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Andrea Querfurt

Promotionsprojekt

Auf den Spuren von Integrationslotsen. Eine praxeographische Analyse der Selbstbildung in Begegnungsräumen der Migration

Abstract

Seit einigen Jahren boomt ein Markt an Lehrgängen, Fort- und Weiterbildungen für ein ehrenamtliches Engagement als Integrationslotse für MigrantInnen. Vorrangig sind es ebenfalls MigrantInnen, die im Rahmen solcher kommunalen Integrationsprojekte adressiert werden, da sie aufgrund ihrer Erfahrungen und interkulturellen Kompetenzen, d.h. ihrer spezifischen „biographischen Ressourcen“, als besonders befähigt angesehen werden, als Brückenbauer, Kulturdolmetscher und Vermittler sowohl zwischen Kulturen als auch zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereichen zu fungieren.

Was für ein migrantisches Mittler-Subjekt bildet sich hier? Wie wird es gemacht und wie macht es sich zugleich? Wie wirkt es an der Subjektivierung von MigrantInnen und Einheimischen mit? Welche Spannungen hat es auszuhalten und welche (neuen) Möglichkeitsräume vermag es sich zu erschließen? Diesen Fragen geht das Dissertationsprojekt aus einer praxeologisch-poststrukturalistisch angelegten Perspektive nach. Im Fokus stehen Begegnungsräume der Migration, in denen sich Subjektivierungsszenen abspielen und welche gleichsam erst durch diese Szenen hervorgebracht werden.

Das Projekt verfolgt eine doppelte Zielsetzung. Zum einen soll ein eigenständiger subjektivierungstheoretischer Beitrag zur Migrationsforschung erbracht werden, indem das Subjekt der Migration gegenüber gängigen Forschungsparadigma neu perspektiviert wird.

Über den migrationswissenschaftlichen Beitrag hinaus wird versucht, mit dem Konzept des Begegnungsraumes wie auch mit der Ausarbeitung des szenischen Charakters der subjektivierenden Praxis substantiell zur Erarbeitung und Feinjustierung einer praxeologisch-poststrukturalistischen Analytik von Subjektivierungsprozessen beizutragen.

 

Webqzculmaster (t.+jswoeltjen@uol.djun8e) (Stand: 07.11.2019)