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Sonderpädagogik

Studienordnung für das Schwerpunktbezugsfach

Geschichte im Fach Sachunterricht im Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen (GHR) und Geschichte als Kurzfach im Lehramt für Sonderpädagogik

Vorläufige Fassung – Stand Februar 2001

§ 1 Geltungsbereich

Diese Studienordnung regelt das fachwissenschaftliche und fachdidaktische Studium des Schwerpunktbezugsfaches Geschichte im Unterrichtsfach Sachunterricht und von Geschichte als Kurzfach im Lehramt für Sonderpädagogik entsprechend den Vorschriften der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Niedersachsen (PVO-Lehr I) vom 15. April 1998.

§ 2 Studiendauer und -gliederung

Das Studium umfasst im Schwerpunktbezugsfach Geschichte für das Lehramt für Grund-, Haupt- und Realschulen bzw. im Kurzfach Geschichte für das Lehramt Sonderpädagogik 20 Semesterwochenstunden (SWS). Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich Prüfungssemester acht Semester. Die Studiendauer von acht Semestern kann unterschritten werden, wenn bereits vorher alle für die Zulassung zur Prüfung erforderlichen Leistungen nachgewiesen werden (einschließlich der Leistungen in anderen Unterrichtsfächern, in Pädagogik, Psychologie und dem Wahlpflichtfach).

§ 3 Studieninhalte und Ziele

(1) Die inhaltlichen Anforderungen des Studiums des Unterrichtsfachs Geschichte ergeben sich aus den Anforderungen an ein wissenschaftliches Studium und aus der notwendigen Berufsorientierung. Die Studieninhalte sind so auszuwählen, dass sie eine Orientierung im Fach Geschichte ermöglichen und dazu befähigen, sich aktuelle Ergebnisse der Geschichtswissenschaft sach- und methodenadäquat anzueignen und kritisch zu bewerten. Diese Fähigkeiten sind im Zusammenspiel von geschichtswissenschaftlichen und geschichtsdidaktischen Anteilen im Studium zu erwerben.

Geschichtswissenschaft beschäftigt sich mit vergangener und gegenwärtiger politisch-sozialer Wirklichkeit, mit Menschen, Strukturen, Prozessen und Ereignissen in Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Sie thematisiert diese Dimensionen in ihrem Zusammenhang und unter dem Gesichtspunkt ihres Wandels in der Zeit. Das Geschichtsstudium erfüllt zudem die Aufgabe, die Studierenden für die didaktische Dimension des Faches zu qualifizieren, d. h. für die Analyse der Entstehung und der Veränderungen des Geschichtsbewusstseins in der Gesellschaft und die Formen der Vermittlung von Geschichte in schulischen und außerschulischen Institutionen sowie den Medien.

Das Studium des Unterrichtsfachs Geschichte soll insbesondere dazu dienen,

  • die Entstehung gegenwärtiger politischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Verhältnisse kennen zu lernen und zu beurteilen;
  • sich in der Konfrontation mit vergangenen Geschichtsepochen des geschichtlichen Wandels und der jeweiligen Eigenständigkeit dieser Epochen bewusst zu werden;
  • Einsichten in die Verlaufsformen geschichtlicher Prozesse zu gewinnen;
  • bei der wissenschaftlichen Erforschung und Darstellung sich mit der Vielfalt der Methoden vertraut zu machen, die eigenen methodischen Voraussetzungen zu erkennen und die Tragfähigkeit geschichtstheoretischer Modelle und sozial- und kulturwissenschaftlicher Theorien zu überprüfen;
  • sich der Interessen- und Zeitbedingtheit der Beschäftigung mit Geschichte und damit auch der gesellschaftlichen Verantwortung von Geschichtswissenschaft und Geschichtsunterricht bewusst zu werden;
  • sich die Qualifikation zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit und eigenverantwortlicher Vermittlung von Geschichte im Hinblick auf künftige Berufsfelder zu erwerben.

Inhalte, Formen und Lernziele der einzelnen Lehrveranstaltungen sind in unterschiedlicher Weise auf diese Ausbildungsziele bezogen. Zukünftige Lehrerinnen und Lehrer sollen fähig werden, ihren eigenen Wissenserwerb selbständig auf die Zielsetzungen des Geschichtsstudiums und des Geschichtsunterrichts zu beziehen. Über die Kenntnis und Anwendung fachwissenschaftlicher Ergebnisse und Methoden hinaus bedeutet das:

  • Lebensweltliche Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler sind im Unterricht mit wissenschaftlichen Konzepten zu konfrontieren.
  • Schülerinnen und Schüler sollen sowohl in fachlichen als auch in wichtigen ethischen Fragen urteils- und entscheidungsfähig werden.
  • Schülerinnen und Schüler sollen in der Lage sein, vergangene und gegenwärtige Gesellschaften kategorial zu betrachten und zu strukturieren sowie historische Erfahrungen auf ihre gegenwärtige und zukünftige Welt zu beziehen.

