Dissertationen

Diese Seite informiert über aktuelle Dissertations- und Habilitationsprojekte der Literaturwissenschaft.

Laufende Promotionsprojekte

Ina Cappelmann

Fotografie und Literatur. Zur Bedeutung fototechnischer Arbeiten und Arbeitsweisen in der deutschsprachigen Literatur des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts (Arbeitstitel)

Untersucht werden literarische Werke, in denen Fotografien als handlungskonstituierendes Moment abgedruckt sind, unter der Fragestellung, ob diese sogenannten "Foto-Texte" als eigenständiges literarisches / intermediales Genre betrachtet werden können.

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Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Kyora

Daria Engelmann

Die Rezeption der historischen Avantgarde in Westdeutschland zwischen 1945 und 1960 (Arbeitstitel)

Ausgehend von der These, dass eine Rezeption der historischen Avantgarde nicht erst, wie die Forschung meist angibt, in den späten 1950er und in den 1960er-Jahren und stattgefunden hat, sondern bereits ab 1945 wiederaufgenommen oder weitergeführt wurde, möchte die Dissertation die Rezeption der historischen Avantgarde zwischen 1945 und 1960 in den Westzonen bzw. der Bundesrepublik Deutschland anhand ausgewählter literaturkritischer und essayistischer Schriften in den Blick nehmen. Die geplante Dissertation will eine Forschungslücke schließen, indem sie es sich zur Aufgabe macht, gerade die frühen (nicht-literarischen) Schriften unterschiedlicher Nachkriegsautoren (u. a. von Alfred Döblin, Gottfried Benn und Peter Rühmkorf) sowie essayistische und literaturkritische Beiträge aus ausgewählten Zeitschriften (u. a. aus Zwischen den KriegenStudentenkurier und Texte und Zeichen) hinsichtlich ihrer Bezugnahme auf die historische Avantgarde und deren Funktion zu untersuchen. Ziel der Arbeit ist es, die Rezeption der historischen Avantgarde herauszuarbeiten und mit den Debatten zur Lage der Literatur im literarischen Feld Westdeutschlands zwischen 1945 und 1960 in Bezug zu setzen.

Kontakt:

Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Kyora

Ella Margaretha Karnatz

Autorschaft, Genre und digitale Medien zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Autorinnen und Autoren stehen im Literaturbetrieb der Gegenwart unter Druck, sich und ihr Werk in die Öffentlichkeit zu bringen. Bei diesem Prozess werden sie von Verlagen und Marketingagenturen unterstützt, die – teilweise einem vorgezeichneten Literaturtrend entsprechend – ein Image für Autoren vorschlagen und veröffentlichen. Die Zuordnung von Werken zu bestimmten Warengruppen im Buchhandel bzw. zu Genres und die Berücksichtigung der möglichen Zielgruppe spielt dabei eine Rolle. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass vor allem im deutschsprachigen Raum digitale Medien auf sehr unterschiedliche Art und Weise für die Imagebildung genutzt werden. So wird bspw. eine Homepage lediglich als ‚Schwarzes Brett‘ verwendet, manchmal wird sie jedoch mithilfe von Animationen so gestaltet, dass sie einen Erlebnisraum bietet. Diese unterschiedliche Nutzung der digitalen Medien scheint mit der Zuordnung zu Genres im Zusammenhang zu stehen: So macht es zunächst den Anschein, als würde sich eine stärkere und aufwändiger gestaltete Internetpräsenz vor allem bei Phantastik- bzw. Kinder- und Jugendbuchautoren finden lassen. An diese ersten Beobachtungen knüpft die Arbeit an und geht der Frage nach, in welchem Verhältnis die Imagebildung der Autorinnen und Autoren, die Zuordnung zu Genres bzw. Segmenten des Buchhandels (Warengruppen) sowie die Nutzung digitaler Medien stehen. Ziel ist, das Wechselverhältnis zwischen den genannten Koordinaten sichtbar zu machen und damit gegenwärtige Mechanismen im deutschsprachigen Literaturbetrieb aufzuzeigen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Praktiken der Inszenierung von Autorinnen und Autoren verschiedener Sparten des Buchmarkts (Erzählende Literatur, Phantastik, Kriminalliteratur, Kinder- und Jugendliteratur) in unterschiedlichen Medien betrachtet und miteinander verglichen.

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Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Kyora

Gabriella Paterson

Der Theatercoup zur Zeit der Weimarer Klassik

Mit der Dissertation wird das Ziel verfolgt, die Bedeutung des theaterdramaturgischen Begriffes „Theatercoup“ in der Zeit der Weimarer Klassik darzustellen und zu begründen. Es sollen dabei ausgewählte Texte, insbesondere Theaterrezensionen und theaterpoetologische Abhandlungen, die in dieser Zeit vorwiegend im Tagesjournalismus veröffentlicht wurden, analysiert werden. Die vor allem begriffsgeschichtlich ausgerichtete Untersuchung wird durch Strukturanalysen ausgewählter Theaterstücke, die Theatercoups aufweisen, ergänzt. Dabei wird die Beschaffenheit dieses theaterdramaturgischen Phänomens untersucht, um die Begriffsdefinition „Theatercoup“ zu konkretisieren. Bislang wurde die changierende Konnotation des „Theatercoups“, sprich sein auffallend affirmativer Gebrauch neben einer stark pejorativen Verwendung, die den Begriff zu einem Schimpfwort entwertet, in der Forschungsliteratur zur Weimarer Klassik nur unzulänglich thematisiert. Eine Darstellung dieser Bedeutungsdiskrepanz wird nicht nur eine genauere Definition des Begriffes zulassen. Diese neue Perspektive, die einen besonderen Effekt der szenischen Darstellung fokussiert, kann darüber hinaus die beabsichtigte Wirkung auf das Theaterpublikum und damit auch Funktion des Schauspiels in der Weimarer Gesellschaft um 1800 neu reflektieren.

Kontakt:

Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Doering

(Stand: 09.06.2021)