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apl. Prof. Dr. Luise Giani
Tel.: +49-(0)441-798-3332
Fax: +49-(0)441-798-19 4725
E-Mail: luise.giani(at)uol.de
Raum: A1 2-223c

Postanschrift
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Biologie und Umweltwissenschaften
AG Bodenkunde
26111 Oldenburg

Böden in Oldenburg

  Bodenprofile in Oldenburg

Podsol

Profil
 
Eisenhumuspodsol

 

Entstehung

Der Name Podsol stammt aus dem russischen und bedeutet „Ascheboden“. Podsole entstehen unter dem Einfluß hoher Niederschläge und geringer Jahresmitteltemperatur, auf Ca- und Mg-armen, gut durchlässigem Gestein und unter schlecht abbaubarer Streu (z.B. Nadelwald oder Heide). Unter diesen Bedingungen finden ausgeprägte Verwitterungs- und Verlagerungsprozesse statt. Deutlich sichtbar werden diese Prozesse am grau gebleichten Ae-Horizont und am darunterliegenden Bsh-Horizont. Durch die Versauerung und Verwitterung des Bodens werden Nährstoffe, Huminstoffe sowie Fe- und Al- Oxide aus dem Ae – Horizont ausgewaschen und im Bsh – Horizont angereichert. Podsole sind in Nordwestdeutschland weit verbreitet.

 

Standort

Dieses Profil wurde in Oldenburg-Wechloy (Posthalterweg) aufgenommen

 
 
Ah humoser Oberbodenhorizont
Ae Der Ae – Horizont ist grau bis hellgrau gefärbt und verarmt an Eisenoxiden und Huminstoffen. e steht für Elluvial- oder Auswaschungshorizont.
Bh Bh bezeichnet einen Unterbodenhorizont mit Anreicherung von Huminstoffen. Die Färbung ist meist dunkelbraun.
Bs Der Bs-Horizont ist angereichert mit Sesquioxiden (Eisen-, Aluminium- und Manganoxiden) und ist in der Regel rötlich gefärbt
Cv verwittertes Ausgangsmaterial
 
 

 

Niedermoor  
Niedermoor
 

Entstehung

 
Niedermoortorfe entstehen unter dem Einfluß von ständig an oder über der Geländeoberfläche anstehenden Grund- oder Überflutungswasser. Durch die sauerstoffarmen Verhältnisse wird der Abbau von Pflanzenresten stark gehemmt, die sich dann anreichern und Niedermoortorfhorizonte bilden. Niedermoore sind in der Regel nährstoffreicher und weniger stark versauert als Hochmoore, die nur durch nährstoffarmes Niederschlagswasser gespeist werden. 

Standort

Dieses Profil wurde in der Nähe des Woldsees, im Westen Oldenburgs aufgenommen.
 
Profil 
 
 
1
 
 
nH
 
 
Niedermoortorfhorizont mit > 30 % organischer Substanz und > 30 cm Mächtigkeit
 
 
 
 
 
 
Horizont am Gewässergrund
 
 
 
 

 

Niedermoorgley  
reliktischer Niedermoorgley

 

Entstehung

Gleye gehören zu den Grundwasserböden und weisen in der typischen Ausprägung ein Ah –Go – Gr – Profil auf. Der Name Gley kommt aus dem russischen und bedeutet soviel wie schlammiger Boden. Moorgleye entstehen, wenn sauerstoffarmes Grundwasser die Geländeoberfläche erreicht und der Abbau der organischen Substanz (Humifizierung und Mineralisation) gehemmt oder gar unterdrückt wird. Pflanzenreste reichern sich somit an der Bodenoberfläche an und bilden Niedermoortorfe.
Reliktische (überprägte) Niedermoorgleye entstehen durch Absenkung des Grundwassers. Der Gr – Horizont wird rasch in größere Tiefen verlagert. Reduzierte Eisenverbindungen (Fe2+) oxidieren zu Eisenoxiden und können zum Teil sehr stark ausgeprägte Verhärtungen, sog. Konkretionen, bilden (z. B. Raseneisenstein).

Standort

Das Bodenprofil wurde zwischen dem Uni-Standort Wechloy und dem Tegelbusch aufgenommen.

Profil

1  
Hn 
 
bezeichnet einen Niedermoortorfhorizont
2  
II rGo
 
II bedeutet, daß hier ein geologischer Schichtwechsel vorliegt. Go bedeutet, daß es sich hier um einen grundwasserbeeinflußten Horizont mit oxidierenden Eigenschaften handelt. 
3  
Gkso
 
Auch der Gkso – Horizont steht unter Grundwassereinfluß mit oxidierenden Verhältnissen. ks deutet auf verhärtete Eisenoxidkonkretionen hin.
 

