Germanistik - Master

Seminar: Niederdeutsch und Saterfriesisch in der Schule 

ger261 Pragmatik und Soziolinguistik des Deutschen, Seminar 3.01.097
ger291 Niederdeutsch, Seminar 3.01.097

Lehrende: Gabriele Diekmann-Dröge.

Freitag: 08:00 - 10:00, wöchentlich (ab 05.04.2019). Ort: A01-007.


Das Seminar gehört zur Übung 3.01.098. Die niederdeutsche Sprache hat, wie andere Sprachen auch, im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte verschiedene kommunikative Funktionen erfüllt. Im Unterschied zu den meisten anderen Sprachen aber sind für das Niederdeutsche nicht die kontinuierliche Ausweitung der Funktionen und ein entsprechender Sprachausbau bis in die Gegenwart kennzeichnend, sondern es setzt vielmehr ab dem 17. Jahrhundert ein Verlust entscheidender sprachlicher Domänen ein, der zur Dialektalisierung des Plattdeutschen, wie es ab jetzt genannt wurde, führte. Und heute? Einerseits gehen die Sprecherzahlen zurück, andererseits sind es nicht mehr nur die 'typischen' (?) Dialektsprecher, die Niederdeutsch bzw. Platt sprechen und verstehen oder die das vielfältige kulturelle und literarische Angebot nutzen. Die Europäische Sprachencharta als das wichtigste sprachpolitische Instrument der Gegenwart definiert das Niederdeutsche explizit als "Regionalsprache" und unterscheidet es damit zum Beispiel vom Bairischen oder Schwäbischen, die als (hoch)deutsche Dialekte gelten. Das Seminar gibt einen Überblick über Sprach- und Literaturgeschichte bis zur Gegenwart und geht den Fragen nach Sprachstatus und Sprachverwendung des Niederdeutschen unter anderem im Kontext der europäischen Mehrsprachigkeit nach. Prüfungsart: Referat und schriftliche Ausarbeitung oder Hausarbeit.

Übung: Niederdeutsche und saterfriesische Texte im Unterricht

ger261 Pragmatik und Soziolinguistik des Deutschen, Übung 3.01.098
ger 291 Niederdeutsch, Übung 3.01.098

Lehrende: Gabriele Diekmann-Dröge

Dienstag: 14:00 - 16:00, wöchentlich (ab 02.04.2019). Ort: A06-001.
 

Die Übung gehört zum Seminar 3.01.097. Bei der Einbeziehung von sog. "kleinen Sprachen" wie Niederdeutsch oder Saterfriesisch in den Unterricht stellen sich verschiedene Fragen: Mit welchen Materialien kann gearbeitet werden? Gibt es überhaupt geeignete Kinder- und Jugendliteratur in niederdeutscher und saterfriesischer Sprache? Welche Literaturformen eignen sich für eine Behandlung auch im Deutschunterricht? Welche literarischen Muster gibt es? Wer sind die Autor/innen, wie und wo finden sie ihre Leser/innen und wie funktionieren der plattdeutsche und der saterfriesische Buchmarkt? Diesen und anderen Fragen soll im Hinblick auf Unterrichtsmöglichkeiten für verschiedene Schulstufen nachgegangen werden, wobei die eigene praktische Erprobung der Materialien im Mittelpunkt stehen soll. Prüfungsart: Referat und schriftliche Ausarbeitung oder Hausarbeit.

Seminar: Grammatik des Niederdeutschen.

ger261 Pragmatik und Soziolinguistik des Deutschen, Seminar 3.01.095
ger291 Niederdeutsch, Seminar 3.01.095

Lehrende: Dr. Franziska Buchmann

Freitag: 08:00 - 10:00, wöchentlich (ab 05.04.2019). Ort: A01-009.

Das Seminar ist fest an die Übung 3.01.096 gebunden. In diesem Modul werden wir uns der Wortbildung des Niederdeutschen widmen; dabei konzentrieren wir uns auf die westniederdeutschen Varietäten. Dabei leiten uns folgende Fragen: 1. Welche Wortbildungsprozesse kommen im Niederdeutschen vor? 2. Wie sind die Wortbildungsprodukte morphologisch strukturiert? 3. Wie setzt sich die Bedeutung der Wortbildungsprodukte zusammen? Was ist also ein grammatischer Kopf? Was ist ein lexikalischer Kopf? Speziell zur Derivation: 4. Aus welchen morphologischen Einheiten besteht das Inventar der Affixe im Niederdeutschen? 5. Wie kann das Inventar der Affixe sinnvoll sortiert werden? Welche Affixe sind beispielsweise produktiv? Zu diesem Zweck werden wir uns die Grammatiken und Sprachbeschreibungen sowie niederdeutsche Texte anschauen. Die Analyse geeigneter Beispiele wird einen wesentlichen Teil des Seminars bzw. der Übung bilden. Prüfungsart: Hausarbeit, Referat und Ausarbeitung.

