Germanistik Bachelor

Einführung Niederdeutsch

Lehrende: Marina Eva Frank M.A.

Mo 08:15 - 09:45, Ort: A14 1-102 (Hörsaal 2)

Dieses Seminar gibt einen Überblick über die Forschung zur niederdeutschen Sprache und Literatur. Dabei werden zunächst sprachhistorische Hintergründe betrachtet. Schwerpunkte sind hier die Abgrenzung des Niederdeutschen vom Hochdeutschen sowie die historische Entwicklung aus dem Altsächsischen und dem Mittelniederdeutschen. Bei der Betrachtung des Neuniederdeutschen werden verschiedene Aspekte in den Blick genommen: die regionale Variation des Niederdeutschen, die Frage nach dem Sprachstatus des Niederdeutschen, die niederdeutsche Literatur und Kultur sowie Niederdeutsch in der Schule.
Prüfungsart: Referat und schriftliche Ausarbeitung

Grundlagen des Übersetzens aus dem Mittelniederdeutschen

Lehrende: Prof. Dr. Doreen Brandt

Do. 12:15 - 13:45 (online)

Der Begriff Mittelniederdeutsch bezeichnet die sprachlichen Varietäten im Norden des deutschen Sprachgebiets in der Zeit vom 13. bis 17. Jahrhundert. Mit dem Mittelniederdeutschen lernen Sie eine mittlere deutsche Sprachstufe kennen, der das Altniederdeutsche (Altsächsische) vorangeht und das Neuniederdeutsche (Plattdeutsche) nachfolgt. Im Seminar erwerben sie grundlegende Kompetenzen für das selbständige Übersetzen mittelniederdeutscher Texte. Dazu werden wichtige sprachhistorische Phänomene und Formen des Sprachwandels sowie auch das Verhältnis der Sprachstufe zum Hochdeutschen (Mittelhochdeutschen und Frühneuhochdeutschen) betrachtet und in einer Handreichung für das Seminar aufbereitet. Gelesen werden Texte aus der Zeit des 14. bis 16. Jahrhunderts, die in einem Reader zur Verfügung gestellt werden. Mit dieser Auswahl erhalten Sie neben der sprachhistorischen Einführung zugleich einen Überblick über die literarische Produktion im Norden in Handschrift, Inschrift und Druck aus dem späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit.
Prüfungsart: 1 Hausarbeit oder 1 Referat mit schriftl. Ausarbeitung oder 1 Klausur (90 Minuten) oder 1 Portfolio

 

Fremdsprachendidaktik Niederdeutsch

Lehrende: Dr. Franziska Buchmann

Freitag 08:00 - 10:00 Uhr (online)

Niederdeutsch ist über die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen seit 1998 geschützt. Daraus resultieren in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche sprachpolitische und sprachpflegerische Maßnahmen. Niedersachsen setzt u.a. seit Jahren auf ein Angebot in den Schulen: entweder durch Unterricht oder durch Arbeitsgemeinschaften, und zwar mit sehr unterschiedlichen Konzepten der Umsetzung. Von Sprachbegegnung im Deutsch-unterricht über Plattdeutsch-Projekttage und Theater-AGs bis hin zum Immersionsunterricht ist alles zu finden.
Das Seminar wird zunächst die rechtlichen Grundlagen dieser Angebote thematisieren. Danach richten wir unseren Blick auf die Möglichkeit eines Unterrichtsfachs Niederdeutsch, das den mo-dernen fremdsprachdidaktischen Anforderungen entspricht. Dazu werden wir uns einerseits mit dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen auseinandersetzen, mit den Kompetenzberei-chen im Fremdsprachenunterricht sowie mit den pädagogischen Grundlagen von Unterricht. Hier werden wir recherchieren, was aus den anderen (benachbarten) Fremdsprachendidaktiken über die Erwerbs- bzw. Lernprozesse bekannt ist. Darüber hinaus werden wir vorhandene Lehrwerke und Unterrichtsmaterialien analysieren und überlegen, wie so ein Unterricht aufgebaut sein kann.
Prüfungsart: Hausarbeit, Referat mit Ausarbeitung

Fremdsprachendidaktik Niederdeutsch (Übung)

Lehrende: Dr. Franziska Buchmann

Freitag 10:00 - 12:00 Uhr (online)

 

Niederdeutsch ist über die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen seit 1998 geschützt. Daraus resultieren in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche sprachpolitische und sprachpflegerische Maßnahmen. Niedersachsen setzt u.a. seit Jahren auf ein Angebot in den Schulen: entweder durch Unterricht oder durch Arbeitsgemeinschaften, und zwar mit sehr unterschiedlichen Konzepten der Umsetzung. Von Sprachbegegnung im Deutschunterricht über Plattdeutsch-Projekttage und Theater-AGs bis hin zum Immersionsunterricht ist alles zu finden.
Das Seminar wird zunächst die rechtlichen Grundlagen dieser Angebote thematisieren. Danach richten wir unseren Blick auf die Möglichkeit eines Unterrichtsfachs Niederdeutsch, das den mo-dernen fremdsprachdidaktischen Anforderungen entspricht. Dazu werden wir uns einerseits mit dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen auseinandersetzen, mit den Kompetenzbereichen im Fremdsprachenunterricht sowie mit den pädagogischen Grundlagen von Unterricht. Hier werden wir recherchieren, was aus den anderen (benachbarten) Fremdsprachendidaktiken über die Erwerbs- bzw. Lernprozesse bekannt ist. Darüber hinaus werden wir vorhandene Lehrwerke und Unterrichtsmaterialien analysieren und überlegen, wie so ein Unterricht aufgebaut sein kann.

