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Abschlussarbeiten

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Prof. Dr. Dirk Albach

AG Biodiversität und Evolution der Pflanzen Fak. V: Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Carl von Ossietzky-Str. 9-11 26111 Oldenburg

Tel.: +49 (0)441 798 3339
Fax: +49 (0)441 71641

Folgende Themen können als Bachelor- oder Masterarbeiten in der Arbeitsgruppe durchgeführt werden. Bei Interesse bitte bei Prof. Dirk Albach melden.

Bachelor- und Master-Arbeiten in der AG Biodiversität und Evolution der Pflanzen (* - ein didaktischer Teil ist möglich; einzelne Projekte sind ggf. auch als individuelle Projektarbeiten im pb-Bereich möglich)

* Gartenführer (B. Sc., M. Ed.)

Der Botanische Garten ist eine der am stärksten besuchten Attraktionen von Oldenburg mit mehr als 70.000 Besuchern pro Jahr. Die Besucher kommen dort nicht nur hin, um sich zu erholen, sondern auch, um etwas zu lernen. Dies kann zum Beispiel über Führungen und Schilder geschehen. Wir wollen verstärkt über gedruckte Führer, neu zu entwickelnde interaktive Experimente und Podcasts den Besuchern botanische und andere biologische Inhalte vermitteln. Die Gestaltung setzt ein gewisses didaktisches Interesse voraus. Themen könnten zum Beispiel das Tropenhaus, das Alpinum, Australien, Pflanzengruppen, z.B. die Rosengewächse, die Geschichte der Zierpflanzen oder das Thema Windbestäubung sein. Genauso kann auch über eine sinnvolle Neugestaltung/-bepflanzung verschiedener Beete gearbeitet werden, wie z.B. die geplante Anlage eines Wurzelpfades. 

Methoden: didaktische Gestaltung, Konzeption und Wissenschaftskommunikation

* Organismische Biologie im Botanischen Garten (M. Ed.)

Der Kurs Organismische Biologie findet an sieben Kurstagen im Wintersemester, in der Regel für Erstsemester statt. In diesem Projekt geht es darum im Botanischen Garten Angebote zu entwickeln, die Kursinhalte im Botanischen Garten zu vertiefen und entsprechend zu erweitern.

Methoden: Homepage-Entwicklung, didaktische Gestaltung und Konzeption

* Hummelhotels (B. Sc., M. Ed.)

Im Rahmen eines EU-Interregio-Projektes werden an ca. 15 Schulen und Vereinen in Nordwestdeutschland Hummelkästen aufgestellt. In diesen Hummelkästen wird Gewicht des Volkes und Ein-/Ausflug-Frequenz der Hummeln, sowie lokale Klimadaten gemessen. Für dieses Projekt benötigen wir eine Hilfskraft, die die Hummelkästen zu den Schulen bringt, die Klassen bei Problemen mit den Kästen betreut und nach fünf Wochen die Kästen wieder abholt. Gesamtarbeitszeit zwischen Ostern und Schulferienbeginn wird ca. 80 Stunden betragen. Es besteht die Möglichkeit aber nicht Notwendigkeit zu einer Abschlussarbeit über dieses Thema. In dieser Arbeit wird es um die Betreuung der Gruppen, Zusammenfassung der Ergebnisse und Evaluation dessen, was die Gruppen gemacht haben, gehen.

Methoden: Datenanalyse, Interviews, Fragebögen

* Insektenhotels (B. Sc., M. Ed.)

Nistplätze für Insekten sind zunehmend schwieriger in unsere Landschaft zu finden. Daher bieten Naturschützer spezielle „Insektenhotels“ an, die verschiedenen Insekten Nistmöglichkeiten geben. In dieser Arbeit soll ein Überblick gegeben werden, welche Möglichkeiten es gibt und welche Insekten davon profitieren. Es soll auch Mechanismen der Evaluation von Insektenhotels entwickelt werden. Die Arbeit kann sowohl experimentell (Vergleich der Besiedelung von Insektenhotels unter Variation bestimmter Parameter) als auch didaktisch (Einbindung in den Schulunterricht) erfolgen.

Methoden: Literaturarbeit, Experimente, Interviews, Fragebögen

* Blühwiesen (B. Sc., M. Ed., Bio900-Sommer)

Die Gemeinde Dötlingen legt jedes Jahr ca. 20-30 Blühwiesen mit verschiedenen Blühmischungen an. In diesem Projekt geht es darum, die Blühwiesen über das Jahr zu verfolgen, die Pflanzenzusammensetzung mit der Saatgutzusammensetzung zu vergleichen und Empfehlungen für die Pflege der Fläche zu entwerfen. Daneben geht es darum, einen Führer oder eine Webseite oder Schilder für die Blühwiesen zu entwerfen, um die Bevölkerung über die Aktion besser zu informieren.

