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Promotionsprojekt

Ethnopoetik. Literatur als Reflexionsraum der Ethnografie

ABSTRACT

Das Dissertationsprojekt thematisiert die schöpferische und reflexive Dimension ethnografischer Texte anhand zweier Fälle: Michel Leiris (1901–1990) und Hubert Fichte (1935–1986). Beide sollen in einer Engführung von Literatur- und Ethnologiegeschichte als Vorboten einer umfassenden Rekonfiguration der funktional differenzierten Moderne etabliert werden. In einem doppelten Zugriff von Diskurs- und Textverfahrensanalyse soll die Ausgangsthese gestützt werden, der zufolge bei Leiris und Fichte die ethnopoetologische Reflexion eine (Re-)Subjektivierung des modernen Forscher-Ich im Bezugsmodus kultureller Alterität leiste. Die Neubestimmung des ethnografischen Subjekts bilde dann den Auftakt zu einer Nivellierung kulturpolitischer Hierarchien und einer Symmetrisierung der Ethnologie als Anthropologie, wie sie im heutigen anthropologischen Diskurs entworfen wird.

Kurzbiografie

2015-2018

Kollegiat im Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung"

Sept.-Dez. 2017

Forschungsaufenthalt am German Department der Columbia University New York

SoSe 2017

Lehrbeauftragter am Fachbereich 10 (Germanistik) der Universität Bremen

WiSe 2016/17

Lehrbeauftragter des Instituts für Germanistik der Universität Oldenburg

SoSe 2016

Lehrbeauftragter des Instituts für Germanistik der Universität Oldenburg

2007-2014

Studium der Komparatistik, Philosophie und Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2009-2010   Studium der Philosophie an der Université Jean Moulin Lyon III

Während des Studiums studentische Hilfskraft

  • am Institut für Erziehungswissenschaft (Abt. Schulpädagogik) der JGU Mainz,
  • am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz (Redaktion),
  • am Institut für Soziologie der JGU Mainz (Abt. Soziologische Theorie und Gender Studies) und
  • am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsmedizin Mainz
 

Lehre

SoSe 2017 Seminar „Literarischer Primitivismus“, Fachbereich 10 (Germanistik), Universität Bremen
WiSe 2016/17 Seminar „Einführung in die Erzähltheorie“, Institut für Germanistik, Universität Oldenburg
SoSe 2016 Seminar „Forschungsreisen im Roman des 20. Jahrhunderts“, Institut für Germanistik, Universität Oldenburg

Veröffentlichungen

Erstaunliches Lichtspiel. Claude Lévi-Strauss und die Kunst der Ethnographie, in: Timo Kehren / Carolin Krahn / Georg Oswald / Christoph Poetsch (Hg.): Staunen. Perspektiven eines Phänomens zwischen Natur und Kultur,  Paderborn u.a.: Wilhelm Fink 2019, S. 111–131.

Au revoir, critique! B.B. im Gespräch mit Philipp Felsch über Merve, Kritik und Theorie als Lebensform, in: testcard 25 (2017), S. 42–50.

Kritik der Selbst-Bildung. Routine und Eigensinn in den Praktiken der Subjektivierung. Bericht zur Summer School: „Kritik der Selbst-Bildungen. Routine und Eigensinn in den Praktiken der Subjektivierung“, 13.–14. September 2016, in: H-Soz-Kult, 02.12.2016 (zusammen mit Alexandra Janetzko, David Adler, Hannes Glück und Stefan Kühnen).

REZENSIONEN (AUSWAHL)

Eine Ethnologie der Literatur. Irene Albers über Michel Leiris, in: Romanische Studien (im Erscheinen).

Dorothee Kimmich: Ins Ungefähre. Ähnlichkeit und Moderne, Paderborn: Konstanz University Press 2017, in: KulturPoetik 18 (2018) H. 1, S. 118–122.

„Soll ich schreiben, daß ich Dich brauche?“ Hubert Fichtes Briefe an Leonore Mau, in: literaturkritik.de 12/2016.

Entstellte Anthropologie. Michael Taussigs neu aufgelegte Geschichte von »Mimesis und Alterität« ist eine Lektüre wert, in: literaturkritik.de 03/2015.

Vorträge

Selbstgewinn und Selbstverlust. Dezentrierungen der Subjektivität im Diskurs der Moderne (mit Antonio Roselli) – Interdisziplinäre Tagung: „Mich zu verlieren / Bin ich da!“ Über Selbstverlust und Welterfahrung in der Moderne, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 09.05.2019.

Über den Ursprung der Sprache. Heuristische Primitivierung bei Lucien Lévy-Bruhl, Walter Benjamin und Michel LeirisInternationales Kolloquium: Früher und woanders. Zur Karriere eines heuristischen Schemas in der Prähistorie, Ethnologie, Geschichte und Philosophie, Université de Poitiers, 18.10.2018.

Ethnologie als Ethologie. Beobachtungen zum verhaltens- und evolutionsbiologischen Diskurs in Hubert Fichtes ethnologischer Poetik, 4. Deutsch-polnisches Forschungskolloquium für Nachwuchsgermanisten, Otto von Guericke-Universität Magdeburg, 20.09.2018.

Ding und Bedeutung. Verhältnisse im Postsurrealismus (Francis Ponge/Roland Barthes), 6. Internationale Konferenz des European Network for Avant-Garde and Modernism Studies, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 07.09.2018.

Expedition in eigener Sache. Von der ethnologischen Feldhermeneutik zur trepanierten Philologie – Tagung: Der Auftritt. Performanz in der Wissenschaft und die Erzeugung wissenschaftlicher Evidenz, Fritz-Thyssen-Stiftung Köln, 05.05.2018.

Dialektischer Primitivismus und die Magie der Sprache. Michel Leiris, Walter Benjamin, Hubert Fichte. – Nachwuchstagung: Forschungsfeld: Feldforschung. Erkundungen zwischen Literaturwissenschaft und Ethnologie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 07.03.2017.

Staunen als Anfang und Ende ethnopoetologischer Reflexion. Zur Aufhebung anthropologischen Staunens in einer ethnografischen Ästhetik der Verfremdung. – »Once you lose that sense of wonder…« Interdisziplinärer Workshop zum Staunen in Wissenschaft und Kunst, Buchnerhof bei Bozen, 02.09.2016.

 

We+obmn1tvxasterfouv (t.kdrcwoeltiojen@uolsgblr.deuzlup) (Stand: 07.11.2019)