der Einleitung muß der Leser den Eindruck gewinnen, daß die nachfolgenden Ausführungen zu Material und Methoden folgerichtig zur Lösung der Fragestellung beitragen.

Der Literaturüberblick sollte in das vorhandene Wissen zum Thema einführen. Dabei ist hoher Wert auf logische Aufeinanderfolge der Fakten zu legen. Viele Sachverhalte, insbesondere Lehrbuchwissen, dürfen bei den Gutachtern als bekannt vorausgesetzt werden. Dennoch sind die Literaturquellen jedes Wissenzitates zu kennzeichnen. Persönliche Schlußfolgerungen sollten im Satz als solche erkennbar sein ("Daraus schließe ich, dass .......").

Wenn für das Fachgebiet neue Themen bzw. Methoden erarbeitet wurden, zu denen Wissen aus vielen Einzelarbeiten/-büchern zusammengetragen wurde,  ist ein zusammenfassendes Sachstandskapitel erwünscht, das einen Überblick über die verwendete und nahestehende Literatur gibt.

MATERIAL UND METHODEN

Hierher gehören die Darstellungen zu den naturräumlichen Gegebenheiten, soweit sie nicht selbst erhoben werden.

Aufnahmemethoden, soweit sie nicht zum Standardrepertoire gehören, sind ausführlich darzustellen. Falls mit einer neuen Methode gearbeitet wurde, sollte diese sehr ausführlich auch mit Nebensächlichkeiten und kleinen Handhabungskniffen geschildert werden. Ggf. kann das Kapitel in den Anhang verlagert werden. Es sollte immer begründet werden, warum die Methoden für die Fragestellung ausgewählt wurden. Auch im Methodenteil sollte auf entsprechende Literatur verwiesen werden.

Das gleiche gilt für die statistische Auswertung, für Bewertungsverfahren oder andere Verfahren, die für die Ergebnisse wesentlich sind.

Bitte bemühen Sie sich um eine eingängige graphische Übersicht der eingesetzten Methoden und ihrer Ziele. Flußdiagramme und Ablaufpläne sind nicht nur übersichtlich, sondern verkürzen auch den Text. Bilder von neuen Geräten oder selbst zusammengebauten Versuchsapparaturen sind wünschenswert.

Falls die Arbeit ein methodisches Thema hat, handelt es sich um Ergebnisse zum Thema, die in den Ergebnisteil gehören.

ERGEBNISSE

Hier werden nur Ergebnisse der eigenen Arbeit dargestellt, üblicherweise ohne Referenz auf die Literatur. Sie sind in sachlich logischer Folge aneinander zu reihen und nicht unbedingt in der Reihenfolge der Bearbeitung. Die Darstellung erfolgt in Grafiken, Abbildungen - auch Photos - und Tabellen. Jede dieser Darstellungen ist mit einer informativen Legende zu versehen, aus dem der Titel der Abbildungen/Tabelle als auch die Bedeutung der einzelnen Signaturen hervorgehen. Eine Abbildung (incl. Legende) muß auch allein, ohne den Text der Arbeit, verständlich sein. Abbildungen und Tabellen sind erst in den Text einzufügen, nachdem auf sie verwiesen wurde.

Die alleinige Formulierung: "Die Ergebnisse sind in Tabelle/Abbildung ... dargestellt." genügt nicht! Der Leser darf mit Grafiken nicht allein gelassen werden, sondern muß anhand des Textes durch die Abbildung oder Tabelle geführt und dabei auf Besonderheiten und Wichtiges aufmerksam gemacht werden. Besonders wichtig ist es hierbei für den Diplomanden, das eigentliche Ergebnis zu erkennen und dann auch textlich gebührend herauszustreichen.

DISKUSSION

Üblicherweise haben die Diplomanden und Diplomandinnen Probleme, die Darstellung der eigenen Ergebnisse von ihrer Diskussion zu trennen. Man empfindet es als unnötig, "in der Diskussion dann alle Ergebnisse nochmals darzustellen, nur um sie dann diskutieren zu können". Dabei vergißt der Autor, daß die Diplomarbeiten schneller gelesen als geschrieben sind, der Leser also die Ergebnisse durchaus noch im Kopf hat, wenn er auf das nächste Kapitel stößt. Die Trennung von Ergebnissen und Diskussion zeigt, daß der Autor / die Autorin von seinen Resultaten, so wichtig sie ihm auch sein mögen, zurücktreten kann, sie selbst in ihrer Gesamtheit kritisch zu würdigen weiß und daraus Folgerungen für weitere Arbeiten und weitere Fragestellungen ableiten kann.

