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Zentrale Studien- und Karriereberatung -
Koordinationsstelle Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr (FWJ)

Nadine Brandt

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Ammerländer Heerstraße 114-118
26129 Oldenburg

JJW 2-230

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Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin

Drei FWJler:innen der Uniklinik berichten...

Johanna Buhre, FWJ 2020/2021:

Warum hast du dich dazu entschieden ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr zu machen?

Nach meinem Abitur habe ich zuerst ein Jahr studiert, um mir das Unileben anzuschauen und naturwissenschaftliche Grundlagen anzueignen. Allerdings hat mich die Medizin auch schon immer sehr interessiert und ich wünsche mir das Fach nach meinem Jahr hier in Oldenburg auch studieren zu können. Da mein Studiengang sehr wissenschaftlich basiert war, ist das FWJ für mich perfekt, da ich mein bereits gelerntes Wissen in gewisser Weise anwenden kann und trotzdem Neues kennen lerne. Darunter zählen zum Beispiel der Klinikalltag, Routinen auf der Station und der Kontakt zum Patienten.

Wo bist du eingesetzt und was sind deine Aufgabenbereiche?
Ich bin in der Kinderklinik Oldenburg auf den Stationen Pneumologie & Allergologie und Neonatologie eingesetzt. Da ich in zwei verschiedenen Fachrichtungen mit eingeschlossen bin, habe ich thematisch große Vielfalt und lerne viel Neues.

Momentan würde ich sagen, dass ich für die Pneumologie & Allergologie primär praktische Tätigkeiten mache. Dort arbeite ich in laufenden klinischen Studien mit und kümmere mich um Abstriche, Laborläufe, Dateneingabe, Telefonate mit Patienten und die Erhebung der Fragebögen. Abstriche müssen im Folgenden beschriftet und eingefroren werden. Daten, die durch Fragebögen erhoben wurden, werden in das Studien Netzwerk eingetragen und verwaltet.

Im Bereich der Neonatologie unterstütze ich auf der Station beim Abheften von Kurven und dem Arrangieren bestimmter Untersuchungen. Abgesehen davon recherchiere ich bestimmte Krankheitsbilder und trage zugehörige Patientendaten zusammen. Bei dieser Arbeit lernt man sehr viel Neues und setzt sich mit wichtigen Programmen, wie SPSS, Medico, Excel auseinander, die sowohl für den wissenschaftlichen als auch klinischen Alltag von großer Bedeutung sind.

Wieso machst du deinen Freiwilligendienst ausgerechnet an der Universität Oldenburg?

Mit Hannover ist die Universität Oldenburg die Einzige, die das FWJ als ein solches anbietet. Mir war es wichtig das gelernte aus meinem Studium auch anwenden zu können und kein FSJ in der Krankenhaus Pflege zu machen. Da ich die Stadt Oldenburg durch Verwandten kenne, hatte ich zudem schon einen Bezug zu der Stadt und eine Unterkunft für die ersten Monate ;)

Welchen Herausforderungen musstest du dich bis jetzt stellen?
Bis auf ein Krankenpflegepraktikum war ich bisher noch nie in einem Krankenhausumfeld tätig. Es kann zu Beginn etwas überfordernd sein, da Krankenhäuser häufig groß und weitläufig sind und man auf viele Leute trifft, aber das legt sich nach einiger Zeit und ist vollkommen normal.

Durch die derzeitige Corona-Situation sind Kontakte bzw. manche Aktivitäten etwas eingeschränkt. Allerdings muss ich sagen, dass sich das in meinem Fall primär im Kontakt zu den anderen Freiwilligen bemerkbar macht und weniger in meinem Arbeitsumfeld, da die Krankenhäuser einen schlecht ins Home Office schicken können :)

Abgesehen davon ist ein Krankenhausalltag nicht immer planbar, da man nicht vorhersehen kann was noch passiert. Das habe ich zwar nicht unbedingt in meinen eigenen Arbeitsbereichen festgestellt, aber z.B. bei der Zusammenarbeit mit Ärzten bei verschiedenen Projekten. Der Lerneffekt: Spontanität & Flexibilität :)

Was hat dich positiv überrascht?

