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Frank Marquardt

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Promotionsprojekt

Der „Garten des Herrn in der fürchterlichsten Wildnis“.Verortung von Selbst- und Fremddisziplinierungen in den Herrnhuter Missionsgemeinen im dänischen Kolonialsystem 1730-1792

ABSTRACT

Die beiden Missionare Christian Georg Andreas Oldendorp und David Cranz treten zur Mitte des 18. Jahrhunderts in ihren jeweiligen Missionschroniken für St. Thomas und Grönland sowohl als Kritiker als auch als Partizipanten kolonialer Macht auf: Als Sklavenhalter auf St. Thomas und als Repräsentant dänischer Kolonialmacht in Grönland sahen sich die Missionare genötigt, europäische Überlegenheit zu inszenieren und Fehlverhalten zu sanktionieren. In diesen Grenzregionen „europäischer Zivilisation“ entwickelten sie im Zusammenspiel kollektiver Vorstellungen und autonomer Konfrontationen jeweils eigene Praktiken der Selbst- und Fremddisziplinierung, die anhand der von den beiden Akteuren verfasster Missionschroniken  in einem komparativen Zugang erschlossen werden sollen. Diese entwickelten Disziplinierungspraktiken, die über die Perspektive eines Beobachters der Beobachter Oldendorp und Cranz analysiert werden sollen, waren keinesfalls starr, sondern transformierten sich in verschiedenen social sites innerhalb des Kolonialgefüges. Eine solche Vorgehensweise verspricht weiterführende Erkenntnisse sowohl im Hinblick auf die Missionsgeschichte, welche Missionare oftmals als hierarchisch gelenkte homogene Gruppe betrachtet und kulturelle wie soziale Mehrfachzugehörigkeiten ausblendet, als auch über die Transformation von Praktiken im frühneuzeitlichen Kolonialismus aus mikrohistorischer Perspektive.

1. Einleitung und Erkenntnisinteresse

Von einem „Garten des Herrn in der fürchterlichsten Wildnis“1 schreibt der Herrnhuter-Chronist David Cranz, als er 1762 den Auftrag bekommt, die Geschichte der Missionare in der Herrnhuter-Gemeine2 auf Grönland zu beschreiben.

     Die Metapher des Gartens beschreibt die „Saat des Evangeliums“, welche unter den Bewohnern der „fürchterlichsten Wildnis“ ausgesät werden sollte.3 Es ist der Wille der Brüdergemeine zur trans-kontinentalen Vermittlung der christlichen Botschaft und damit zur „Zivilisierung“ im dänischen Kolonial-reich, den die Herrnhuter-Autoren David Cranz4 und Christian Georg Andreas Oldendorp5 in ihren Chroniken ins Zentrum ihrer als Erfolg inszenierten Missionsgeschichte setzen. Anfang der 1730er Jahre, nur wenige Jahre nach Auftragserteilung durch die dänische Krone, wurden zwei neue Gemeineorte mit dem Namen „Neu-Herrnhut“ eingeweiht, einer davon auf Grönland, der andere auf der karibischen Insel St. Thomas. Der von Cranz hervorgehobene Kontrast zwischen „Garten“ und „Wildnis“ verdeutlicht die Grenzsituation, in der sich die Diasporagemeinen6 befanden. Die klimatischen Extrembedingungen,7 die Unfähigkeit zur Selbstversorgung,8 der Widerstand gegen die Mission durch andere Akteure im Kolonialgefüge9 und die Frage nach einem angemessenen Umgang mit den zu zivilisierenden „Wilden“ brachten die Herrnhuter zu Beginn der Mission in Schwierigkeiten. Es stellt sich die  Frage, welche Umgangsweisen zur Bewältigung dieser vielen Herausforderungen entwickelt und welche Rechtfertigungsstrategien gegenüber den Vorgaben der Mission formuliert wurden.