Die Diskussion beginnt mit der kritischen Auseinandersetzung mit der gewählten Methode und dem Material. Wie beeinflußt die gewählte Methode das Ergebnis, wie zuverlässig oder übertragbar sind die Resultate? Welche Bedeutung hat die meist eingeschränkte zeitliche Dauer der Untersuchungen im Vergleich zu den publizierten Arbeiten.

Danach werden die Resultate mit den Ergebnissen, die aus der Literatur bekannt sind, verglichen. Der Leser weiß ja mittlerweile, welche Chancen oder Beschränkungen sich aus der gewählten Methode ergeben. Jetzt soll der Autor / die Autorin für den Leser ausloten, wo Übereinstimmungen liegen, die Ergebnisse also zu einer allgemeinen Gültigkeit der beobachteten Zusammenhänge führen, und wie sich etwaige Unterschiede erklären lassen. Können bereits publizierte Ergebnisse widerlegt werden oder erweisen sie sich unter den speziellen Umweltbedingungen vor Ort als unzutreffend? Man sollte zu seinen Resultaten durchaus Vertrauen haben und den Mut haben, begründete Annahmen über die Bedeutung der eigenen Arbeit wirklich auszusprechen. Dies kann und sollte mit dem Betreuer abgesprochen werden.
 
 

AUSBLICK

Hier sollte der Autor / die Autorin zusammenfassend darstellen, welche Bedeutung die Arbeit für die Entwicklung der Wissensgebietes oder des Berufsfeldes hat und was in Zukunft "besser gemacht" werden kann. Das Kapitel zeigt, wie gut der Diplomand sein Arbeitsgebiet überschaut und verstanden hat.

Bei eher planungsorientierten Arbeiten kann eine Abweichung von dieser Gliederung notwendig sein. Planungen folgen zumeist dem Muster Bestandsaufnahme, Bewertung und Planung. Allerdings hat jeder dieser Verfahrensschritte eine bestimmte Methodik, Ergebnisse und auch Diskussionsbedarf. Deshalb ist es auch hier sinnvoll, zunächst im Teil Methodik für jeden der Verfahrensschritte die Methoden darzustellen, um dann die Resultate für jeden Verfahrensschritt zu beschreiben. Die Diskussion sollte dann gesamthaft durchgeführt werden. Bei größeren Arbeiten kann es lohnend sein, die Gliederung umzukehren und innerhalb jedes Verfahrensschrittes Methodik, Ergebnisse und Diskussion abzuhandeln. Dann darf aber am Ende eine gesamthafte Würdigung und Diskussion nicht fehlen.
 
 

ZUSAMMENFASSUNG

Die Zusammenfassung sollte nicht länger als 2 Seiten sein und in jeweils 1 - 2 Sätzen folgende Punkte aufführen: Ausgangsüberlegungen, Material, Methode, Ergebnisse und eventuell Nebenergebnisse sofern sie Ansatzpunkte für weitere Fragestellungen bzw. neue Erkenntnisse liefern, eine Bewertung der Ergebnisse und ihre Eingliederung in das vorhandene Kenntnisgebäude. Die in der Einleitung klar formulierte Fragestellung sollte hier nochmals aufgegriffen und mit knappen Worten – zusammenfassend – beantwortet werden.

ANHANG

Hier sollten umfangreiche Tabellen, Karten, spezielle Methoden oder Algorithmen von Modellen darstellt werden.
 
 

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Auf einem weiteren Blatt erfolgt die eidesstattliche Erklärung des Diplomanden / der Diplomandin. Die Formulierung lautet etwa:

<dir>Ich erkläre hiermit an Eides statt, daß ich die vorliegende Diplomarbeit selbst und nur unter Verwendung der angegebenen Hilfsmittel und Quellen angefertigt habe.

Die Arbeit ist in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt worden.