Die Leute mit denen ich täglich zusammen arbeite. Alle sind unglaublich freundlich und bemüht. Wenn man eine Frage hat wird diese auch beantwortet. Ich habe außerdem die Möglichkeit auch in andere Bereiche rein zu schnuppern und zum Beispiel mit in den OP zu gehen, bei Sprechstunden oder anderen Untersuchungen zuzuschauen.

Was mich zudem sehr überrascht hat und mich mittlerweile auch freut ist, dass man die Freiheit hat seinen Arbeitsalltag selbst zu gestalten/planen. Zu Beginn kann das vielleicht etwas einschüchternd wirken, aber mit mehreren Aufgaben, die dir aufgetragen werden, kann das schon enorm helfen.

Abschließend finde ich es sehr toll, dass das FWJ hier insgesamt sehr geschätzt wird und die Aufgabenbereiche, die man übernimmt auch als die Eigenen betrachtet werden können.

Was glaubst du, bringt dir dieses Jahr? / Was hast du bisher in deinem Freiwilligendienst gelernt?
Selbstständigkeit, Selbstvertrauen & Verantwortungsbewusstsein!

Ich habe bisher einen sehr guten Überblick über den Klinikalltag bekommen. Durch die unterschiedlichen Bereiche in denen ich dauerhaft bzw. sporadisch war, habe ich gemerkt, wie vielschichtig ein Krankenhaus ist und wie viele Menschen zusammenwirken, die man als Laie nicht unbedingt wahrnimmt. Abgesehen davon lerne ich viele Patienten und ihre Krankheitsbilder kennen. Ich kann Fragen stellen und Dinge, die mich besonders interessieren, recherchieren. Somit bekomme ich ein immer besseres Bild von dem Beruf den ich später gerne ausüben möchte und weiß, dass es das Richtige für mich ist und ich mit keinen verkehrten Vorstellungen ins Studium starte.

Durch das Arbeiten am Computer habe ich unterschiedliche Programme kennengelernt, die sowohl im Krankenhaus als auch für das wissenschaftliche Arbeiten im Studium wichtig sind. Zudem sind durch die Corona-Situation viele der Seminartage in ein online-Format umgewandelt worden. Innerhalb unserer Freiwilligen Gruppe haben wir uns gut arrangiert und viel sowohl über als auch in Online gelernt.

Das FWJ hat mir die Möglichkeit zu geben auch andere Interessen zu verfolgen, neben dem regulären Arbeitsalltag. Ich lerne Flexibilität und Spontanität zu schätzen sowohl privat als auch bei der Arbeit und offener gegenüber allem zu sein. Abschließend glaube ich, dass mir das FWJ sehr viel auf der Zwischenmenschlichen Ebene beibringt und ich vieles aus dem Jahr mitnehmen werde.

Was würdest du zukünftigen Freiwilligen mit auf den Weg geben?

Seid offen für alles und jeden. Ich bin jetzt knapp 5 Monate in meinem freiwilligen Jahr und bereue rein gar nichts. Die Zeit hier hat mir schon jetzt unglaublich viel gebracht (trotz Corona). Nutzt die Zeit, die ihr habt und nehmt alle Angebote war. Fragt viel, auch wenn es manchmal unangenehm ist, denn nur so lernt man. Seid euch nicht zu schade auch Dinge, die ihr gerne wissen oder sehen wollt zu fordern. Und vergesst nicht, ihr seid freiwillig hier!

Geeske Stelljes, FWJ 2018/2019:

Was sind deine Aufgabenbereiche?
Ich bin in den Bereichen Pneumologie und Allergologie der Kinderklinik eingesetzt. Meine Aufgaben sind eine Mischung aus Arbeiten am Schreibtisch und praktischen Tätigkeiten. Am Schreibtisch kümmere ich mich vor allem um Organisatorisches rund um klinische Studien, an denen die Kinderklinik teilnimmt. Dazu gehören die Eingabe von Daten in Datensysteme, das Abheften oder auch der Versand von Einwilligungen und anderen Studiendokumenten sowie das Führen von Telefonaten mit Patienten. Zu meinen praktischen Aufgaben gehören das Beschriften, Einfrieren und Versenden von Studienproben, das Bringen und Abholen von Geräten in die/von der Reinigung und das Testen von Urin der Studienmitglieder. Darüber hinaus schaue ich bei Gelegenheit bei Sprechstunden, Visiten, weiteren Besprechungen oder Endoskopien zu und helfe bei Atemtests in der Ambulanz. Für die weitere Zeit des FWJ ist geplant, dass ich auch Zeit auf Station verbringen und dort zuschauen darf.