     In diesem Dissertationsprojekt, „Garten des Herrn in der fürchterlichsten Wildnis“ soll das transforma-torische Potential von Praktiken in den Herrnhutermissionen Grönlands und Dänisch-Westindiens anhand von in Selbstzeugnissen reflektierter Selbst- und Fremddisziplinierung untersucht werden.  Unter Disziplinierung wird hier, in Anlehnung an Norbert Elias die Einpassung in die von den Missionaren als Ordnung erkennbaren Form des Zusammenlebens verstanden.10

     Aufgrund der schwierigen Lage waren die Herrnhuter gezwungen die ‚üblichen‘ Religions-, Alltags und Zivilisierungspraktiken signifikant abzuändern. Beispielhaft sei an dieser Stelle die Anschaffung eigener Sklaven in der Karibik genannt. 1738 wurde das Misstrauen  der Plantagenbesitzer, welche die Missionare als Unruhestifter wahrnahmen, so groß, dass die Brüdergemeine eine eigene Plantage kaufte.11 Entgegen der Forderung aus Herrnhut sich in Fragen der Sklaverei neutral zu verhalten,12 änderte der Kauf der Plantage nicht nur die Rolle der Herrnhuter im Kolonialgefüge, sondern beeinflusste maßgeblich transforma-torische Prozesse bei den Praktiken der Fremddisziplinierung.13 Die Frage, ob die Herrnhuter sich in der Rolle eines Plantagenbesitzers oder eines Missionars befanden, musste im dynamischen Kolonialgefüge stetig neu verhandelt werden.14 Ein Beispiel für die Anpassung von Selbstdisziplinierung ist die Aufgabe des Chorsystems. Als fester Bestandteil der Gemeinstruktur diente das Chorsystem der Einteilung von Mitgliedern nach Geschlecht und Alter. Ein Großteil der sozialen Interaktionen eines Mitglieds spielte sich innerhalb der Haus- und Gütergemeinschaft der Chöre  ab.15  Die geringe Größe der Gemeine zwang die Missionare jedoch mit dieser vorher wichtigen kollektiven Praktik zu brechen. Dieser erzwungenen Modifikation entgegen, stand die große Bedeutung von identitätsstiftenden Praktiken wie dem Liebesmahl, den täglich weltweit verbreiteten Losungen oder eben auch dem Chorsystem, durch welche ein globales Gemeinschaftsgefühl aufrechterhalten werden sollte.16 Welche dieser vorab vom Kollektiv der Herrnhutergemeine vorgegebenen Praktikenbündel17 autonom von den Diaspora-Gemeinen verändert wurden, um sich im Kolonialgefüge als mitspielfähig zu behaupten, soll daher mittels einer Untersuchung der Disziplinierungspraktiken beleuchtet werden.