Ort, Datum Unterschrift

</dir>

Diese Erklärung muß nur in jene Exemplare der Arbeit eingeheftet werden, die beim Prüfungsamt abgegeben werden.
 
 

Wie soll die Literatur dargestellt werden?

(hier verändert nach den Autorenrichtlinien der Zeitschrift für Ökologie und Naturschutz)

Bei Verwendung einzelner Artnamen und pflanzensoziologischer Gesellschaftsbezeichnungen sollte bei der ersten Nennung im Text der deutsche Name zusätzlich in Klammern angegeben werden. Zur weiteren Bezeichnung der Taxa im Text sollte entweder nur der wissenschaftliche Name genannt werden.

Die Nomenklatur ist einheitlich nach einer Quelle auszurichten. Diese muß entsprechend deklariert werden.

Werden Informationen aus anderen Arbeiten übernommen, so ist die Quelle zu zitieren. Im Text sollte dies folgendermaßen erfolgen: ,(Huber 1990)" oder ,... wie Huber (1990) beschreibt ...". Werden vom gleichen Autor mehrere Arbeiten aus dem gleichen Jahr zitiert, so sind diese durch Kleinbuchstaben hinter der Jahreszahl zu kennzeichnen, z. B. (Huber 1990a, b). Zwei Autoren sind durch ,&" zu verbinden, bei mehr als zwei Autoren ist die Abkürzung ,et al." zu verwenden, z. B. (Huber & Müller 1991), (Huber et al. 1991). Bei Aufzählung mehrerer Autoren bitte chronologische Reihenfolge und Trennung durch Semikolon beachten, z. B. (Müller et al. 1987; Schulze 1989 a, b, 1991).

Im Literaturverzeichnis sind zu jeder im Text angegebenen Quelle aufzuführen: Name und abgekürzter Vorname des Verfassers, Erscheinungsjahr, vollständiger Titel der Arbeit: bei Büchern Seitenzahlen (Gesamtseitenzahl bzw. die Seitenzahlen der zitierten Beiträge), Erscheinungsort und Verlag, z. B.:

Brauns, A. (1991): Taschenbuch der Waldinsekten: Grundriß einer terrestrischen Bestandes- und Standort-Entomologie. - 4., neubearb. Aufl.; 860 S.; Stuttgart: Fischer.

Martensen, H. O. & Probst, W. (1990): Farn- und Samenpflanzen in Europa. - 525 S.; Stuttgart; New York: Fischer.

bei Zeitschriften den abgekürzten Zeitschriftentitel, die Nummer des Bandes und die Seitenzahl, z. B.:

Begon, M. (1983): Grasshopper populations and weather. The effects of insolation on Chorthippus brunneus. - Ecol. Entomol. 8: 361-370.

Westrich, P. & Schmidt, K. (1985): Rote Liste der Stechimmen Baden-Württembergs (Hymenoptera Aculeata außer Chrysididae). - Veröff. Naturschutz Landschaftspflege Bad.-Württ. 59/60 (1984): 93-120.

Die einzelnen Quellen sind alphabetisch und nach Jahreszahlen geordnet aufzulisten, bei Nennung mehrerer Zitate desselben Autors aus einem Jahr sind die Zitate in der Folge mit ,a, b, c, . . ." zu kennzeichnen.

Was kann von einer Vorabkorrektur der schriftlichen Arbeit erwartet werden?

Vorabkorrekturen dienen dem Zweck, den Autor / die Autorin auf Fehler und Ungereimtheiten hinzuweisen, die ganz natürlich sind. Sie sollten im Lauf der Texterstellung noch verbesserbar sein und nicht zu neuem Datenbedarf führen. Aber: die Diplomarbeit ist eine Prüfungsleistung. Deshalb sollte nicht erwartet werden, daß der Korrektor die Arbeit soweit umformuliert, bis er am Ende nur noch seine eigene Arbeit bewertet. Eine einmalige Korrektur einer frühen Rohfassung muß ausreichen. Die Benotung beurteilt die Fähigkeit des Studenten, selbständig wissenschaftlich zu arbeiten und das Erarbeitete verständlich darzustellen.

Womit können Andere helfen?

