CARE

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Prof. Dr. Dr. Yulia Golub

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften
Department für Humanmedizin
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26046 Oldenburg

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CARE

Cannabis Abstinence & Recovery Evaluation (CARE)

Hauptforscher*innen und Team

Prof. Dr. Yulia Golub 

Dr. Lisa Dandolo

Dr Tobias Grothe

Evgenii Shvedovskii

Studientyp: Prospektive, longitudinale Beobachtungsstudie mit drei Gruppen

Hintergrund

Regelmäßiger Cannabiskonsum im jungen Erwachsenenalter wird mit Unterschieden in verschiedenen kognitiven Funktionen in Verbindung gebracht. Besonders häufig untersucht wurden Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Weniger gut verstanden ist bislang, wie sich höhere exekutive Funktionen – insbesondere Inhibitions- und Interferenzkontrolle – während einer längeren Cannabisabstinenz verändern.

Bisherige Abstinenzstudien zeigen, dass sich einige kognitive Funktionen nach Beendigung des Cannabiskonsums verbessern können. Die Befunde sind jedoch nicht einheitlich, und der zeitliche Verlauf möglicher Veränderungen ist bislang nur unzureichend untersucht. Zudem ist bei wiederholten kognitiven Testungen schwer zu unterscheiden, ob Leistungsverbesserungen tatsächlich mit der Abstinenz zusammenhängen oder lediglich auf Übungs- und Wiederholungseffekte zurückzuführen sind.

Die CARE-Studie (Cannabis Abstinence & Recovery Evaluation) untersucht deshalb kognitive Veränderungen bei jungen Erwachsenen über einen Zeitraum von sechs Wochen. Dabei werden Personen, die eine selbst gewählte Cannabisabstinenz beginnen, mit weiterhin konsumierenden Personen und einer Kontrollgruppe ohne aktuellen Cannabiskonsum verglichen. Wiederholte kognitive Untersuchungen werden mit Angaben zum Konsum und objektiven biologischen Markern kombiniert.

Projektbeschreibung

CARE ist eine prospektive longitudinale Studie mit jungen Erwachsenen

  1. Cannabisabstinenz (CU-Abs):
    Personen mit regelmäßigem Cannabiskonsum, die sich entschieden haben, für sechs Wochen auf Cannabis zu verzichten.

  2. Fortgesetzter Cannabiskonsum (CU-Cont):
    Personen mit vergleichbarem regelmäßigem Cannabiskonsum, die während der sechs Wochen ihr bisheriges Konsumverhalten fortsetzen.

  3. Nichtkonsumierende Kontrollgruppe (NU):
    Junge Erwachsene ohne aktuellen Cannabiskonsum und mit minimaler Cannabiserfahrung in der Vergangenheit.

Zu den Zielen der Studie gehören:

1) Untersuchung kognitiver Veränderungen während der Cannabisabstinenz

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Inhibitions- und Interferenzkontrolle während einer sechswöchigen Cannabisabstinenz verändern. Dafür werden unter anderem Go/No-Go- und Flanker-Aufgaben eingesetzt. Die Entwicklung der Abstinenzgruppe wird mit weiterhin Cannabiskonsumierenden und Nichtkonsumierenden verglichen. Durch wiederholte Messungen in allen drei Gruppen sollen abstinenzbezogene Veränderungen von Übungs- und Wiederholungseffekten unterschieden werden.

2) Untersuchung weiterer kognitiver und psychologischer Veränderungen

Zusätzlich werden episodisches Gedächtnis und verschiedene Aufmerksamkeitsfunktionen untersucht. Erfasst werden außerdem unter anderem psychische Belastung, wahrgenommener Stress, Lebenszufriedenheit, Persönlichkeit und Merkmale des Cannabiskonsums. Dadurch soll untersucht werden, welche individuellen Faktoren mit unterschiedlichen Veränderungsverläufen zusammenhängen.

3) Objektive Erfassung von Cannabiskonsum und Abstinenz

Selbstberichteter Cannabiskonsum wird durch biologische Untersuchungen ergänzt. Dazu werden Urin-, Speichel- und Haarproben erhoben. Insbesondere Haaranalysen sollen längerfristige Veränderungen der Cannabisexposition abbilden. Dadurch kann untersucht werden, wie Veränderungen der objektiv erfassten Cannabisexposition mit Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit zusammenhängen.

4) Untersuchung biologischer Mechanismen

CARE untersucht explorativ auch mögliche biologische Veränderungen während der Abstinenz. Aus Blut- und Mundschleimhautproben werden DNA-Methylierung und genetische Variation untersucht. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Cannabisexposition, individuellen biologischen Unterschieden und kognitiven Veränderungsverläufen besser zu verstehen.

Studienablauf

 

Kontakt:  

(Stand: 24.09.2026)  |  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p121384
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