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Poetik-Vorlesungen zur Kinder- und Jugendliteratur 2010

Alexa Hennig von Lange

Akzeptanz – Autonomie – Selbstverantwortung

Pop-Literatin, Kinder- und Jugendbuchautorin, Drehbuchautorin, Moderatorin, Kolumnistin – Alexa Hennig von Lange gelingt es, in ihrem vielschichtigen Werk unterschiedliche Medien, Ebenen und Adressierungen des Erzählens zu verbinden. Als Gast-Dozentin wird sie entlang der Markierungen Akzeptanz, Autonomie, Selbstverantwortung in insgesamt drei Vorlesungen über ihre Texte, ihren Schaffensprozess und ihren Bezug zur Poetik der Kinder- und Jugendliteratur referieren. Jede Vorlesung wird durch Lesungen aus ihren Büchern ergänzt. Pop-Literatin, Kinder- und Jugendbuchautorin, Drehbuchautorin, Moderatorin, Kolumnistin –  Alexa Hennig von Lange gelingt es, in ihrem vielschichtigen Werk unterschiedliche Medien, Ebenen und Adressierungen des Erzählens zu verbinden. Als Gast-Dozentin wird sie entlang der Markierungen Akzeptanz, Autonomie, Selbstverantwortung in insgesamt drei Vorlesungen über ihre Texte, ihren Schaffensprozess und ihren Bezug zur Poetik der Kinder- und Jugendliteratur referieren. Jede Vorlesung wird durch Lesungen aus ihren Büchern ergänzt.

Die Poetik-Professur wird vom Institut für Germanistik in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur der Carl von Ossietzky Universität bereits seit 2004 veranstaltet und hat sich als Ort des Austauschs zwischen Theorie und Praxis, Wissenschaft und Öffentlichkeit etabliert. Bekannte Autoren und Autorinnen wie Paul Maar, Mirjam Pressler, Kirsten Boie oder Lutz van Dijk haben dieses Forum genutzt, um in dieser Vortragsreihe spannende Einblicke in ihren Werdegang und ihr Schaffen zu geben.

Wir danken der EWE-Stiftung für die Förderung.

Die Vorlesungen finden am 10.06., 24.06. und 08.07. 2010 von 18.00-20.00 Uhr im BIS-Saal der Universitätsbibliothek, Uhlhornsweg statt. Der Eintritt ist frei.


1. Vorlesung in Oldenburg

Alexa Hennig von Lange am 24. Juni 2010

Thema: Weiß ein Jugendbuchautor, wie ein Kind denkt?


Alexa Hennig von Lange geht zum Auftakt der Vorlesungsreihe der Frage nach, ob und woher ein Autor weiß, wie ein Kind denkt und empfindet. Sie nimmt hierfür sowohl Bezug auf ihre eigenen Geschichte, arbeitet aber auch mit Assoziationsübungen. Alexa Hennig von Lange beschreibt das intuitive Schreiben, erklärt diese Schreibtechnik und zeigt, wie ein Autor Thema, Erzählperspektive und Handlung findet.
Der Begriff der Autonomie scheint in diesem Zusammenhang  für Alexa Hennig von Lange besonders wegweisend: „Autonomie – ein weiterer wichtiger Begriff, der mich mein Leben lang begleitet hat. Und zwar hatte ich schon in der Kindheit Schwierigkeiten damit, dass ich überall Beschränkungen erlebte, ich fand es merkwürdig, wie alles reglementiert war – willkürlich, wie mir schien. […] Mir kam es vor, als sollten wir alle in vorgegebenen Rastern denken und argumentieren, wodurch wieder nur die Oberfläche erfasst wurde, aber nie „eine Etage tiefer“ gegangen wurde, hinter die Fassade, dorthin, wo das Wesentliche, das Endlose, das Multidimensionale, das Leben lag. Durch diesen Umstand wurde meine Traurigkeit noch größer. Ich hatte das Gefühl, nicht verstanden zu werden, hatte den Eindruck, dass das, was ich äußere, für alle anderen wahnsinnig klingt. […] Vom großen Wunsch, Zugang zur Welt zu finden, erzählen all meine Bücher, sie erzählen vom Gefühl, des Abgeschnittenseins, vom unermüdlichen Suchen nach dem Tor in die Unbegrenztheit, in die Selbstverantwortung, in die totale Verbundenheit, in der es keinen Widerstand gibt, sondern Verständnis.“