Vielfach machen Autoren von Diplomarbeiten den Fehler, eine pseudowissenschaftliche Sprache zu imitieren, in der es von Substantivierungen und Objektivierungen nur so wimmelt. Versuchen Sie so einfach wie nur möglich zu schreiben. Eigene Leistungen können durchaus mit "Ich habe das und das gemacht" anstatt mit "Es wurde das und das durchgeführt" gekennzeichnet werden. Geben Sie den Text einem oder einer Fachfremden, der / die nur den Stil beurteilen soll. Und vermeiden Sie Rechtschreibfehler. Auch hier kann eine Korrektur durch eine andere Person helfen. Dies ist nicht die Aufgabe der Vorabkorrektur durch den Betreuer.

Was ist am Ende abzugeben?

Zunächst natürlich die schriftliche Arbeit mit allen notwendigen Tabellen. Bitte machen Sie so viele Exemplare, daß neben Prüfungsamt und Gutachtern auch noch welche für die interessierte Öffentlichkeit übrigbleiben (Umweltamt etc., siehe oben).

Außerdem sollten Sie demjenigen, mit dem Sie das Thema vereinbart haben, eine CD überreichen, in der enthalten sind:

  • alle Rohdaten der Arbeiten in Tabellenform, vorzugsweise in EXCEL,
  • alle statistischen Auswertungen als Programmcode (bei SAS) und Output der Statistikprogramme sowie als Grafiken,
  • alle Karten in den entsprechenden GIS Dateiformaten (bei ungewöhnlichen GIS-Programmen zu ARCVIEW konvertiert),
  • alle anderen Abbildungen als Bitmap – (besser noch bearbeitbare WMF-) Dateien,
  • den gesamten Text als Datei, vorzugsweise in Microsoft Word,
  • und die ggf. die powerpoint Präsentation des Vortrages in der Diplomverteidigung.

Dies sollte in einer geeigneten Gliederung mit selbsterklärenden Ordnern geschehen. Wir bitten eindringlich darum, dies zu tun, denn Publikationen können u.U. erst Jahre später geschrieben werden. Sie werden dann selbstverständlich an der Publikation beteiligt. Die CD können Sie in der AG brennen.

Und was ist dann noch zu tun?

Nach Abgabe der Arbeit und der CD sind in Absprache mit den Betreuern und Helga Hots alle Daten von den Rechnern in der AG zu löschen. Karten und sonstiges Material der AG sind bitte zurückzugeben. Sie müssen zur Diplomverteidigung einen bei Brigitte Hülsmann (nur vormitags da) erhältliches, unterschriebenes Formular mitbringen, in dem Sie versichern, alle Schlüssel und sonstigen ausgeliehenen Dinge wieder abgegeben zu haben.

Wir wünschen uns, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. Teilen Sie uns mit, was aus Ihnen geworden ist, ob Sie einen Arbeitsplatz gefunden haben oder ob Sie später etwas ganz anderes machen. Kommen Sie uns doch einfach mal wieder besuchen! Und teilen Sie uns Ihre neue Adresse mit, denn vielleicht wollen wir Sie später mal anbetteln, wenn Sie ganz viel Geld verdienen. Oder wir wollen mit Ihnen eine Publikation schreiben, oder Ihnen eine Doktorandenstelle anbieten...

in weiteren Bänden verfügbar:

<dir> <dir>Kleyer, M., Biedermann, R., Peppler-Lisbach, C., Schröder, B. & V. Lehsten (2000): Herausforderung Diplom – eine ganzheitliche Betrachtung. - 586 S.; Weinheim: VCH.

Kleyer, M., Peppler-Lisbach, C., Biedermann, R., Schröder, B. & V. Lehsten (2000): Diplom in 300 Tagen: ein lustiger Abrißkalender für große und kleine Diplomanden. - 300 S.; Stuttgart: Eugen Ulmer.

Biedermann, R., Peppler-Lisbach, C., Schröder, B. & V. Lehsten (2000): Diplom ist keine Hexerei (mit einem Geleitwort von M. Kleyer). - 246 S.; Frankfurt: DTB.
 
 

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Landwzceco-Wenkbmasterduo (helga.ho+mts@ul7mduol.de) (Changed: 2020-01-23)