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Graphic Novel

Der Begriff Graphic Novel bezeichnet verschiedene Arten von Comics in Buchformat. Genauso wie in der allgemeinen Literatur existieren viele Genres unter diesem Begriff. Neben Horror, Action, Politthriller, Dokumentation oder Tragikomödie sind im Laufe der Zeit auch experimentelle Werke erschienen. Es scheinen also keine Grenzen gesetzt. Auf vielen Seiten werden meist komplexe Geschichten erzählt, die vom Anspruch her klassischen Novellen gleichen. Die Zeichenstile reichen von experimentellen Designs zu traditionellen Comicformaten. In manchen Fällen fließen auch Elemente der Photographie in die Gestaltung ein, daher ist eine Definition des Mediums noch nicht eindeutig möglich. Das geschriebene Wort durch den Autor und die Illustrationen durch den Zeichner ermöglichen zahlreiche Variationen sich auszudrücken. Graphic Novels erscheinen häufig als gebundene Bücher im Gegensatz zu Comics in Heftform. Inhaltlich behandeln diese Themen, die sich mehrfach an erwachsene Leser richten. Der Preis dieser Bücher ist aufgrund des Formates höher als der Preis eines Comicheftes, welches an einem Kiosk zu erwerben ist. Daher werden “Graphische Novellen“ in Buchhandlungen vertrieben, zumal der Anspruchsgehalt sämtlicher Werke dem von Romanen in nichts nachsteht.

Die Entstehungsgeschichte der Graphic Novel ist nicht eindeutig zu bestimmen. Als frühe Werke, die noch nicht unter dieser Bezeichnung erschienen sind, könnte man die Bücher von dem britischen Cartoonisten Raymond Briggs nennen. Mit The Snowman (1978) und When The Wind Blows (1982) gewann Briggs an Popularität und seine Werke wurden im Nachhinein als Graphic Novels bezeichnet. Frühe amerikanische Autoren und Zeichner, deren Werke unter anderem als Graphic Novel bezeichnet werden können, waren Will Eisner (The Spirit 1940), der den Begriff Graphic Novel geprägt und auf verschiedene seiner Werke angewendet hat, Alan Moore (Watchman 1987) und Neil Gaiman (The Sandman 1989- 1996). Art Spiegelmans Maus gilt bis heute als eine der besten Graphic Novels und wurde mit dem Pulitzer - Preis geehrt. Maus wurde im Schwarz-Weiß-Stil der Undergroundcomics gezeichnet und erzählt die Geschichte von Spiegelmans Vater, der den Holocaust überlebt hat. Als neuere Vertreter können Shaun Tan (The Red Tree, 2001), Daniel Clowes (Ghost World, 1993-1997) und Craig Thompson (Habibi, 2011) genannt werden. Der australische Autor und Illustrator Shaun Tan schuf mit seinen fantasievollen Ideen und seinem besonderen Stil auch Graphic Novels, die sich für Kinder eignen.

Die verschiedenen Möglichkeiten zur Gestaltung einer “Graphischen Novelle“ sind also beinahe grenzenlos. Man kann einen solchen “graphischen Roman“ eher als literarisches Werk bezeichnen, das sich künstlerischer Elemente bedient und sogar aufklären kann. Eine Graphic Novel kann verfilmt werden, selbst Adaption eines Romans sein oder autobiographische Geschichten erzählen. Selbst die Bildende Kunst ist ein Ausdrucksmittel, um eine solche Story inhaltlich voranzutreiben. Die Graphic Novel ist in den letzten dreißig Jahren immer bedeutender geworden, um neben Film, Photographie und Roman als künstlerisches Ausdrucksmittel zu dienen.


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