Plaggenesch

 

Plaggenesch

 

Entstehung und Plaggenwirtschaft

Die Plaggenwirtschaft wurde zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert in Irland, den Niederlanden und Nordwestdeutschland eingeführt. Zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zur Steigerung der Erträge wurden nährstoffarme Böden im Mittelalter „aufgeplaggt“. Dazu wurden aus siedlungsfernen oder schlechter nutzbaren Flächen die oberen, gut durchwurzelten und humosen Bodenschichten abgetragen und in die Viehstelle verbracht. Dort wurden die Bodenplaggen mit den Exkrementen der Tiere angereichert und somit gedüngt. Anschließend wurden sie auf dem höher gelegenen Teil der Feldflur, dem sogenannten Esch, wieder ausgebracht. Im Laufe der Zeit entstanden so 40 – 150 cm mächtige E- Horizonte (E von Plaggenesch). Während die aufgeplaggten Böden mit Nährstoffen angereichert wurden, verarmten die siedlungsfernen, entplaggten Böden. Mit dem zunehmenden Einsatz von künstlich hergestellten Düngern wurde die Plaggenwirtschaft vor 50 – 100 Jahren eingestellt.

 

Noch heute findet man im Oldenburger Raum Straßennamen, wie „Westeresch“, „Alteneschstraße“ oder „Im Plaggen“, die auf die Plaggenwirtschaft hinweisen.

 

Standort

Das Bodenprofil wurde im botanischen Garten der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg (Küpkersweg) aufgenommen.

 

Profil

1 ApE Ap bezeichnet einen Oberbodenhorizont der durch Pflügen (p) bearbeitet wurde. E bezeichnet den aufgeplaggten Horizont.
2-4 E E bezeichnet den Plaggeneschhorizont 
1 II f Ap II bezeichnet einen geologischer Schichtwechsel, da der oben befindliche Plaggeneschhorizont nicht natürlicherweise aus dem darunterliegenden Podsol entstanden ist. f steht für fossil.
2 f Ae Der Ae – Horizont ist grau bis hellgrau gefärbt und verarmt an Eisenoxiden und Huminstoffen. e steht für Elluvial oder Auswaschungshorizont.
3 f Bh Bh bezeichnet einen Unterbodenhorizont mit Anreicherung von Huminstoffen. Die Färbung ist meist dunkelbraun.
4 f Bs Der Bs-Horizont ist angereichert mit Sesquioxiden (Eisen-, Aluminium- und Manganoxiden) und ist in der Regel rötlich gefärbt
5 C Untergrundhorizont (Ausgangsmaterial)

 

 

 

 

 

Podsol-Pseudogley

Podsol-Pseudogley

Entstehung

Pseudogleye sind grundwasserferne Böden und gehören zur Klasse der Stauwaserböden. Im Gegensatz zu den grundwasserbeeinflußten Gleyen werden die redoximorphen Merkmale (Bildung von Rostflecken und Konkretionen) durch den Wechsel von gestautem Niederschlagswasser und Austrocknung hervorgerufen.

Primäre Pseudogleye entstehen direkt auf Gesteinen mit geringer Wasserdurchlässigkeit, wie beispielsweise tonreichen Gesteinen. Sekundäre Pseudogleye entwickeln sich beispielsweise aus Parabraunerden, in denen es durch Tonverlagerung zur Bildung eines Bt-Horizontes (t für Tonanreicherung) mit oft geringer Wasserdurchlässigkeit kommt.

Bei dem hier abgebildetem Podsol-Pseudogley ist der wasserstauende Horizont (Sd-Horizont) durch die Anreicherung und Konkretion von Eisenoxiden im Unterboden (Bs-Horizont) entstanden. Die daruberliegenden stauwasserbeeinflußten Horizonte bezeichnet man als Stauwasserleiter oder Staukörper (Sw-Horizont).

Standort

Dieses Profil wurde im Wildenloh, einem Waldgebiet westlich von Oldenburg aufgenommen.

 

Profil

1 Ah humoser Oberbodenhorizont
2 Ae grau bis hellgrau gefärbter und an Eisenoxiden und Huminstoffen verarmter Elluvial- oder Auswaschungshorizont.
3 Bh-Sw mit Huminstoffen angereicherter, stauwasserbeeinflußter Unterbodenhorizont

Bs-Sd mit Sesquioxiden angereicherter, rotbraun gefärbter und wasserstauender Unterbodenhorizont

 

 

Reduktosol Reduktosol

 

Entstehung

Als Reduktosol wird eine Klasse von Böden bezeichnet, die reduzierende (Sauerstoffmangel) Verhältnisse aufweisen und durch Gase wie Methan (CH4) und Schwefelwasserstoff (H2S) geprägt sind. Die Gase entstammen z.B. aus Leckagen von Gasleitungen oder durch anaerobe mikrobielle Zersetzung von organischen Substanzen in Müll-, Klärschlamm- und Hafenschlammaufträgen.