Niederdeutsche Sprachgeschichte

Lehrende: Gabriele Diekmann-Dröge

Donnerstags, 14:00 - 16:00 Uhr (online)

Die schriftliche Überlieferung der niederdeutschen Sprache beginnt mit den sogenannten „Weser-Runen“ des 6. Jahrhunderts. Eine ausgeformtere Schriftkultur entwickelt sich allerdings erst ab dem 8. Jh. in Zusammenhang mit der Christianisierung der Sachsen durch die Franken. Im Hoch- und Spätmittelalter, einer Zeit, die in Bezug auf Norddeutschland oft mit dem Stichwort „Hansezeit“ charakterisiert wird, erlebt die niederdeutsche Sprache ihre weitreichendste räumliche und funktionale Geltung, die sich in einer großen Anzahl sehr verschiedenartiger Texte niederschlägt. Ab dem 16. Jh. wird in Norddeutschland dann der Wechsel zur hochdeutschen Schriftsprache vollzogen und dem Niederdeutschen oder „Plattdeutschen“, wie es ab jetzt genannt wird, fallen hauptsächlich sprechsprachliche und private Funktionen zu. Ab etwa 1850 und verstärkt dann am Ende des 20. Jhs. etabliert sich aber auch eine neue niederdeutsche Kulturszene und es gibt sprachpolitische Bemühungen um den Erhalt der bedrohten Regionalsprache. Ziel des Seminars ist es, Einblick in die wesentlichen Grundzüge dieser Geschichte zu geben.

Prüfungsart: Hausarbeit oder Referat mit schriftlicher Ausarbeitung

Lektüre altsächsischer und mittelniederdeutscher Texte

Lehrende: Gabriele Diekmann-Dröge

Dienstag 12:00 - 14:00 Uhr, A1-0-006

In der Übung wird eine Auswahl der im Seminar besprochenen niederdeutschen Texte aus den verschiedenen Sprachperioden intensiver betrachtet. Durch gemeinsame Lektüre und Interpretation sollen sowohl die sprachlichen Merkmale als auch die Bedingungen der Text-Produktion und -Rezeption deutlich werden.

Niederdeutsche Namenkunde

Lehrende: Gabriele Diekmann-Dröge

Dienstag 8:00 - 10:00 Uhr (online)

„Wiebke Bruns, Karkenpadd 11“ oder „Jan Janssen, Twiskenweg 8“: Auch ohne den Zusatz von Ortsnamen wie „Oldenburg“ oder „Brunsbüttel“ sieht man, dass die genannten Personen in Norddeutschland leben. Die Eigennamen (Propria) bilden eine besondere Gruppe der allgemeinen Namen (Nomina) oder auch Bezeichnungen (Appellativa) von Dingen und Lebewesen. Sie haben ganz bestimmte kommunikative und soziale Funktionen und weisen spezielle linguistische Merkmale auf. In der Übung wird, neben einer allgemeinen Einführung in die Namenkunde (Onomastik), unter dem Blickwinkel "Linguistic Landscape" ein besonderes Augenmerk auf die niederdeutschen Namen gelegt: Vornamen, Familiennamen, Ortsnamen, Flurnamen, Gewässernamen sowie in begrenzter Hinsicht auch die Namen von Institutionen, Tieren und Pflanzen sollen im Hinblick auf ihre sprachlichen Besonderheiten und ihre Herkunft, Bedeutung und Verwendung untersucht werden.
Prüfungsart: Hausarbeit oder Referat mit schriftlicher Ausarbeitung

Niederdeutsch und Saterfriesisch in der europäischen Sprachenpolitik

Lehrende: Heike Eva Schoormann

Donnerstag 12:00 - 14:00 Uhr (online)

Während in der Vergangenheit oftmals die Meinung herrschte, der Aufstieg oder Untergang einer Sprache bis hin zum Sprachentod sei „schicksalhaft und naturgegeben“, so ist heute bekannt, dass diese Prozesse sehr wohl beeinflussbar sind (und auch in der Vergangenheit durchaus gezielt beeinflusst wurden), und es wird demgemäß versucht, die gewünschten sprachlichen Verhältnisse aktiv herbeizuführen bzw. andere Entwicklungen zu verhindern. Eines der wichtigsten sprachpolitischen Instrumente zur Förderung sogenannter "Kleiner Sprachen" ist die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen, die in Deutschland 1999 in Kraft getreten ist. In der Übung soll unter anderem im europäischen Vergleich nachgefragt werden, ob und wie die dort formulierten Maßnahmen für die in Niedersachsen gesprochenen Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch Wirkung zeigen (können).

(Stand: 20.04.2022)