Übung: Grammatik des Niederdeutschen.

ger261 Pragmatik und Soziolinguistik des Deutschen, Seminar 3.01.091
ger291 Niederdeutsch, Seminar 3.01.091  

Lehrende: Dr. Franziska Buchmann.

Freitag: 10:00 - 12:00, wöchentlich (ab 05.04.2019). Ort: A01-009.

Die Übung gehört zum Seminar 3.01.095. Die Übung ist thematisch eng mit dem Seminar verzahnt, daher gilt auch für die Übung der Seminarkommentar. Prüfungsart: Hausarbeit, Referat und Ausarbeitung.

Vorlesung: Phonetische und phonologische Grundlagen der Aussprache des Deutschen.

ger780/ger880 Sprachwissenschaft, Vorlesung 3.01.171.

Lehrender: Prof. Dr. Jörg Peters.

Montag: 10:00 - 12:00, wöchentlich (ab 01.04.2019). Ort: A14 1-103 (Hörsaal 3).

Diese Vorlesung gibt einen Überblick über die wichtigsten Einheiten der gesprochenen Sprache, von den phonetischen und phonologischen Lauten über die Silbe, den Fuß und das phonologische Wort bis hin zur phonologischen Äußerung. Ein besonderes Interesse gilt dabei der individuellen und regionalen Variation der Aussprache des Deutschen. Die Vorlesung richtet sich an alle Studierenden der Germanistik einschließlich DaF und DaZ. Sie ist insbesondere für solche Studierenden zu empfehlen, die vertiefte Kenntnisse der Phonetik und Phonologie für ihre Masterarbeit benötigen. Literaturgrundlage: Fuhrhop, Nanna & Peters, Jörg (2013). Einführung in die Phonologie und Graphematik. Stuttgart: Metzler, Teil I. Prüfungsart: Klausur.

Seminar: Hoch- und Niederdeutsch im Kontakt

ger780/ger880 Sprachwissenschaft, Seminar 3.01.174

Lehrender: Prof. Dr. Jörg Peters. Montag: 14:00 - 16:00, wöchentlich (ab 01.04.2019). Ort: A01 0-009.

Die hochdeutsche Umgangssprache in Norddeutschland ist wesentlich durch das Niederdeutsche in seiner regionalen Vielfalt geprägt. Selbst in der norddeutschen Standardsprache finden sich noch Einflüsse des Niederdeutschen. Umgekehrt wirkt das Hochdeutsche in vielen Regionen auf die Aussprache des Niederdeutschen ein. Ziel des Seminars ist die Diskussion relevanter Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Dialektologie und Sprachkontaktforschung und die Identifizierung möglicher Themenfelder für eigene Abschlussarbeiten. Zur Einführung empfohlen: Lauf, Raphaela (1996). „Regional markiert“: Großräumliche Umgangssprache(n) im niederdeutschen Raum“. Niederdeutsches Jahrbuch 119,192-218. Prüfungsart: Präsentation mit schriftl. Ausarbeitung oder Hausarbeit.

Seminar: Soziophonetik.

ger780/ger880 Sprachwissenschaft, Semonar 3.01.173

Lehrender: Prof. Dr. Jörg Peters.

Freitag: 10:00 - 12:00, wöchentlich (ab 05.04.2019). Ort: A01-010a.

Die Soziophonetik beschäftigt sich mit der Frage, was wir über Gesprächspartner anhand ihres stimmlichen Ausdrucks erfahren, und wie Aussprache und Stimmqualität im sozialen Kontext wahrgenommen werden. Zentrale soziophonetische Fragestellungen betreffen etwa den Zusammenhang zwischen akustischen Aspekten der Vokalrealisierung, Tonhöhengestaltung und Stimmqualität und Faktoren wie Geschlecht, Alter, sozialer Identität und emotionalen Zuständen. Das Seminar führt anhand klassischer Texte aus dem angelsächsischen Bereich in grundlegende Themenbereiche ein und sondiert die vorhandene Forschung zum Deutschen. Teilnahmevoraussetzungen: Grundwissen im Bereich der Phonetik/Phonologie (über die BM1-Vorlesung hinaus).  Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Fachliteratur. Zur Vorbereitung empfohlen: Erik R. Thomas (2011). Sociophonetics. An Introduction. New York: Palgrave Macmillan. Prüfungsart: Präsentation mit schriftl. Ausarbeitung oder Hausarbeit.

(Stand: 21.08.2020)