Die Vorlesung wird von einer Lesung der Autorin aus folgenden ihrer Bücher ergänzt: „Lelle“, „Ich habe einfach Glück“ und „Woher ich komme.“


2. Vorlesung in Oldenburg

Alexa Hennig von Lange am 08. Juli 2010

Thema: Warum schreibt man Kinder- und Jugendliteratur


Im Zentrum der zweiten Vorlesung steht die Frage, warum Alexa Hennig von Lange sich dafür entscheidet, ein Kinder- oder Jugendbuch zu schreiben. Und wie ist es möglich, parallel dazu auch Romane für Erwachsene zu verfassen?
Die Autorin klärt diese und weitere Fragen mit Blick auf ihre Biographie, spricht über die Bedeutung der eigenen Kindheit und Jugend und zeigt, wie es möglich ist, in die eigene Vergangenheit zurück zu gehen und daraus zu schöpfen, um dem Leser ein literarisches Zuhause zu geben, in dem er sein eigenes Leben durchspielen kann.

Die Autorin positioniert sich zu dieser Fragestellung im Vorfeld: „Bis heute empfinde ich jedes meiner Bücher als eine Art Spiegelzelle, in der ich mein Leben reflektiert sehe, wie eine umgestülpte Diskokugel, in die ich – und der Leser – eintreten können – um zu lesen, was dahinter ist, um das eigene Leben, das eigene Erleben, das eigene Handeln zu reflektieren und zu verstehen, zu überlegen: kenne ich diese Muster? Will ich diese Muster? Darum sind meine Bücher auch immer wieder sehr stark autobiografisch eingefärbt, wobei ich natürlich den Fokus beim Schreiben immer auf ein bestimmtes Thema richte – und um es zu verdeutlichen – auch überhöhe, bzw. das Nebengeschehen oder das, was zeitgleich in meinem Leben noch passiert ist, ausspare, weil es für das, was ich erzählen möchte, keine Relevanz hat. Dadurch werden die Bücher am Ende eben doch zur Fiktion.“

Die Autorin wird aus folgenden ihrer Bücher lesen: „Mira reicht´s“, „Leute, ich fühle mich leicht“ und „Ich bin´s“

3. Vorlesung in Oldenburg

Alexa Hennig von Lange am 2. Dezember 2010

Thema: Ist man als Jugendbuchautor weniger allein?


Alexa Hennig von Lange beschreibt in dieser dritten Vorlesung die Bedeutung des Schreibens für den Autor und den Leser. Sie diskutiert insbesondere das Potential eines Textes als Kommunikationsangebot und verbindendes Element zwischen Autor und Welt.

Ein zentraler Begriff in ihrer Reflexion wird sich mit dem Begriff der Akzeptanz auseinandersetzen: „Akzeptanz – das war auch so ein Aspekt, der mich meine Kindheit hindurch begleitete. […] Ich hatte den Eindruck, niemand sieht dahinter, hinter die Hülle, niemand sieht das, was in uns allen enthalten ist und doch immer das Gleiche ist. Ich fand es entsetzlich, wie die Menschen miteinander umgingen, sich abstießen, sich gegeneinander aufhetzten, ich dachte: das ist ein Problem, das besteht, weil die Kinder und die Erwachsenen nicht dahinter sehen können. Ich dachte, wenn ich schreibe, dann schreibe ich das auf, was dahinter ist, damit die Menschen es lesen können, auf diese Weise sehen können, so schaffe ich mir wieder Verbundenheit zu den Menschen und die Menschen können verstehen und hören auf, abzugrenzen.“


Dazu wird die Autorin aus folgenden Büchern vorlesen: „Erste Liebe“, „Leute, das Leben ist wild“

Germanistik-/uubiWebmamjplfsten+qrefw (eskdudbwe.broeren@uol.dk3ke) (Stand: 21.08.2020)