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Sprecherin

Prof. Dr. Barbara Paul

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Anschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät III - Sprach- und Kulturwissenschaften
Institut für Kunst und visuelle Kultur
Ammerländer Heerstraße 114-118
26111 Oldenburg

Forschungsprofil

Künstlerische Arbeiten, die sich gegen Festschreibungen überkommener Geschlechtervorstellungen wenden (oder sie zumindest in Frage stellen), werden zunehmend mit öffentlicher Aufmerksamkeit bedacht. Diese queeren oder als queer bezeichneten Positionen aus Kunst, Musik und Medien-/Populärkultur verknüpfen unterschiedliche künstlerische und ästhetisch-technische Ausdrucksformen miteinander, das heißt sie argumentieren intermedial und sind interdisziplinär angelegt. Als queere künstlerische Produktionen stellen sie sich explizit gegen heteronormative Strukturen, Regulierungen und Machtverhältnisse, zu denen sie Alternativen suchen. Sie stehen im Zentrum des kulturwissenschaftlich ausgerichteten Helene-Lange-Kollegs „Queer Studies und Intermedialität: Kunst – Musik – Medienkultur“.

Thematisiert wird zum einen eine Vielfalt an sozialen und sexuellen Identitäten, zum anderen eine grundlegende Kritik an der Vorstellung fixierter Identitäten. Dabei liegt der Fokus auf der lange Zeit vernachlässigten Kategorie der Sexualität bzw. des sexuellen Begehrens (desire). Bisher galt das Interesse vor allem dem biologischen (sex) und sozio-kulturellen Geschlecht (gender). Diese Forschungen werden nun von den Queer Studies um die machtpolitisch wichtige Fragestellung der Sexualität sowie weiterer normativer und normalisierender Ordnungssysteme ausgebaut.

Mit dem Begriff queer, der zunächst als homo- und transphobes Schimpfwort im Sinne von schräg, sonderbar und falsch kursierte, dann aber seit den 1980er, verstärkt seit den 1990er Jahren als politische (Selbst-)Bezeichnung eine positive Rückaneignung erfuhr, wird die Blickrichtung umgedreht: Heterosexualität und Heteronormativität sind nicht mehr als selbstverständlich anzusehen, sondern werden als das ‚Andere’ markiert. Somit lässt sich die Frage, was eigentlich ‚normal’ ist, neu stellen und in ihrer hegemonialen und normalismustheoretischen Relevanz grundsätzlich problematisieren.

Queer und intermedial argumentierende Arbeiten stellen tradierte, scheinbar selbstverständliche Wahrnehmungs- und Interpretationsgewohnheiten in Frage und eröffnen neue Lesarten. So sind die uns interessierenden künstlerischen Positionen zusammen mit ihrer Rezeption zu erforschen, wie etwa kunstkritische Besprechungen in einer Tageszeitung und musikalische Reenactments auf YouTube ebenso wie die in wissenschaftlichen Untersuchungen vorgeschlagenen Deutungen. Auf diese Weisen werden die in den Arbeiten zur Diskussion gestellten nicht-heteronormativen Konzepte, Narrationen, Fantasien und Utopien multipliziert, kommentiert und weiter verhandelt.

Webmaster (Stand: 28.09.2018)