Warum hast du dich dazu entschieden, ein FWJ zu machen?
Ich wollte nach dem Abitur nicht direkt studieren, sondern zunächst ein Jahr lang etwas anderes machen. Dass es ein Freiwilligendienst sein sollte, war mir aufgrund von positiven Erfahrungen in meinem Bekanntenkreis früh klar. Da ich mich sehr für Medizin interessiere und mir auch vorstellen kann, beruflich etwas in diesem Bereich zu machen, fand ich die Ausschreibungen zu einem FWJ in Oldenburg und Hannover sehr spannend und habe mich an beiden Standorten beworben.

Was glaubst du, bringt dir dieses Jahr?
Zunächst einmal viele neue Erfahrungen, neues Wissen und Spaß. Darüber hinaus mehr Klarheit darüber, was ich beruflich machen möchte. Und ich denke, dass man sich durch ein freiwilliges Jahr persönlich weiterentwickelt. Man muss sowohl eigenständig, als auch in einer Gruppe arbeiten. Außerdem muss man selbst auf seine Mitmenschen zugehen, wenn man etwas möchte und dies auch äußern. Man lernt, im Arbeitsleben selbstständiger, selbstbewusster und offener aufzutreten.

Was hast du bisher in deinem Freiwilligendienst gelernt?
Zunächst einmal habe ich den Alltag in einem Krankenhaus kennengelernt. Visiten, Endoskopien oder Teambesprechungen sind etwas komplett Neues für mich und daher sehr spannend.  Auch finde ich interessant, Sprechstunden oder ähnliches nicht aus der Sicht eines Patienten,  sondern aus der Sicht der Ärzte und Schwestern mitzuerleben. Darüber hinaus habe ich viel über klinische Studien und deren Organisation sowie über verschiedene Kinderkrankheiten und deren Hintergründe gelernt.

Wieso machst du deinen Freiwilligendienst ausgerechnet an der Uni Oldenburg?
Bei meiner Suche nach einem Freiwilligendienst bin ich auf das FWJ in Oldenburg und Hannover gestoßen und habe mich bei beiden beworben. Für die Uni Oldenburg sprach auch, dass ich aus der Nähe von Oldenburg komme und so noch ein Jahr zuhause bleiben konnte.

Was würdest du zukünftigen Freiwilligen mit auf den Weg geben?
Nutzt die Chancen, die euch geboten werden und habt keine Angst davor, Fragen zu stellen oder eure Probleme anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Es ist völlig normal, dass ihr am Anfang noch nicht wisst, was genau ihr zu tun habt. Es erwartet niemand von euch, dass ihr schon über alles Bescheid wisst und top-informiert am ersten Tag erscheint. Und solltet ihr mal Leerlauf haben, könnt ihr die Zeit super nutzen, um zu bestimmten Themen oder Fachbegriffen zu recherchieren, die ihr zum Beispiel in einer Sprechstunde hört.

Johanna Cordes, FWJ 2017/2018:

Was sind deine Aufgabenbereiche?
Meine Tätigkeiten bestehen zu großen Teilen aus der Mitarbeit an verschiedenen Studien zu Kinderkrankheiten. Zuständig bin ich dabei für die Dateneingabe in die Datenbanken, für das Beschriften, Einfrieren und Verschicken von Proben und generell für Organisatorisches, wie das Nachbestellen von Material und das Führen des Studienordners. Zudem telefoniere ich mit Proband_innen und behalte den Überblick über noch zu erledigende Dinge. Zusätzlich mache ich Literaturrecherchen und arbeite an der Website.

