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Dissertationen

Laufende Dissertationen

Marina Frank, M.A.

Phonemzusammenfall im gesprochenen Standarddeutschen? Experimentalphonetische Untersuchungen zu /eː/ und /εː/ im Deutschen (Arbeitstitel)

Der Zusammenfall der Phoneme /εː/ (wie in BärenSäle) und /eː/ (wie in BeerenSeele) im Standarddeutschen und besonders im norddeutschen Sprachraum stellt eine der strittigsten Fragen in der Phonologie des Deutschen dar und wird in der Forschungsliteratur häufiger thematisiert. Es stellt sich allerdings die Frage, ob es sich bei dem postulierten Zusammenfall von /eː/ und /ɛː/ tatsächlich um einen vollständigen Zusammenfall (merger) oder um einen perzeptuellen Zusammenfall bei beibehaltener Distinktion in der Lautproduktion (near-merger) handelt. Die geplante Dissertation verfolgt das Ziel, empirisch basiert die Produktion und die auditive und neuronale Perzeption der beiden Phoneme zu untersuchen, um zur Klärung dieser Frage beizutragen. Zu diesem Zweck werden drei Studien durchgeführt: Studie I ist eine akustische Analyse eines bestehenden Korpus, das den gesamten deutschen Sprachraum umfasst und somit für variationslinguistische Fragestellungen geeignet ist. In Studie II werden die Produktion und die Perzeption der beiden Laute in einem Experiment miteinander in Verbindung gebracht. In Studie III wird schließlich eine neurophonetische Studie durchgeführt. Damit ist im Rahmen der Dissertation eine umfassende Untersuchung auf breiter Datenbasis unter Einbezug verschiedener Methoden und unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren geplant.

Betreuer: Prof. Dr. Jörg Peters

Heike Schoormann, M.A.

Akustische Eigenschaften der Vokale des Saterfriesischen und seiner Kontaktsprache (Arbeitstitel)

Die Dissertation wird im Rahmen des DFG-Projekts (PE 793/2-1) Lautliche und prosodische Variation im Sater­land: Saterfriesisch, Niederdeutsch und Hochdeutsch angefertigt. Ziel der Arbeit ist eine akus­tisch-phonetische Untersuchung der Vokalsysteme der drei im Saterland gesprochenen west­ger­manischen Sprachen mit Schwerpunkt auf dem Saterfriesischen und sei­ner Variation. Hierzu werden die Vokale in den drei Orten Strücklingen, Scharrel und Ramsloh in kontrolliert phone­tisch­er Lautumgebung in Produktionsexperimenten erhoben. Neben der Ermittlung der derzeit in der Literatur angenommenen phonologischen Vokalinven­tare der drei Sprachen soll Auf­schluss bezüglich inter- und intrasprachlicher Variationsphäno­mene im sater­friesischen Vo­ka­lismus gegeben werden. Die Vokalsysteme der drei Sprachen unterscheiden sich im Umfang des phonologischen Inventars. Besonderes Augenmerk wird daher auf die Distribution der einzelnen Phoneme im Vokalraum innerhalb der drei Sprachen gelegt und un­ter­sucht, welchen Effekt das Vorhandensein zusätzlicher Monophthongoppositio­nen auf die akustisch-phonetische Ausprägung der Einzellaute sowie des Gesamtsystems hat. Es soll somit dem Zusammenhang von Inventargröße und genutztem Vokalraum sowie der phonetischen Para­meter zur Aufrechterhaltung distinktiver Vokalkategorien in komplexen Sys­temen nachge­gangen werden.

Betreuer: Prof. Dr. Jörg Peters

 

Abgeschlossene Dissertationen

Dr. Kristian Berg

Systematische Erfassung der Syntax des gesprochenen Niederdeutsch

Eine systematische Erfassung der Syntax des gesprochenen Niederdeutsch ist nach wie vor ein Desiderat. Deswegen sollen in der Arbeit in drei verschiedenen Regionen Nordwestniedersachsen Daten erhoben werden, um daraus Generalisierungen über die Syntax gesprochener niederdeutscher Dialekte zu gewinnen. Dabei soll die Nominalphrasensyntax - und hier vor allem Kasussystem und Wortstellung - im Mittelpunkt stehen. Es soll untersucht werden, welche Auswirkungen der Zusammenfall von Dativ und Akkusativ im heutigen Niederdeutsch auf die Kodierung grammatischer Relationen wie direktes und indirektes Objekt hat, und ob sich das Kasussystem eventuell in Gänze in einem Auflösungsprozess befindet. Hinsichtlich der Wortstellung ist zu überprüfen, ob der Kasussynkretismus eventuell zu einer strikteren Wortstellung führt, wie es sprachtypologische Daten erwarten lassen.

Betreuer: Prof. Dr. Jörg Peters

(Stand: 30.04.2021)