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Einleitung: Die Antike als kleine Globalisierung

Die Antike hat der Gegenwart eine Menge zu sagen: Als die homerischen Epen entstanden, um 700 v. Chr., war das Mittelmeer ein Raum, den seine Bewohner gerade erst tastend erkundeten. 1000 Jahre später bot das römische Imperium einen Rahmen für die nahezu ungehinderte Mobilität von Menschen, Gütern und Ideen. Mehr noch: Das Mittelmeerbecken war, durch Fernhandel und Wissensaustausch, verknüpft mit anderen Zivilisationszentren Eurasiens: Persien, Indien und, zumindest indirekt, auch China.

Der Prozess zwischen 700 v. Chr. und 300 n. Chr. ließe sich beschreiben als „kleine“ Globalisierung: Vieles entwickelte sich ähnlich wie während der „großen“ Globalisierung seit ca. 1300 (zunehmende Vernetzung, Entstehung großer, ökonomisch, sozial, rechtlich und politisch integrierter Räume), manches auch anders (keine zur Industrialisierung überleitende Dynamik).

Die Forschungsthemen der Abteilung erkunden die kleine Globalisierung der Antike entlang unterschiedlicher Achsen: mentalitäts-, wirtschafts-, sozial- und institutionenhistorisch, aber auch mit einer Schwerpunktsetzung in spezifischen Regionen (östliches Mittelmeer) und Epochen (römische Republik, römische Kaiserzeit bis Spätantike) – oder ausgewählten Quellengattungen (Historiographie, materielle Kultur).

Der bewusst global- und universalhistorische Zugriff auf die Antike leistet seinen Beitrag, um eurozentrische, klassizistische Verengungen der Altertumswissenschaft zu überwinden und, im Sinne eines hermeneutischen Herangehens an die Geschichte Grundlagen für das Verständnis der Moderne und ihrer Genese zu legen.

Antonietta Curastiellvjuo1x (an96/toniet+mmta.co/astjdiiello1@unipoum-oldenburlpizg.6jqxde0au) (Stand: 27.04.2020)