     Die Frage nach der Beeinflussung und Veränderung von Praktikenbündeln soll eingebettet werden in eine Untersuchung von verschiedenen Graden an Autonomie und Kollektivität. Bisher wurden die Herrnhuter, sowohl global- als auch mikrohistorisch, überwiegend als homogenes  Kollektiv betrachtet. Auf der Makroebene wird dabei immer wieder auf die zentrale Rolle von Herrnhut für die identitätsstiftenden Praktiken und das evozierte Gemeinschaftsgefühl  hingewiesen. Eine wichtige Forschungsgrundlage hierfür legte Gisela Mettele in ihrer Habilitationsschrift „Weltbürgertum oder Gottesreich. Die Herrnhuter Brüder-gemeine als globale Gemeinschaft“.18  Auch auf der Mikroebene wird die Diasporamission zumeist als homogene Gruppe dargestellt, die kollektivhandelt bzw. Anpassungsleistungen verbringt. Als entscheidende mikrogeschichtliche Forschungen sind hier vor allem die  Arbeiten von Jon Sensbach19 für die Karibik sowie Maike Schmidt20 und Einar Lund Jensen21 für Grönland zu nennen.  Eine dezidiert praxeologische Untersuchung zu der Verortung einzelner Akteure im Kolonialgefüge findet sich bisher voranging in den Aufsätzen von Jessica Cronshagen und Dagmar Freist22 zur Brüdergemeine in Surinam. Cronshagen analysiert die internen Legitimationsansätze der Herrnhuter für das Halten eigener Sklaven in Paramaribo und damit einer Anpassung der Gemeine an die lokalen Bedingungen.23 Dagmar Freist zeigt in einem globalen Netzwerk verankerte, identitätsstiftende, aber auch ausgrenzende Briefpraktiken auf und macht diese an, in persönlichen Briefen evozierten und vermittelten, Klang- und Geräuschkulissen (soundscapes) fest.24 In diesem Projekt, welches eng an bestehende Forschung der Universität Oldenburg angebunden ist25, soll daher ein Fokus auf Veränderung und Anpassung  des individuellen Handelns der Akteure im Kolonialgefüge gelegt werden. Hinsichtlich des Erkenntnisintereses scheint es sinnvoll die Frage von Autonomie und Kollektivität auf zwei Ebenen zu untersuchen. Zum einen die in den Selbstzeugnissen beobachtbare individuelle Anpassung von Disziplinierungspraktiken einzelner Akteure gegenüber dem konstruierten Kollektiv der Diasporamission. Greifbar wird die Autonomie einzelner Akteure zum Beispiel durch eine Analyse der kulturellen und sozialen Mehrfachzugehörigkeiten26, die eine gewisse Distanz gegenüber dem Herrnhuter „Weltbürgertum“ ermöglichte.27 Hierbei wird das Potential einer komparativen Vorgehensweise deutlich: Transformatorische Prozesse beider Gemeinen können verglichen werden, wodurch herausgearbeitet wird, wie Anpassung erfolgreich wird und welche Praktiken so stark vom Kollektiv geprägt sind, dass sie unverändert bleiben. Aus dieser Darstellung lassen sich folgende Thesen zusammenfassen, die in diesem Dissertationsprojekt weiter untersucht werden sollen:

  • Die Anpassung der Herrnhutermissionare an die koloniale Grenzsituation ist ein transformatorischer Prozess
  • Die mithilfe von Selbstzeugnissen beobachtbare Reflexion von und Situierung in Praktiken der Disziplinierung ermöglicht es Modifikationen zu analysieren
  • Die Praktiken der Selbst- und Fremddisziplinierung beeinflussen maßgeblich das soziale Zusammenleben in der Mission.
  • Anpassung  ist das Produkt eines Aushandlungsprozesses zwischen einer in Kolonialgefüge weitgehend autonom handelnden Diasporagemeine und dem Kollektiv der weltweiten Brüderunität.

Bei der bisherigen Untersuchung von Anpassung in den Diasporagemeinen wurden als Auslöser zumeist singuläre Events oder Entscheidungen von leitenden Persönlichkeiten wie zum Beispiel dem Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf identifiziert, dem sich die Gemeine kollektiv fügte. Die Untersuchung von Anpassung und Veränderung der Herrnhuter im dänischen Kolonialgefüge als transformatorische Prozesse hat bisher wenig Aufmerksamkeit bekommen. Die beiden Missionschroniken von Oldendorp und Cranz ermöglichen es, das durch die Grenzsituation bedingte und erzwungene transformatorische Potential von Disziplinierungs-praktiken zu untersuchen. Diese Arbeit verortet sich damit auch in dem übergeordneten, von Jürgen Osterhammel geprägten, Forschungsdiskurs nach der Frage von der Rolle der Missionare im Kolonialgefüge.28

2. Methodisches Vorgehen

Zunächst sollen Indikatoren und Gründe für mögliches autonomes Handeln anhand der Beeinflussung und Veränderung von Disziplinierung und deren Verortung in den jeweiligen Kolonialgefügen für beide Missionen separat herausgearbeitet werden. Beispielhaft wäre hier das  Verhalten der Herrnhuter bei körperlichen Strafen an Sklaven zu nennen. Trotz der Beteuerung sich aus den weltlichen Angelegenheiten der Sklaverei herauszuhalten,29 treten die Missionare immer wieder als Anwälte für Sklaven in Erscheinung oder gewähren „Maron gelaufenen“30 Sklaven Unterschlupf. In anderen Fällen unterstützen sie die Straf-maßnamen der Plantagenbesitzer, wenden selber körperliche Gewalt an oder nutzen den Ausschluss aus der Missionsgemeine als wirkungsvolles Mittel der Disziplinierung. Durch einen Vergleich der zwei Herrnhutergemeinen im dänischen Kolonialstaat soll deutlich werden, wie flexibel die Missionare in ihrem autonomen Handeln sind, aber auch welche Aspekte unangepasst bleiben, um die identitätsstiftende Wirkmacht der Gemeine zu bewahren. Die nötige Anpassung an das lokale Setting, zum Beispiel durch die Anschaffung eigener Sklaven oder die Nutzung lokaler indigener Narrative in der Vermittlung eines christlichen Gottesbildes, steht dabei in ständiger Reflexion mit der eigenen Zugehörigkeit zu Herrnhutergemeine.