(2) Die Ziele des Geschichtsstudiums sind für alle Lehrämter grundsätzlich identisch. Unterschiede resultieren aus dem jeweils vorgegebenen quantitativen Umfang des Studiums und den auf das jeweilige Lehramt bezogenen berufsorientierenden Veranstaltungen.

(3) Für das Schwerpunktbezugsfach Geschichte für das Lehramt für Grund-, Haupt- und Realschulen bzw. im Kurzfach Geschichte für das Lehramt Sonderpädagogik sollen im Laufe des Studiums folgende fachwissenschaftlichen Ziele erreicht werden:

  • Grundkenntnisse der Geschichte des Mittelalters, der Geschichte des 16.-19. Jahrhunderts (Frühen Neuzeit), der Geschichte des 19. Jahrhunderts bis 1917 und der Zeitgeschichte ab 1917;
  • Kenntnisse zur Geschichte der Geschichtswissenschaft und der Geschichtsschreibung;
  • Kenntnis zentraler Theorien, Modelle und Begriffe der Geschichtswissenschaft sowie die Fähigkeit, sie bei der Lösung von Problemen sachgerecht anzuwenden;
  • die Fähigkeit, historische Quellen aufzufinden sowie sach- und methodenadäquat zu erschließen und zu interpretieren;
  • die Fähigkeit, sich den jeweiligen Forschungsstand zu geschichtswissenschaftlichen Themen selbständig anzueignen sowie Geschichtsdarstellungen und -deutungen zu analysieren und zu beurteilen;
  • die Fähigkeit, Sachverhalte und Probleme des Faches Geschichte in ihrem wissenschaftlichen Zusammenhang angemessen darzustellen und kritisch zu beurteilen.

(4) Fächerübergreifende Ziele sind:

  • Kenntnis sozialwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Theorien, Modelle und Begriffe zur Erklärung historischer Ereignisse, Entwicklungen, und Situationen;
  • Kenntnis der Prinzipien des fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichts unter besonderer Berücksichtigung des Geschichtsunterrichts sowie von Geschichte einschließenden Lernbereichen wie Sachunterricht, Geschichtlich-soziale Weltkunde (GSW), Gemeinschaftskunde oder Geschichte/Politik.

(5) Fachdidaktische Studienziele sind:

  • Kenntnis der historischen Entwicklung des Geschichtsunterrichts und der Geschichtsdidaktik;
  • Kenntnis der grundlegenden geschichtsdidaktischen Begriffe, Theorien und Modelle;
  • Kenntnis der gesellschaftlichen Legitimation und der Ziele des Geschichtsunterrichts;
  • Fähigkeit, historische Themen unter lebensweltlichen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten aufeinander zu beziehen und zu strukturieren;
  • Kenntnisse und Fähigkeiten zur Planung, Durchführung und Bewertung von Geschichtsunterricht;
  • Kenntnis der für historisches Lernen relevanten Denkstrukturen, Vorstellungen und Einstellungen bei Kindern und Jugendlichen;
  • Fähigkeit, in Realbegegnungen Sachquellen und historische Stätten selbständig zu analysieren und in ihrem historischen und gegenwärtigen Zusammenhang zu interpretieren sowie ihre Bedeutung für das kulturelle Umweltbewusstsein zu reflektieren und zu vermitteln.

§ 4 Umfang und Gegenstände des Studiums

(1) Gegenstände des Studiums sind die Fachwissenschaft und die Fachdidaktik. Die Fachwissenschaft gliedert sich in die Geschichte des Mittelalters und die Geschichte der Neuzeit. Das Studium in Fachwissenschaft und Fachdidaktik umfasst insgesamt 19-21 Semesterwochenstunden (SWS).

(2) Geschichte des Mittelalters

Im Grundstudium ist ein Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Proseminar zur Geschichte des Mittelalters (3 SWS) zu erbringen (1 Leistungsnachweis – LNW).

(3) Geschichte der Neuzeit (16.-20. Jahrhundert)

Die Geschichte der Neuzeit gliedert sich in die Geschichte des 16.-18. Jahrhunderts (Frühe Neuzeit), die Geschichte des 19. Jahrhunderts bis 1917 und die Zeitgeschichte ab 1917. Die Geschichte der Neuzeit ist mit einem Umfang von 6 SWS zu studieren, davon mindestens 2 SWS in jedem der drei Bereiche.

Im Hauptstudium ist ein Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Hauptseminar zur Geschichte der Neuzeit (2 SWS) zu erbringen (1 LNW).

(5) Fachdidaktik Geschichte

Das Studium der Fachdidaktik Geschichte umfasst mindestens 10 SWS.

Im Grundstudium ist die Teilnahme an einem Proseminar zur Planung, Durchführung und Bewertung des Geschichtsunterrichts (2 SWS) nachzuweisen ( 1 NW).

Im Hauptstudium ist die erfolgreiche Teilnahme an einem Hauptseminar zur Geschichtsdidaktik (2 SWS) nachzuweisen (1 LNW).

Im Grund- oder Hauptstudium ist die erfolgreiche Teilnahme an einer Veranstaltung zum Erstunterricht (2 SWS) nachzuweisen (1 LNW).

