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22. Doktorandentreffen der Hydrogeologen vom 2.-4. Mai 2012 in Oldenburg

Das diesjährige Doktorandentreffen der Hydrogeologen begann am Mittwochabend (2. Mai) in einer Oldenburger Lokalität. Zwischen Wiedersehen und Kennenlernen wurde einmal mehr festgestellt, wie klein die (Hydrogeologen-)Welt doch ist. Die diesjährigen Teilnehmer kamen aus Kiel, Berlin, Clausthal-Zellerfeld, Hannover und natürlich Oldenburg.

Mit Freude wurde die Exkursion am kommenden Tag erwartet. Wir starteten am frühen Donnerstagmorgen in Richtung Bourtanger Moor nahe der Holländischen Grenze. Die Gruppe erwartete ein Tag rund ums Thema Moore und Torfabbau, der mit einem Besuch des Emsland Moormuseums in Groß Hesepe begann. Dort wurden wir in die Obhut der Biologin Dr. Hirndorf übergeben, die uns in den folgenden 2 Stunden einen interessanten Einblick in die Entstehungsgeschichte der Moore und ihre Bedeutung für Flora und Fauna geben konnte. Wider unserer norddeutsch geprägten Wettererwartungen verzogen sich sogar die Regenwolken, die unsere Hinfahrt begleitet hatten. So konnten wir (fast) trockenen Fußes eine Probenahme auf dem Gelände des Moormuseums durchführen. Mit einer kleinen Feldbahn, samt Lokomotivführer, ging es schwungvoll durch die renaturierten Torfflächen zu einem kleinen Holzsteg, der als „Bahnhof“ diente. Einige Meter weiter hatten wir einen passenden Platz zum Bohren gefunden und konnten hier in einem ca. 2,5 m tiefen Profil Hoch- und Niedermoor aufschließen. Auch wenn nicht alle die Begeisterung unserer biologisch interessierten Führung für die Vielzahl an Mücken und Fliegen teilen konnten, die uns fortwährend umgaben, wurden uns doch sehr anschaulich und detailliert die Eigenschaften und Unterscheidungsmerkmale von Schwarz- und Weißtorf sowie Hoch- und Niedermoor näher gebracht. Zurück im Moormuseum gab es zur Stärkung regionaltypische Buchweizenpfannkuchen.

Am Nachmittag konnten wir uns im Rahmen einer Besichtigung des weltweit agierenden Unternehmens Klasmann-Deilmann ein Bild über den industriellen Abbau von Torfvorkommen und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt machen. Hektargroße Flächen, auf denen derzeit aktiver Torfabbau betrieben wird, neben ebenso großen, bereits in der Renaturierung befindlichen Flächen, verdeutlichten die enormen Eingriffe in die Natur, aber auch den Zwiespalt zwischen Naturschutz und Nachfrage des Rohstoffes Torf.

Wieder in Oldenburg ließen wir den Abend in einer Pizzeria gemütlich ausklingen. Da zwei Teilnehmer kurzfristig absagten und zwei weitere nicht erschienen waren, starteten wir mit nunmehr noch 11 Teilnehmern am Freitag relativ gelassen in unser Tagesprogramm aus Vorträgen und Posterbeiträgen. Trotz sehr unterschiedlicher Themenbereiche wie unter Anderem dem Abbau- und Sorptionsverhalten organischer Spurenstoffe im Grundwasser, Nitratabbau, Untersuchungen anhand von Push-Pull-Tests oder der Charakterisierung von Süßwasserlinsen, folgte auf fast jeden Beitrag eine lange und konstruktive Diskussion. Schlussendlich hatte das aufgrund der ausgefallenen Beiträge unfreiwillig aufgelockerte Tagungsprogramm den angenehmen Effekt, sich ausführlicher mit der Thematik der Einzelnen auseinandersetzen zu können.

Insgesamt hatten wir 2,5 spannende und diskussionsreiche Tage, konnten Parallelen finden, Erfahrungen und Handynummern austauschen und neue Pläne schmieden. Im Rahmen der Abschlussbesprechung wurde die Aufgabe der Ausrichtung des nächsten Treffens in 2013 einstimmig nach Hannover vergeben. Dafür wünschen wir uns eine noch stärkere Teilnahme und hoffen, dass auch ein paar „süddeutsche“ Doktoranden den Weg dorthin finden.

An dieser Stelle möchten wir uns bei der FH-DGG, dem Emsland Moormuseum (insbesondere Michael Haverkamp und Frau Dr. Hirndorf) sowie der AG Hydrogeologie und Landschaftswasserhaushalt der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg für die Unterstützung bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung bedanken.

Webm87v0zaster (jarnixmnekc8zgj.gre4nskowh0viak@vpp9yuol.de+94ea) (Stand: 07.11.2019)