     Entscheidend für die Untersuchung von Disziplinierungspraktiken in Selbstzeugnissen ist die Doppel-perspektive des einerseits rückblickenden Beobachters, der die Disziplinierungspraktiken in seinen Selbstzeugnissen inszeniert und anhand eigener Lernprozesse mitunter reflektiert31 und andererseits des Teilnehmers, der sich in diesen Praktiken selber subjektiviert. Die Untersuchung beider Ebenen der Selbstbildung als reflexive Prozesse wird eine zentrale Rolle in der Quellenanalyse einnehmen. Diese werden in Anlehnung an Theodore Schatzkis Konzept der social Site als Arrangements materieller und ideeller Entitäten verstanden, die in der jeweiligen Aufführung einer Praktik neu ins Verhältnis gesetzt werden.32 Durch die Analyseoptik der social site soll die Teilhabe der Akteure Oldendorp und Cranz an Disziplinierungpraktiken beobachtet werden. Von zentraler Bedeutung sind hierbei die Verknüpfung der verschiedenen als Bündel (practice arrangement bundle) definierten Praktiken.33

3. Quellengrundlage

     Ziel der Chronisten war es dabei einen „unverfälschten“34 Blick auf den Missionsalltag, die Praktiken der Zivilisierung sowie die Fauna, Geographie und die Bewohner der Inseln geben. Insgesamt wurde die Missionsgeschichte beider Kolonien in knapp 4000 Seiten veröffentlicht. Wie Jon Sensbach bereits 2009 bei Oldendorps Chronik bemängelte,35 liegt der bisherige Forschungsschwerpunkt auf den 1777 von der Gemeine veröffentlichten Versionen. Kurz vor der geplanten Veröffentlichung entzog die Unitäts-Ältesten-Conferenz (UÄC)36 Oldendorp die Kontrolle über sein Buch. Die Darstellung von brutaler Disziplinierung und die Kritik an den Lebensumständen der Sklaven veranlassen die UÄC, Oldendorps Skript durch Johan Jacob Bossart überarbeiten zu lassen. Diese nachträglichen Zensuren unterstreichen das Interesse der UÄC, nicht als soziale Aufrührer dargestellt zu werden und ein Bild von einer vereinten und neutralen Brüdergemeine zu evozieren.

Im Rahmen des 2002 abgeschlossenen Projekts des Völkerkunde Museums in Dresden37 wurde die bis dato unveröffentlichte und knapp 1500 Seiten längere Handschriftensammlung Oldendorps transkribiert Aufgrund des größeren Umfangs liefert Oldendorps Skript eine deutlich genauere Beschreibung von religiösen und zivilisatorischen Praktiken. Aus einem Beschwerdebrief Oldendorps lässt sich entnehmen, dass die Aufzeichnungen von David Cranz umfangreicher sein müssten, als die finale veröffentlichte Version. Es wird demnach Teil der Quellenrecherche von diesem Dissertationsprojekt sein, den Editions- und Publikationsweg der Grönland-Chronik nachzuverfolgen. Wenn auch diese Chroniken die wohl einflussreichsten Selbstzeugnisse dieser Missionen sind, so ist der mögliche Quellenkorpus für ein Dissertationsprojekt umfangreicher.38 Lebensläufe und Briefe, sowohl aus Grönland als auch aus der Karibik, wurden als Teil der Herrnhuter-Erinnerungskultur39 zentral im Unitätsarchiv Herrnhut archiviert.


