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Wiederansiedlung von Makrozoobenthosorganismen in Fließgewässern

Laufzeit: Dezember 2014 - Dezember 2018

Finanzierung: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen NRW (LANUV)

Beschreibung

Die in diesem Projekt angelegte Dissertation beschäftigt sich mit der Wiederansiedlung von gewässertypspezifischen Makroinvertebraten. Diese sollen in dem Vorhaben von einem typgleichen Spendergewässer in ein Empfängergewässer übertragen werden (sandgeprägter Tieflandbach Typ 14).

Die Hauptanliegen des Projektes sind:

a) die Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung einer Methode zur schonenden Übertragung von  aquatischen        Makroinvertebraten

b) die Umsiedlung von Makroinvertebraten von einem Spendergergewässer mit    typspezifischen Arteninventar      in ein Empfängergewässer mit verarmter invertebraten Fauna (bei welchem die Gründe der biologischen              Verarmung allerdings bekannt und behoben sind).

 

Kurzfassung

In den letzten Jahrzehnten fand eine Abnahme der Artenvielfalt von aquatischen Makroinvertebraten statt. Gründe hierfür sind unter anderem die degradierten Habitat Strukturen in Flüssen und Bächen die im Zuge von Gewässerbegradigungen entstanden. Die daraus resultierenden Defizite der Ökosystemfunktion von Fließgewässern sollen durch die Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinie (EU WRRL 2000) kompensiert werden. Ein Ansatz ist, durch die Neuschaffung von struktureller Vielfalt, dem Ziel der Wasserrahmenrichtlinie zu Gewässern mit gutem ökologischem Zustand näher zu kommen.

Allerdings führen Verbesserungen der Gewässerhydromorphologie nicht automatisch zu einer Verbesserung der bewertungsrelevanten aquatischen Lebensgemeinschaften. Die oft fehlende oder nicht ausreichend ausgebildete Habitat Vernetzung kann eine natürliche Wiederbesiedlung durch Drift, Aufwanderung oder Eiablage erschweren. An Gewässerabschnitten, wo der erwartete natürliche Wiederansiedlungserfolg nach Jahren ausbleibt, kann über eine aktive Wiederansiedlung von typspezifischen Makroinvertebraten als ein Lösungsweg nachgedacht werden.

In diesem Projekt ist unser Ziel eine Methode für die sanfte Umsiedlung von typspezifischen benthischen Makroinvertebraten zu entwickeln. Es sollen Makroinvertebraten von einem Spendergewässer in ein Empfängergewässer umgesiedelt werden. Hierbei soll die Probenahme, der Transport sowie das  Entlassen der Organismen in das Empfängergewässer möglichst schonend geschehen um den Stresslevel der Tiere niedrig zu halten.

Die Entwickelte Methode, in der sich die natürliche Substratbindung der Makroinvertebraten zu Nutze gemacht wird, soll angewandt und evaluiert werden. Weitere Erfolgskontrollen und anschließendes Monitoring der Gewässerstrecke im Empfängergewässer sollen Aufschluss über den Erfolg des Vorhabens geben.

 

Bilder und Filmdokumente

 Pictures: T. Korte (Emschergenossenschaft/Lippeverband)

 

Jutta Behrtkeniguvcs (judkttaq79kd.b4aehrjyens@apuorq6hhl.dcblepb/) (Stand: 20.12.2019)