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Kristina Brümmer

Promotionsprojekt

„Vom wissenden Subjekt zur Mitspielfähigkeit und ihrer Subjektivierung in Praktiken. Eine praxeografische Studie am Beispiel der Sportakrobatik.”

Abstract

Dass die Akteure des Sports, um in seinem komplexen praktischen Geschehen mitspielfähig zu sein, lange Trainingsprozesse durchlaufen müssen, in denen sie durch kontinuierliche Übung sport(art)spezifische Wissensformen und Fähigkeiten ausbilden, umbilden und weiterentwickeln, liegt auf der Hand. Gleichwohl erweist sich die Frage nach der konkreten Hervorbringung kompetenter Sportler nicht nur in der Sportwissenschaft im Allgemeinen, sondern auch in der Sportsoziologie im Besonderen nach wie vor als weitgehend unbeantwortet. Unter Bezugnahme auf sozial- und kulturwissenschaftliche Praxis- und Subjekttheorien, interdisziplinäre Wissenskonzepte sowie unter Verwendung ethnografischer Methoden wird das Ziel verfolgt, dieses Forschungsdesiderat theoretisch und empirisch zu bearbeiten.

Die Hervorbringung kompetenter Sportler vollzieht sich in kollektiven, öffentlich beobachtbaren Praktiken, die sich über die Aktionen einzelner Akteure verteilen und durch ein überindividuelles, nur im körperlichen Vollzug existierendes know-how zusammengehalten und organisiert werden. In dem Maße, wie Akteure als Partizipanden in eine Praktik involviert werden, haben sie an ihrem spezifischen Wissen teil und verleiben es sich ein. Im phänomenalen Erleben der Akteure äußert sich das praktische Wissen als eine Art leibliches Gefühl, Gespür oder "Sinn für das Spiel" (Bourdieu) und gewährleistet nicht nur die Hervorbringung routinierter Praktiken, sondern erlaubt es zudem, Praktiken in unvorhergesehenen Situationen kreativ zu modulieren und im Zusammenspiel mit Ko-Akteuren die in Situationen liegenden Handlungspotenziale wahrzunehmen und flexibel zu realisieren. In und durch praktische Teilhabe bilden sich auf eine praktikspezifische Weise wissende - und auf Basis dieses Wissens spürende, wahrnehmende und denkende - Subjekte einer Praktik, die diese gemeinsam am Laufen halten. Für die empirische Erfassung sportlicher Praktiken und Subjektivierungsprozesse eignen sich insb. ethnografische Methoden: Mittels Beobachtungen von Trainingsprozessen in vivo und qualitativer Interviews soll im Rahmen des Promotionsvorhabens offen gelegt werden, wie Sportler gemeinsam das Gelingen ihrer Praxis sicherstellen, welche Formen des Wissens, Fühlens und Spürens hierbei zum Tragen kommen und wie diese in der kollektiven Trainingspraxis einverleibt und verkörpert werden.

 

Webmastldaer (t.wotd5e7elto6pgijen@sutuol.uricrde2wz) (Stand: 07.11.2019)