1     Cranz, David: Historie von Grönland. Die Beschreibung des Landes und der Einwohner etc. insbesondere die Geschichte der dortigen Mission der evangelischen Brüder zu Neu.- Herrnhut und Lichtenfels 1765 (Zinzendorf-Edition), hg. v. Erich Beyreuther /Matthias Meyer, Hildesheim 1995, S. 725.

2     Quellenbegriff: Die Herrnhuter bezeichnen sich bis heute als „Gemeine“ nicht Gemeinde.

3     Vgl. Richards, Helen: Distant Garden. Moravian Missions and the Culture of Slavery in the Danish West Indies, 1732-1848, in: Journal of Moravian History 2 (2007), 55-74, hier: S. 55.

4     Vgl. Cranz: Grönland.

5     Vgl. Oldendorp, Christian Georg Andreas: Historie der caribischen Inseln Sanct Thomas, Sanct Crux und Sanct Jan, insbesondere der dasigen Neger und der Mission der evangelischen Brüder unter denselben 1777, Erster und Zweiter Teil, hg. und ed. v. Meier, Gudrun / Palmié, Stephan / Stein, Stefan, Dresden 2002.

6     Darstellung des Diaspora-Begriff im Kontext der Herrnhuter Missionsgemeine, vgl. Cronshagen, Jessica: Herrnhuter Diaspora, Erinnerungskultur und Identitätsbildung „in Abwesenheit“ Briefnetzwerke zwischen Europa und Surinam, in: Freist; Dagmar / Weber, Matthias (Hgg.): Religion und Erinnerung. München 2015, 201-219, hier S. 202f.

7     Vgl. Meyer, Dietrich: Zinzendorf und die Herrnhuter Brüdergemeine, Göttingen 2009, S. 40.

8     Vgl. Beyreuther, Erich: Einführung, in: Cranz, David: Historie von Grönland, hg. v. ders. /Matthias Meyer, Hildesheim 1995, S. 12.

9     Der Begriff Kolonialgefüge, geprägt von Dagmar Freist, beschreibt einen kolonialen, in diesem Fall karibischen, Raum und dessen Hinterland als „historisch situierten und imaginierten Interaktionsraum“. Vgl. Freist, Dagmar: „Ich schicke dir etwas Fremdes und nichts Vertrautes. Briefpraktiken als Vergewisserungsstrategie zwischen Raum und Zeit im Kolonialgefüge der Frühen Neuzeit, in: Dies. (Hg.): Diskurse – Körper – Artefakte. Historische Praxeologie in der Frühneuzeitforschung, Bielefeld 2015, 373-404, hier: S. 384.

10   Zitiert nach Heiland, Hans-Günther: Selbst- und Fremddisziplinierung im Zivilisationsprozess, in: Freehse, Detlev / Löschper, Gabi / Schumann, Karl: Strafrecht, soziale Kontrolle, Soziale Disziplinierung, Opladen 1993, 307-327, hier. S. 309. Heiland, Hans-Günther: Selbst- und Fremddisziplinierung im Zivilisationsprozess, in: Freehse, Detlev / Löschper, Gabi / Schumann, Karl: Strafrecht, soziale Kontrolle, Soziale Disziplinierung, Opladen 1993, 307-327, hier: S. 309.

11    Vgl. Oldendorp: Erster Teil, S. 266.

12    Sitzungsprotokolle der Synode in Marienborn 1769. Bemerkungen zur Beurteilung der Sklaverei (UA Herrnhut R.28. 62 I.a), zit. nach: Meier, Gudrun: Quellen und Dokumente, in: Christian Georg Andreas Oldendorp: Historie der caribischen Inseln Sanct Thomas, Sanct Crux und Sanct Jan, insbesondere der dasigen Neger und der Mission der evangelischen Brüder unter denselben. 1777, Kommentarband, hg. und ed. v. Meier, Gudrun / Palmié, Stephan / Stein, Stefan, Dresden 2010, 143-180, hier: S. 152f.

