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Einführung: Niederdeutsche Sprache und Literatur

ger010 Sprache und Kultur, Seminar 3.01.012

Lehrende: Gabriele Diekmann-Dröge

Dienstag: 08:00 - 10:00, wöchentlich (ab 16.10.2018), Ort: V04 0-033

Die niederdeutsche Sprache hat, wie andere Sprachen auch, im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte verschiedene kommunikative Funktionen erfüllt. Im Unterschied zu den meisten anderen Sprachen aber sind für das Niederdeutsche nicht die kontinuierliche Ausweitung der Funktionen und ein entsprechender Sprachausbau bis in die Gegenwart kennzeichnend, sondern es setzt vielmehr ab dem 17. Jahrhundert ein Verlust entscheidender sprachlicher Domänen ein, der zur Dialektalisierung des Plattdeutschen, wie es ab jetzt genannt wurde, führte.
Und heute? Einerseits gehen die Sprecherzahlen zurück, andererseits sind es nicht mehr nur die 'typischen' (?) Dialektsprecher, die Niederdeutsch bzw. Platt sprechen und verstehen oder die das vielfältige kulturelle und literarische Angebot nutzen. Die Europäische Sprachencharta als das wichtigste sprachpolitische Instrument der Gegenwart definiert das Niederdeutsche explizit als "Regionalsprache" und unterscheidet es damit zum Beispiel vom Bairischen oder Schwäbischen, die als (hoch)deutsche Dialekte gelten. Das Seminar gibt einen Überblick über Sprach- und Literaturgeschichte bis zur Gegenwart und geht den Fragen nach Sprachstatus und Sprachverwendung des Niederdeutschen u.a. im Kontext der europäischen Mehrsprachigkeit nach.

Prüfungsart: Referat und schriftliche Ausarbeitung oder Hausarbeit 
 

Niederdeutsche Dialekte

ger261 Pragmatik und Soziolinguistik des Deutschen, Seminar 3.01.093
ger 291 Niederdeutsch, Seminar 3.01.093  

Lehrender: Prof. Dr. Jörg Peters

Freitag: 12:00 - 14:00, wöchentlich (ab 19.10.2018), Ort: A14 0-030

Das Seminar ist fest an die Übung 3.01.094 gebunden. 3.01.093/094 ist als ger261 oder ger291 studierbar, darf aber nur 1x angerechnet werden. Anmeldung bitte über das Seminar. Nach Anmeldeschluss werden alle Teilnehmer/innen des Seminars in die zugehörige Übung importiert.

Diese Veranstaltung gibt einen Überblick über die regionalen Ausprägungen des Niederdeutschen im norddeutschen Raum und die sprachgeschichtlichen Hintergründe. Zusammen mit der zugehörigen Übung bildet die Veranstaltung zugleich eine allgemeine Einführung in das Studium der Dialektologie. Die Veranstaltung richtet sich entsprechend nicht nur an Studierende des Niederdeutschen, sondern an alle, die sich für sprachliche Variation interessieren.

Zur Einführung empfohlen:
Foerste, William (1960). Einheit und Vielfalt der niederdeutschen Mundarten. Münster: Aschendorff.
Prüfungsart: Hausarbeit oder Referat mit Ausarbeitung       

Übungen zur Dialektbeschreibung

ger261 Pragmatik und Soziolinguistik des Deutschen, Übung 3.01.094
ger 291 Niederdeutsch, Übung 3.01.094

Lehrender: Prof. Dr. Jörg Peters

Freitag: 14:00 - 16:00, wöchentlich (ab 19.10.2018), Ort: A14 0-030

Die Übung gehört zum Seminar 3.01.093. Anmeldung bitte über das Seminar. Nach Anmeldeschluss werden alle Teilnehmer/innen des Seminars in diese Übung importiert.

Niederdeutsche Sprachgeschichte

ger291Niederdeutsch, Seminar 3.01.095

Lehrende: Gabriele Diekmann-Dröge

Donnerstag: 14:00 - 16:00, wöchentlich (ab 18.10.2018), Ort: A01 0-007

Nach Anmeldeschluss werden alle Teilnehmer/innen des Seminars in die zugehörige Übung (3.01.096) importiert.

Die schriftliche Überlieferung der niederdeutschen Sprache beginnt mit den sogenannten „Weser-Runen“ des 6. Jahrhunderts. Eine ausgeformtere Schriftkultur entwickelt sich allerdings erst ab dem 8. Jh. in Zusammenhang mit der Christianisierung der Sachsen durch die Franken. Im Hoch- und Spätmittelalter, einer Zeit, die in Bezug auf Norddeutschland oft mit dem Stichwort „Hansezeit“ charakterisiert wird, erlebt die niederdeutsche Sprache ihre weitreichendste räumliche und funktionale Geltung, die sich in einer großen Anzahl sehr verschiedenartiger Texte niederschlägt. Ab dem 16. Jh. wird in Norddeutschland dann der Wechsel zur hochdeutschen Schriftsprache vollzogen und dem Niederdeutschen oder „Plattdeutschen“, wie es ab jetzt genannt wird, fallen hauptsächlich sprech-sprachliche und private Funktionen zu. Ab etwa 1850 und verstärkt dann am Ende des 20. Jhs. etabliert sich aber auch eine neue niederdeutsche Kulturszene und es gibt sprachpolitische Bemühungen um den Erhalt der bedrohten Regionalsprache. Ziel des Seminars ist es, Einblick in die wesentlichen Grundzüge dieser Geschichte zu geben, im Mittelpunkt steht dabei die Arbeit an und mit Texten aus verschiedenen Epochen und Gebrauchszusammenhängen.
 