Böden natürlicher Entstehung, in denen Reduktgase entstehen, werden nicht zu den Reduktosolen gerechnet, sondern zu den Marschen, Mooren, Sapropelen oder Wattböden.

 

Standort

Dieses Profil wurde auf der ehemaligen Hausmülldeponie der Stadt Oldenburg auf der Hündsmühler Höhe aufgenommen.

Profil 

1 (j)Ah Neu (j) aufgetragenes, humoses Material. In diesem Fall Podsolmaterial aus dem Ah- und Ae- Horizont.
2 Yo Anthropogen (Y) aufgetragenes Podsolmaterial aus dem Bs-, Bh- und C-Horizont mit oxidierenden Eigenschaften.
3 II Yo Sand mit Bauschutt vermengt. Oxidierende Eigenschaften.
4 III Yor Bauschutt. Neben oxidierenden Zonen überwiegen reduzierende Zonen in diesem Horizont.
5 IV Yr Müll bestehend aus Plastik, Glas, Metall, Holz und Papier. In diesem Horizont herschen reduzierende Verhältnisse, die zur Bildung von Faulgasen (CH4, H2S) führen.

 

 

wurzelechtes Hochmoor

wurzelechtes Hochmoor

Entstehung

Hochmoore entstehen bei langfristigem klimatischen Wasserbilanzüberschuß. Ohne den Anschluß an das Grundwasser siedeln sich hochmoorbildende Pflanzen mit geringen Nährstoffansprüchen an.

Hochmoore wachsen in der Regel uhrglasförmig über Niedermooren, wobei das Niedermoorwachstum nicht abgeschlossen sein muß.

Wurzelechte Hochmoore, daß heißt Hochmoore, die unmittelbar auf Mineralboden wachsen, können auf zweierlei Art entstehen.

1.   Wenn Hochmoore über ein Niedermoor auf den benachbarten Mineralboden wachsen.

2.   Wenn nährstoffarme, stark saure Mineralböden durch Grundwasseranstieg oder Staunässe versumpfen, können nach kurzer Niedermoorbildung Hochmoore entstehen.

 

 

Standort

Das Profil wurde auf der Mosleshöhe, westlich von Oldenburg aufgenommen.

 

Profil

 
1
 
 
Hh
 
 
Hochmoortorfhorizont
 
 
2
 
 
f Ah
 
 
fossiler, humoser Oberbodenhorizont 
 
 
3
 
 
f Ae
 
 
fossiler Auswaschungs-(Eluvial-) Horizont
 
 
4
 
 
f Bh
 
 
fossiler, mit Humus angereicherter Unterbodenhorizont
 
 
5
 
 
f Bs
 
 
fossiler, mit Eisen- und Aluminiumoxiden (Sesquioxiden) angereicherter Unterbodenhorizont
 

 

Treposol

Treposol

Entstehung

Der Bodentyp Treposol (Tiefumbruchbodengehört zur Klasse der anthropogenen Böden, die durch unmittelbare Tätigkeit des Menschen eine so starke Umwandlung erfahren haben, daß die ursprüngliche Horizontabfolge verloren ging.
 
Der Tiefenumbruch wurde mit mehreren Traktoren oder Dampfpflügen durchgeführt. Dabei wurde der Boden bis zu 1,5 m umgepflügt. Ziel dieser Maßnahme war es, die Bodeneigenschaften zu verbessern, in dem entweder Material mit chemisch und physikalisch günstigeren Eigenschaften aus dem Unterboden in den Oberboden transportiert wurde oder um verhärtete und wasserstauende Schichten und Horizonte im Unterboden aufzubrechen.
Tiefumgebrochen wurden z. B. Podsole, Parabraunerden oder wurzelechte Hochmoore auf fossilen Podsolen (sog. Deutsche Sandmischkultur). Standort Das Profil wurde im Oldenburger Ortsteil Tweelbäke aufgenommen. Bei diesem Treposol wurde ein Podsol umgebrochen.  

Profil

 
Ap
 
 
 Ap beschreibt den durch Pflügen gekennzeichneten Oberbodenhorizont
 
 
R-Ae
 
R-Bs
 
R-Bh

R-C

 
Im Unterboden dieses Bodenprofils sind die ehemaligen Horizonte des Podsols in der Pflugschar zu erkennen. Es sind dies der Ae, Bs und Bh-Horizont. Diese Horizonte sind mit dem Ausgangsmaterial (C-Horizont) vermischt.Das R steht für Rigolen, d.h. Tiefpflügen.
 

 
 
Jutta Bandorf (Stand: 10.09.2018)