13    Einen entscheidenden Beitrag für den Umgang der Herrnhuter mit Sklavenfrage leistete Jan Hüsgen mit seiner Dissertation: Vgl. Hüsgen, Jan: Mission und Sklaverei: Die Herrnhuter Brüdergemeine und die Sklavenemanzipation in Britisch- und Dänisch-Westindien, unveröffentlichte Dissertationsschrift (2016).

14    Vgl. Cronshagen, Jessica: „Owning the Body, Wooing the Soul – How Forced Labour was Justified in the Moravian Correspondence Network in 18th-Century Surinam“, unveröffentlichter Aufsatz (2016), 1-24, hier: S. 5.

15    Vgl. Mettele, Gisela: Weltbürgertum oder Gottesreich. Die Herrnhuter Brüdergemeine als globale Gemeinschaft 1727-1857, Göttingen 2009, S. 51.

16    Vgl. Brückner, Shirley: Providenz im Zettelkasten. Divinatorische Lospraktiken in der pietistischen Frömmigkeit, in: Wolfgang Breul/ Jan-Carsten Schnur (Hgg.): Geschichtsbewusstsein und Zukunftserwartung in Pietismus und Erweckungsbewegung, Göttingen 2013, 351-366, hier: S. 355.

17    Die von Theodore Schatzki geprägte Terminologie soll an dieser Stelle vorweg genommen werden. Der genaue Umgang mit der Analyseoptik der Social Site und der Practice Arrangement Bundle soll im folgenden Methodik-Teil näher beleuchtet werden.

18    Mettele: Gottesreich oder Weltbürgertum.

19    Sensbach, Jon: „Slavery, Race, and the Global fellowship: Religious Radicals confront the Modern Age“, in: Gillespie, Michele (Hg.): Pious Pursuits. German Moravians in the Atlantic World, Oxford 2007, S. 223-236.

20    Vgl. Schmidt, Maike: Grönland – wo Nacht und Kälte wohnt: eine imagologische Analyse, Göttingen 2011.

21    Vgl. Lund Jensen, Einar  / Raahauge, Kristine / Gulløv: Cultural Encounters at Cape Farewell. The East Greenlandic Immigrants and the German Moravian Mission in the 19th century, Chicago 2011.

22    Vgl. Cronshagen: Owning the Body, Wooing the Soul.

23    Vgl. Freist, Dagmar: A very warm Surinam kiss: Staying connected, getting engaged – interlacing social sites of the Moravian Diaspora in: Early Modern Diasporas, ed. by Dagmar Freist und Susanne Lachenicht, Ashgate: Farnham  (erscheint Herbst 2016).

24    Vgl. ebd.

25    Diese Dissertation ist angeschlossen an das kolonialgeschichtliche Projekt der Prizepapers und vor allem an das Teilprojekt von Cronshagen zur Herrnhutermission in Surinam.

26    Vgl. Medick, Hans: Einführung. Kulturelle Mehrfachzugehörigkeiten, in: Ulbrich, Claudia / Medick, Hans / Schaser, Angelika (Hgg.): Selbstzeugnis und Person. Transkulturelle Perspektiven, Köln / Weimar / Wien 2012, 181-182, S. 181.

27    Mettele: Gottesreich oder Weltbürgertum.

28    Vgl. Osterhammel, Jürgen: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009, S. 1263.

29    Vgl. Oldendorp: Zweiter Teil/1, S. 339.

30    Kreolischer Begriff für Flucht eines Sklaven, vgl. Oldendorp: Zweiter Teil/3, S. 1697.

31    Vgl. Ulbrich, Claudia/Medick, Hans/Schaser, Angelika: „Selbstzeugnis und Person. Transkulturelle Perspektiven“, in: Dies. (Hgg.): Selbstzeugnisse der Neuzeit, Köln/Weimar/Wien 2012, 1-18, hier: S. 11.

32    Vgl. Schatzki, Theodore: The Site of the Social. A philosophical account of the constitution of social life and change, Pennsylvania 2002, S. 64.