Warum hast du dich dazu entschieden ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr zu machen?
Sofort nach der Schule mit einem Studium anzufangen kam für mich nicht in Frage. Ich wollte zunächst erst einmal Eindrücke vom Arbeitsleben sammeln und herausfinden, ob das Medizinstudium für mich tatsächlich das Richtige ist. Das FWJ war dafür perfekt, da ich sowohl einen Einblick in die Forschung, aber auch in das Universitätsleben bekommen konnte. Ein Jahr um sich selbst zu finden, bevor der Stress der Uni beginnt.

Was glaubst du, bringt dir dieses Jahr?
Ganz viele neue Eindrücke! Ein Freiwilliges Jahr in der Wissenschaft bietet einem einen Blick hinter verschiedenste Kulissen und man lernt so viele neue Dinge und Leute kennen. Zudem bin ich selbstständiger und selbstbewusster geworden - zum ersten Mal arbeitet man nicht nur für sich selbst, sondern für eine Arbeitsgemeinschaft, das ist komplett anders als in der Schule. Außerdem weiß man nach dem Jahr auch schon ein bisschen was über die Universität und wie das Leben als Studentin ablaufen wird, das bereitet natürlich auch besonders auf die Zukunft vor.

Was hast du bisher in deinem Freiwilligendienst gelernt?
Zunächst einmal die verschiedenen Arbeitsabläufe in einem Forschungsprojekt. Und ganz nebenbei lernt man so einiges über verschiedene Krankheiten und Behandlungsmethoden.

Dazu kommt noch das, was ich alles über Studien lernen konnte. Nicht nur weiß ich jetzt, wie eine Studie abläuft und welche Instanzen daran beteiligt sind, sondern auch, was nach der Unterschrift auf dem Einwilligungsformular passiert und was dabei alles beachtet werden muss.

Und zu guter Letzt das Menschliche. Man lernt die verschiedensten Leute kennen, vom Projektmitarbeiter bis zu Probanden, von Dozenten bis zu Studierenden aller Fachrichtungen, von der Monitorin, die quer durch Deutschland reist um Studien zu überwachen, bis zum Mitarbeiter der Uni der mal zur Datenauswertung in die Forschungsgruppe kommt. Auf Seminaren trifft man Freiwillige aus allen Aufgabenbereichen und kann sich mit ihnen austauschen. Da erfährt man viel über den Menschen und gerade für die Schüchternen unter uns ist dies die perfekte Gelegenheit um mal ein bisschen aus sich herauszukommen. Besonders der Umgang mit Kindern ist für jemanden, der keine Geschwister hat, die deutlich jünger sind, oder der sein Schulpraktikum nicht im Kindergarten absolviert hat, etwas Spannendes, Neues und auch Lehrreiches.

Wieso machst du deinen Freiwilligendienst ausgerechnet an der Universität Oldenburg?
Beide Universitäten, die ein FWJ anbieten, kamen für mich in Frage und ich habe mich an beiden beworben. Letzten Endes hat mich das Projekt an dem ich jetzt arbeite sehr interessiert und da ich Familie in Oldenburg habe und die Stadt schön finde, bin ich hier gelandet. Bereuen tue ich es nicht, hier in Oldenburg findet das FWJ in einem kleineren Rahmen statt als an der MHH, was das Ganze persönlicher und familiärer werden lässt.

Was würdest du zukünftigen Freiwilligen mit auf den Weg geben?
Nehmt alles mit was ihr kriegen könnt, saugt alle Informationen auf und geht in jede Situation mit einem Willen für Neues. Es lohnt sich auch, immer wieder Andere zu fragen, ob ihr da nicht mal dabei sein könnt oder ob sie euch dies nicht mal erklären können. Nutzt das Angebot, dass euch die Uni bietet, tauscht euch mit den anderen FWJlern aus und schließt Freundschaften.
Und vor allem: Lasst euch nicht unterkriegen, wenn mal etwas nicht klappt oder ihr etwas nicht sofort versteht! Tief durchatmen, nachfragen, jemanden um Hilfe bitten oder vielleicht erst einmal googlen, eventuell löst sich das Problem ja von alleine.

Internetkoordinator (Stand: 09.06.2021)