Germanistik Master

Vorlesung: Variation und typologischer Wandel des Hoch- und Niederdeutschen

Lehrender: Prof. Dr. Jörg Peters

Montag 16:00 - 18:00 Uhr (online)

Das Hochdeutsche und das Niederdeutsche zeigen eine starke regionale Differenziertheit, die auch im heutigen Standarddeutschen nachweisbar ist. Die Vorlesung zeichnet die wichtigsten historischen Sprachwandelprozesse des Hoch- und Niederdeutschen nach, die die heutige Aussprache des Hoch- und Niederdeutschen geprägt haben. Damit will diese Vorlesung ein solides Fundament für Abschlussarbeiten im Bereich der Variationsforschung unter Einschluss der Dialektologie, der kontrastiven Sprachforschung im Bereich DaF und der Erforschung der gesprochenen Standardsprache liefern.

Lektüregrundlage
Barbour, Stephen & Stevenson, Patrick (1998). Variation im Deutschen. Soziolinguistische Per-spektiven. Berlin etc.: de Gruyter. (Online über ORBIS)
Nübling, Damaris; Dammel, Antje; Duke, Janet & Szczepaniak, Renata (2017). Historische Sprachwissenschaft des Deutschen. Eine Einführung in die Prinzipien des Sprachwandels. Tübingen: Gunter Narr Verlag. (5. akt. Aufl.)
Prüfungsart: Klausur

Die Schreibung des Niederdeutschen

Lehrende: Dr. Franziska Buchmann

Dienstag 12:00 - 14:00 Uhr (online)

Das Niederdeutsche bzw. die verschiedenen niederdeutschen regionalen Varietäten verfügen nicht über eine gemeinsame schriftliche Standardsprache. Dies ist ein historischer Unfall; die Sprecher*innen haben nach dem wirtschaftlichen Untergang der Hanse andere Schreibsprachen bevorzugt, hier insbesondere die oberdeutschen Schreibsprachen, wodurch sich keine niederdeutsche Standardsprache herausbilden konnte.
Damit verbunden sind viele Fragen: Auf Produktionsseite stehen verschiedene Anforderungen an den Text. Zum einen soll dieser die entsprechende Varietät abbilden, damit verbunden ist häufig der Wunsch der Schreiber*innen, flach und vor allem phonographisch zu schreiben. Auf Rezeptionsseite hingegen soll der Text lesbar sein, auch für Lerner*innen. Während eine flache Verschriftung vielleicht eher das laute (Vor)Lesen unterstützt, zeigen eher tiefere Schriftsysteme möglicherweise Vorteile für das leise Lesen.
Im Seminar werden wir uns verschiedene regionale Varietäten des Niederdeutschen anschauen und insbesondere analysieren, welche Schreibregeln für diese Varietäten gelten und von den Schreiber*innen umgesetzt werden. An dieser Stelle werden wir also vor allem die Schreibungen systematisieren. Darüber hinaus werden wir überlegen, welche Anforderungen an niederdeutsche Texte gestellt werden (literarische Texte, Texte für Lernkontexte, etc.) und wie oder ob die Schrift hier entsprechend reagieren muss oder sollte. Es ist am Ende eben eine Frage nach dem schmalen Grad zwischen dem Wunsch nach einer standardisierten, einheitlichen Schriftsprache und dem Erhalt der verschiedenen regionalen Varietäten des Niederdeutschen in der Schrift. Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht und kann es auch nicht geben.

Das Seminar ist aufs engste mit dem Masterseminar "Die Schreibung des Hochdeutschen" verzahnt. Es wird empfohlen, beide Seminare in einem Modul zu besuchen.
Prüfungsart: Hausarbeit, Referat mit Ausarbeitung

Die Sprachlandschaft Ostfriesland

Lehrende: Heike Eva Schoormann

Freitag 14:00 - 16:00 Uhr (online)

 

(Stand: 20.04.2022)