33    Vgl. Schatzki, Theodore: Primer on practice, in: Joy Higgs u.a. (Hgg.): Practice-Based Education, Rotterdam 2012, 13-26, hier: S. 17.

34    Meyer: Kommentarband, S. 159f.

35    Vgl. Sensbach, Jon: „Don´t Teach My Negroes to Be Pietists: Pietism and the Roots of the Black Protestant Church“, in: Jonathan Strom / Hartmut Lehmann / James von Horn Melton (Hgg.): Pietism in Germany and North America 1680-1820, Burlington 2009, 183-198, hier: S. 184.

36    Erstnennung, im Folgenden mit UÄC abgekürzt.

37    Für einen kurzen Abriss zu dem umfangreichen Transkriptionsprojekt der Oldendorp Manuskripte, vgl. Meyer, Gudrun: Das Oldendorp-Projekt und seine Geschichte, in: Oldendorp, Christian Georg Andreas: Historie der caribischen Inseln Sanct Thomas, Sanct Crux und Sanct Jan, insbesondere der dasigen Neger und der Mission der evangelischen Brüder unter denselben. 1777, Erster Teil, hg. und ed. v. Meier, Gudrun / Palmié, Stephan / Stein, Stefan, Dresden 2000,19-22, hier: S. 21.

38    Vor allem: A.07.01.01 sowie: A.07.01.02. Missionsbestände und H.01. Lebensläufe.

39    Vgl. Mettele: Gottesreich oder Weltbürgertum, S. 192.

Literaturübersicht (Auswahl)

Quellen

CRANZ, DAVID: Historie von Grönland. Die Beschreibung des Landes und der Einwohner etc. insbesondere die Geschichte der dortigen Mission der evangelischen Brüder zu Neu.- Herrnhut und Lichtenfels 1765 (Zinzendorf-Edition), hg. v. Erich Beyreuther / Matthias Meyer, Hildesheim 1995.

OLDENDROP, CHRISTIAN GEORG ANDREAS: Historie der caribischen Inseln Sanct Thomas, Sanct Crux und Sanct Jan, insbesondere der dasigen Neger und der Mission der evangelischen Brüder unter denselben. 1777, hg. und ed. v. Gudrun Meier / Stephan Palmié / Stefan Stein, Dresden 2000. Teil 1-2.

-: Brief an die Aeltestenconferenz der Unität am 2. Juni 1777 (UA Herrnhut R.15.B.a 25), zit. nach: Baldauf, Ingeborg: „Oldendorp als Historiker“, in: Christian Georg Andreas Oldendorp: Historie der caribischen Inseln Sanct Thomas, Sanct Crux und Sanct Jan, insbesondere der dasigen Neger und der Mission der evangelischen Brüder unter denselben. 1777, Kommentarband, hg. und ed. v. Gudrun Meier / Stephan Palmié / Stefan Stein , Dresden 2010.

-: Geschichte der Mission der evangelischen Brüder auf den caribischen Inseln S. Thomas, S. Croix und S. Jan, Barby 1777 (Zinzendorf-Edition), hg. v. Erich Beyreuther / Matthias Meyer, Hildesheim 1995.

-: Eigenhändiger Lebenslauf, in: Ders.: Historie der caribischen Inseln Sanct Thomas, Sanct Crux und Sanct Jan, insbesondere der dasigen Neger und der Mission der evangelischen Brüder unter denselben. 1777, Kommentarband, hg. und ed. v. Gudrun Meier / Stephan Palmié / Stefan Stein, Dresden 2010.

Sitzungsprotokolle der Synode in Marienborn 1769. Bemerkungen zur Beurteilung der Sklaverei (UA Herrnhut R.28. 62 I.a), zit. nach: Meier, Gudrun: „Quellen und Dokumente“, in: Christian Georg Andreas Oldendorp: Historie der caribischen Inseln Sanct Thomas, Sanct Crux und Sanct Jan, insbesondere der dasigen Neger und der Mission der evangelischen Brüder unter denselben. 1777, Kommentarband, hg. und ed. v. Gudrun Meier / Stephan Palmié / Stefan Stein, Dresden 2010.


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