Prüfungsart: Referat und schriftliche Ausarbeitung oder Schriftliche Hausarbeit

Der mittelniederdeutsche Prosaroman Paris unde Vienna

ger291 Niederdeutsch, Übung 3.01.096

Lehrende: Gabriele Diekmann-Dröge

Donnerstag: 16:00 - 18:00, wöchentlich (ab 18.10.2018), Ort: A01 0-007

Die Übung gehört zum Seminar 3.01.095. Anmeldung bitte über das Seminar. Nach Anmeldeschluss werden alle Teilnehmer/innen des Seminars in diese Übung importiert.

Der am Ende des 15. Jahrhunderts gedruckte Prosaroman "Paris unde Vienna" thematisiert die Geschichte zweier Liebender von ungleichem Stand, die zahlreiche Bewährungsproben bestehen müssen, ehe das glückliche Ende erreicht werden kann. Die literarischen Motive des spätmittelalterlichen Abenteuer-, Reise- und Ritterromans werden dabei ebenso genutzt wie die viel-fältigen Elemente der Liebesgeschichte. Neben der möglichst vollständigen Lektüre des Textes sollen verschiedene Interpretationsansätze im Mittelpunkt der Übung stehen.
Der Text wird zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.       
 

Fremdsprachendidaktik Niederdeutsch

ger291 Niederdeutsch, Seminar 3.01.097

Lehrende: Dr. Franziska Buchmann

Freitag: 08:00 - 10:00, wöchentlich (ab 19.10.2018), Ort: A14 0-031

Das Seminar ist fest an die Übung 3.01.098 gebunden. 3.01.097/098 ist als ger291 studierbar. Anmeldung bitte über das Seminar. Nach Anmeldeschluss werden alle Teilnehmer/innen des Seminars in die zugehörige Übung importiert.

Die Regionalsprache Niederdeutsch ist durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen geschützt und wird durch gezielte sprachpolitische Maßnahmen unterstützt. Dazu zählt, dass Niederdeutsch als Fremdsprache unterrichtet werden soll. Es soll ein Curriculum entstehen, dass den Anforderungen eines modernen Fremdsprachenunterrichts entspricht: Dazu zählt u.a. die Einbeziehung von Forschungsergebnissen aus dem Zweitspracherwerb, der Lernpsychologie und der Fremdsprachdidkatikforschung.
Niederdeutsch weist darüber hinaus gegenüber etablierten Fremdsprachen wie Englisch oder Französisch einige Besonderheiten auf, die dazu führen, dass der Unterricht angepasst werden muss. Historisch hat sich keine überregionale Standardsprache herausgebildet. Darüber hinaus wird Niederdeutsch nicht in allen Kommunikationssituationen von der Sprechergemeinschaft verwendet; es ist nähesprachlichen Kontexten vorbehalten. Die Sprecher und Sprecherinnen mit einer sehr guten und guten Sprachkompetenz weisen ein hohes Durchschnittsalter auf.
In diesem Seminar werden wir das Niederdeutsche unter fremdsprachendidaktischen Aspekten beleuchten: Zunächst wird der rechtliche Status sowie der Gebrauch der Sprache untersucht. Danach erfolgt ein Überblick über die verschiedenen in Niedersachsen gesprochenen Varianten des Niederdeutschen sowie über die historische Entwicklung, die zu einem Ausbleiben der Standardisierung geführt hat. Danach widmen wir uns den 5 Säulen der Fremdsprachdidaktik: den Zweitspracherwerbstheorien, der Lernpsychologie, anderen auf das Individuum bezogene Einflussfaktoren, den aktuellen Methoden und Handlungsschemata des Fremdsprachenunterrichts und schließlich den zu erwerbenden Kompetenzen und den Bildungsstandards.
 
Prüfungsart: Hausarbeit, Referat mit Ausarbeitung
 

Fremdsprachendidaktik Niederdeutsch

ger 291 Niederdeutsch, Übung 3.01.098

Lehrende: Dr. Franziska Buchmann

Freitag: 10:00 - 12:00, wöchentlich (ab 19.10.2018), Ort: A14 0-031

Die Übung gehört zum Seminar 3.01.097. Anmeldung bitte über das Seminar. Nach Anmeldeschluss werden alle Teilnehmer/innen des Seminars in diese Übung importiert.

Die Übung gehört unmittelbar zum Seminar Fremdsprachendidaktik Niederdeutsch. In der Übung werden die im Seminar erworbenen Inhalte (s. Kommentierung) durch gezielte Aufgaben vertieft.

Niedeqprde5/outsipglcht7-Webkdc2masterefrd4 (joe5l4erg.qhypapeterswob@uolkgcya.de/lr+) (Stand: 07.11.2019)