(6) Darüber hinaus können die Studierenden im Rahmen des Studiums des Unterrichtsfachs Geschichte folgende Leistungsnachweise erwerben:

  1. Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht;
  2. ästhetischen Bildung;
  3. fächerübergreifende Lernfelder;
  4. Projekt.

Die Leistungsnachweise zu a) – d) können in den Unterrichtsfächern oder in den Fächern der Grundwissenschaften (Pädagogik, Psychologie, Philosophie oder Soziologie oder Wissenschaft von der Politik) erbracht werden. Ggf. können sie mit einem anderen Nachweis der erfolgreichen Teilnahme in einer Veranstaltung für das Unterrichtsfach Geschichte kombiniert werden. Die Ankündigung der Lehrveranstaltungen muss Hinweise auf Art und Umfang der möglichen Nachweise enthalten. Die Studierenden müssen sich spätestens in der ersten Semestersitzung einer derartigen Lehrveranstaltung für einen entsprechenden Nachweis anmelden.

(7) Der erforderliche Umfang an Lehrveranstaltungen wird durch Eintrag in das Studienbuch belegt. Das Erbringen einer Prüfungsvorleistung nach § 5 wird durch die Bescheinigung der erfolgreichen Teilnahme nachgewiesen (LNW), die neben der regelmäßigen Anwesenheit und Mitarbeit in der Lehrveranstaltung die Übernahme eines begrenzten Arbeitsauftrages und eine mindestens ausreichende Einzelleistung voraussetzt, die in der Regel schriftlich erbracht wird (z. B. Hausarbeit, Klausur). Ein Nachweisschein (LN) setzt neben der regelmäßigen Anwesenheit und Mitarbeit in der Lehrveranstaltung die Übernahme eines begrenzten Arbeitsauftrages voraus.

§ 5 Zulassungsvoraussetzungen zu den Prüfungen

Voraussetzung für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung gemäß PVO-Lehr I, Anlage 1, Teil 3: Geschichte ist neben den weiteren erforderlichen Nachweisen die durch einen Leistungsnachweis (LNW) bescheinigte erfolgreiche Teilnahme folgender fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Veranstaltungen:

  1. Proseminar zur Geschichte des Mittelalters
  2. Hauptseminar zur Geschichte der Neuzeit;
  3. Hauptseminar zur Geschichtsdidaktik.

    Darüber hinaus sind nachzuweisen:

  4. für das Bezugsfach Geschichte im Sachunterricht Nachweis der erfolgreichen Teilnahme (1 LNW) an einer Veranstaltung zum Erstunterricht in Geschichte;
  5. Nachweis der Teilnahme (NW) an einem Proseminar zur Planung, Durchführung und Bewertung von Geschichtsunterricht;
  6. das ordnungsgemäße Studium im Unterrichtsfach Geschichte nach § 4.

§ 6 Lehrangebot

(1) Zuständig und verantwortlich für das Lehrangebot gemäß dieser Studienordnung sind der Fachbereich und das Historische Seminar. Sie stellen durch geeignete Maßnahmen sicher, dass die Studierenden ihren Studien innerhalb der Regelstudienzeit nachkommen können.

§ 7 Studienplan

Auf der Grundlage dieser Studienordnung stellt der Fachbereich einen Studienplan auf, der Empfehlungen für den Ablauf und die Gestaltung des Studiums enthält und zeigt, wie das Studium sachgerecht durchgeführt und innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen werden kann.

§ 8 Studienberatung

(1) Zur Beratung in Studienangelegenheiten stehen die Lehrenden des Faches und die Fachschaft zur Verfügung. Sie arbeiten mit der Zentralen Studienberatung zusammen.

(2) Die Teilnahme an einer Studienberatung zu Beginn des Studiums (innerhalb der ersten vier Wochen) und an einer weiteren nach dem ersten Semester und spätestens bis zum Beginn des dritten Semesters sind obligatorisch und durch Bescheinigung nachzuweisen. Den Studierenden wird empfohlen, sich auch weiterhin regelmäßig über den Fortgang ihres Studiums beraten zu lassen. Insbesondere soll die Fachstudienberatung rechtzeitig vor der Meldung zu einer Prüfung in Anspruch genommen werden.

§ 10 Inkrafttreten und Übergangsregelungen

(1) Die Studienordnung tritt nach Beschluss der Gemeinsamen Kommission für Lehrerausbildung auf Vorschlag des Fachbereichsrates am Tage nach ihrer Bekanntmachungen in den Amtlichen Mitteilungen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Kraft.

(2) Das vor Inkrafttreten dieser Ordnung durchgeführte Studium gilt als ordnungsgemäß, wenn die Bestimmungen der PVO-Lehr I über die Zulassungsvoraussetzungen zur Zwischenprüfung und zur Ersten Staatsprüfung beachtet worden sind.

Webmpwqeastelb9r (sa.neumajqxnnnzaf@uolvf.derulz) (Stand: 07.11.2019)