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Neues aus der Akademie

Freie Plätze im Workshop:

"Führung und Betreuung von PhDs"

für Promovierende und Postdocs am 09.-10.04.2019. Weitere Infos hier

Termine

Praktische Zugänge zur Räumlichkeit des Sozialen. Hilfestellungen zur Interpretationstechnik (Dr. Christian Fritz-Hoffmann)

3GO + Graduiertenakademie

Raum ist spätestens seit dem spatial turn in den 1980er Jahren fest etabliert als analytische Kategorie in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Seither wurden nicht nur Bindestrich-Disziplinen etabliert, wie die Raum- und Stadtsoziologie, sondern der Raum bietet auch ein wissenschaftliches Arbeitsfeld, in dem sich verschiedene Disziplinen über einen gemeinsamen Gegenstand verständigen können.
Die Vielseitigkeit räumlicher Prozesse in sozialen Praktiken garantiert so einerseits eine große Anschlussfähigkeit für Doktorarbeiten: Man wird irgendwann immer fündig, wenn es darum geht, Handlungen, Diskursen, Netzwerken, Technologien oder Institutionen Raumbezüge nachzuweisen - irgendwo „räumelt“ es immer. Gleichzeitig besteht so aber auch die Gefahr, dass es bei einer bloßen Beschwörungsformel bleibt und die Rede vom Raum banal wird: Wenn es - ähnlich solchen Begriffen wie Zeit, Sein oder Sinn – überall auch immer eine räumliche Dimension gibt, was ist daran dann besonders? 
Der Workshop möchte in diesem Spannungsfeld ansetzen und konkrete Interpretationshilfen bieten, mit denen man die Räumlichkeit des Sozialen erschließen kann. Dabei steht die Interpretationspraxis im Fokus: Wie genau erarbeitet man Raumdimensionen, wenn man mit empirischen Daten konfrontiert ist? Wo in den Daten „steckt“ der Raum?
Interpretationstechniken gehören zu jeder Form der Sozialforschung, sei es in Gestalt eines Kodierparadigmas, der sequentiellen Vorgehensweise in der objektiven Hermeneutik oder der Regressionsanalyse. Wir werden uns mit qualitativen Interpretationstechniken beschäftigen, da es uns um die Frage geht, inwiefern in einzelnen Daten qualitativ Raum „vorkommt“ bzw. wie mit Daten Raum verknüpft ist. Dabei kann es um Bilder, Videos, Texte o.a. gehen. Wir werden insbesondere auf Ideen aus der Physik und der Phänomenologie zurückgreifen und in konkrete Interpretationstechniken übersetzen. Physik und Phänomenologie erscheinen auf den ersten Blick als zwei entgegengesetzte Zugangsweisen, eine objektiv messend, die andere subjektiv spürend. Tatsächlich aber konvergieren Raumvorstellungen der Relativitätstheorie und der neueren Phänomenologie in der Auffassung, dass Raum im Grunde eine Ausdrucksform von Bewegung ist. So gesehen, bieten Physik und Phänomenologie zwei komplementäre Perspektivierungen, die wir uns zu Nutze machen können. 
Der Workshop ist für zwei Tage angesetzt. Er setzt kein fundiertes theoretisches Wissen über Raum voraus und kann sowohl von Personen zu Beginn oder am Ende Ihrer Dissertation besucht werden. Voraussetzung ist die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten und die eigenen Frage- und Problemstellungen zu Räumen mit einzubringen. Die TeilnehmerI*nnen werden zudem gebeten, empirische Datenstücke mitzubringen, die sie bereits auf Raumfragen hin bearbeitet haben.

Anmeldung bitte über Stud.IP vornehmen.

Beginn

18. Juli 2019 – 19. Juli 2019

Webmeiwyasdyldterbqljn (linxqslda.j1eaucwkg5h@uolmrfb7.de) (Stand: 03.04.2019)