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Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Fakultät 1

- Hilbert Meyer –

Einleitung

zum Buch und zu den HOMEPAGE-Ergänzungen

Auf diesem Ordner finden Sie die im LEITFADEN UNTERRICHTSVORBEREITUNG, 13. Auflage 2007, in den einzelnen Lektionen angekündigten Reflexionsübungen und Ergänzungen zum Text.

Dateien zum Herunterladen – geschützte Dateien: Sie können die große Mehrzahl der hier versammelten Dateien herunterladen und für ihre Unterrichtsvorbereitungen „ausbeuten“. Die Stundenentwürfe von Studierenden und Referendar/innen sind jedoch geschützt v

Literatur: Das Literaturverzeichnis der 13. Auflage des LEITFADENS (Seiten 242—251) wird zusätzlich zum Herunterladen eingestellt. Literatur, die in den Reflexionsübungen und Ergänzungen zitiert wird, aber nicht im Literaturverzeichnis des LEITFADENS enthalten ist, wird in der jeweiligen Einzeldatei angegeben.

Vorbemerkungen zur 13. und zu der 1. bis 12. Auflage

Auflagenhöhe: Der LEITFADEN hat mehr Aufmerksamkeit gefunden, als Verlag und Autor dies beim Erscheinen der ersten Auflage im Jahr 1980 erwartet hatten. Das finden ich schön, aber man darf es nicht überinterpretieren. Auch aus der Auflagenhöhe der BILD-Zeitung folgere ich nicht auf hohe Qualität, wohl aber darauf, dass diese Zeitung bestimmte Bedürfnisse befriedigt, die andere Postillen schlechter bedienen.

Leider wird in den akademischen Diskursen viel zu wenig darüber nachgedacht, anhand welcher Gütekriterien Ratgeberliteratur beurteilt werden sollte. Eine zentrale Bedingung für die Akzeptanz solcher Bücher ist die Verständlichkeit. Ich hoffe, dass der theoretisch deutlich komprimierter abgefasste Text der 13. Auflage diesem Anspruch genügt.

Alter Wein in neuen Schläuchen? Es ist eine eigentümliche Erfahrung, sich dreißig Jahre später noch einmal mit demselben Thema zu beschäftigen. Besonders beeindruckend war für mich, wie stark das empirische Wissen über Gelingensbedingungen von Unterricht, aber auch über die Probleme und Misserfolge zugenommen hat, während es bei der didaktischen Umsetzung kaum wirkliche Neuigkeiten gibt – dort wo’s konkret wird, finden fast immer Rückgriffe auf die Klassiker vom Anfang des 19. und die Reformpädagogen vom Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Deshalb behaupte ich: Es ist weitgehend der alte Wein, aber er ist noch nicht gekippt. Nur die Schläuche sind runderneuert.

Feiertagsdidaktiken: Der 1980 an die damals tonangebenden Allgemeindidaktiker gerichtete Vorwurf, sie hätten nur „Feiertagsdidaktiken“ geschrieben, mit denen man im Schulalltag wenig anfangen könne, ist abgemildert worden. Ich meine weiterhin, dass diese Allgemeindidaktischen Modelle nicht als Anfängerdidaktiken taugen, aber sie behalten ihren Stellenwert für die Theoriediskussion, als Prüfungsdidaktiken und Orientierungsrahmen für die Richtlinien- und Schulbuchproduktion.

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Schülerorientierung: Die vor 30 Jahren aktuelle, damals eher anarchisch dahergekommene Idee der Schülerorientierung des Unterrichts ist in der Zwischenzeit bei fast allen Autoren und auch bei mir „domestiziert“ worden. Die Idee taucht aber - empirisch gewendet und politisch entschärft- als Forderung nach mehr Selbstregulation des Lernens, nach Stärkung der Subjektposition der Schüler und nach der Handlungsorientierung des Unterrichts wieder auf.

Kritiken: Die heftigste Kritik an diesem und meinen weiteren Ratgeberbüchern stammt von meinem Studienfreund und Kollegen Andreas Gruschka (2002). Er argumentiert, dass ich meine Texte derart eng an die Alltagerfahrungen der Leserinnen und Leser anschlösse, dass diesen die Chance genommen werde, das eigene Denken zu entwickeln und das kritische Hinterfragen zu üben. Das sehe ich anders. Ich versuche, die Leserinnen und Leser dort abzuholen, wo sie stehen. Aber ich möchte sie auch dazu verleiten, reflexive Distanz aufzubauen und sich selbst biografisch notwendige Entwicklungsaufgaben zu setzen.

Streit der frühen Jahre: Die erste Fassung dieses LEITFADENS aus dem Jahr 1979 ist aus der gemeinsamen Arbeit von Studentinnen und Studenten, Kontaktlehrern und Hochschullehrern der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Rahmen des Modellversuchs zur Einphasigen Lehrerbildung entstanden, in der die Erste und die Zweite Phase integriert worden sind. Eine damals wegweisende Neuerung, die leider 1982 wieder abgebrochen wurde. Wenn ich die Macht hätte, würde ich noch heute die Einphasigkeit wieder einführen, und zwar so, dass die Master-Phase der BA/MA-Studiengänge verlängert, dafür aber mit dem Referendariat fusioniert würde. Damals beschwerten sich einige Gymnasialdezernenten aus Osnabrück beim Niedersächsischen Kultusminister über meinen Text. Er schickte daraufhin einen Erlass an die Universität Oldenburg, in dem unser Rektor aufgefordert wurde, dafür zu sorgen, dass der LEIDFADEN nicht in der Lehrerbildung eingesetzt werde. Der Rektor hat dem Minister deutlich widersprochen und ihm einen dezenten Hinweis auf die im Grundgesetz verankerte Freiheit von Forschung und Lehre gegeben.

Kürzungen gegenüber der ersten Auflage des LEITFADENS: Mehrere Lektionen, in denen die 1980 heiß diskutierten allgemeindidaktischen Modelle dargestellt und miteinander verglichen wurden, sind leider aus Umfangsgründen weggefallen. (Sie finden meine Position dazu im Buch Jank/Meyer „Didaktische Modelle“.) Auch die im Geist und in der Sprache der 68er Jahre geschriebenen langen Passagen zum Alltagsbewusstsein, zu Schülerinteressen und zum heimlichen Lehrplan sind spürbar gekürzt oder ganz weggelassen worden.

Literatur:

- Gruschka, Andreas (2002): Didaktik. Das Kreuz mit der Vermittlung. Elf Ein­sprüche gegen den didaktischen Betrieb. Wetzlar: Büchse der Pandora.

Welyqfbmastmpf17er: Bettina Meyer (bettdlz1ina.me4d2wyerx2@uol.deixx) (Stand: 07.11.2019)