Methoden: Pflanzenaufnahmen, Datenanalyse, didaktischen Konzeption und Gestaltung

Grünkohl (B. Sc., Bio900)

Es ist immer wieder zu hören, dass Grünkohl Frost bräuchte, um süß und schmackhaft zu werden. Diese Behauptung soll in diesem Projekt konkretisiert werden, indem der Kohlenhydrat- und Zucker-Gehalt in verschiedenen Grünkohl-Sorten sowohl unter niedrigen als auch warmen Temperaturen vergleichend analysiert wird. Dazu kann ein einfacher kolorimetrischer Phenol-Schwefelsäure-Test (total carbohydrate assay) verwendet werden. Alternativ können auch kleinere Oligosaccharide mittels einer LC-MS Methode gemessen werden (Kooperation mit Jacobs Uni Bremen).

Methoden: phytochemische Analyse

Grünkohl als Fraßabwehr (B. Sc.)

In einem Vorgänger-Projekt haben wir festgestellt, dass Schnecken zwischen verschiedenen Grünkohl-Sorten unterscheiden. Wir wissen aber immer noch nicht, ob Grünkohl generell eine beliebte Schnecken-Diät ist. Daher soll Grünkohl nun mit anderen Arten verglichen werden.

Methoden: Fraßexperiment

Sex or no sex - Selbstinkompatibilität bei Veronica (M. Sc., Bio900-Sommer)

Viele Arten von Veronica sind selbstinkompatibel, d. h. es gibt Genprodukte, die es Pflanzen ermöglichen Pollen der eigenen Pflanze zu erkennen (gametophytische Selbstinkompatibilität). Neuere molekularbiologische Methoden, insbesondere Transkriptomik/RNA-Sequenzierung, erlauben es nun die entsprechenden Gene zu identifizieren. Innerhalb der Plantaginaceae ist dies bisher nur für Antirrhinum geschehen. In diesem Projekt geht es darum für V. filiformis, V. spicata und V. chamaedrys RNA aus dem Griffel zu sequenzieren und die entsprechenden homologen Gene für Veronica zu identifizieren.

Methoden: RNA-Sequenzierung


 

Hybridisierung bei Veronica Untergattung Pseudolysimachium ({B. Sc.}, M. Sc., Bio900)

Die Untergattung Pseudolysimachium umfasst ca. 25-30 Arten, die häufig zu zwei bis drei Arten sympatrisch vorkommen. Mithilfe von Hochdurchsatz-Sequenzierung (genotyping-by-sequencing) soll ein SNP-Datensatz erstellt werden, mit dem untersucht werden soll, ob die Arten auch wirklich miteinander hybridisieren. Dafür stehen Sammlungen von Pflanzen aus Ungarn, der Slowakei und der Ukraine zur Verfügung. Neben der Analyse genomischer Daten sollen die Arten auch künstlich im Gewächshaus gekreuzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit die Arten morphologisch zu vergleichen.

Methoden: GBS-Sequenzierung, SNP-Analyse, Kreuzungsexperimente, Morphometrie

* Veronica hederifolia in Norddeutschland (B. Sc., Bio900-Sommer)

Veronica hederifolia and Veronica sublobata sind hexa- bzw. tetraploide Arten in Norddeutschland, wobei V. hederifolia vermutlich durch Kreuzung von V. sublobata mit V. triloba entstanden ist. Fischer (1967) hat die morphologischen Unterschiede für Österreich herausgearbeitet und Vermutungen über Änderungen entlang eines geographischen Gradienten aufgestellt. Es gibt Hinweise auf eine ökologische Differenzierung, dafür müsste aber kleinräumig die Verbreitung der Arten untersucht werden und entsprechende Untersuchungen über die Verbreitung der Arten durchgeführt werden. So hat zum Beispiel Gadella (1980) detailliert für die Insel Texel Populationen morphologisch und karyologisch untersucht. De Jongh & Kern (1971, 1973) haben gezeigt, dass tetraploide und hexaploide Populationen in ganz Niederlanden vorkommen. Siehe auch Nordenstam & Nilsson (1969), Saarisalo (1971), Gadella & Kliphuis (1975, 1976). Über die Verbreitung in Deutschland ist dagegen wenig bekannt. Bisher sind gerade mal drei Zählungen belegt, die das Vorkommen von hexaploiden Populationen bestätigen aber keine für die tetraploide Sippe (Paule et al. 2016; chromosomes.senckenberg.de/karyodb/german/). Ziel soll es sein, die Vorkommen im Oldenburger Land zu untersuchen und morphologisch und karyologisch zu untersuchen und die Übereinstimmung von Ploidie und morphologischen Merkmalen zu überprüfen.

Methoden: Durchflusszytometrie, Morphometrie, Mikroskopie, DNA-Sequenzierung, Herbararbeit, Untersuchungen im Freiland.

Aus 2 mach 4 - Polyploidisierung (M. Sc., Bio900)

Polyploide Pflanzen entstehen natürlich durch Fehler in der Meiose, die eine Vielzahl von Gründen haben kann. Man kann aber auch künstlich Polyploidisierung durch Zugabe von Chemikalien wie Colchicin verursachen. In diesem Projekt soll die Polyploidisierung für verschiedene Pflanzen ausprobiert werden und die Pflanzen mit ihren diploiden Verwandten verglichen werden. Als Pflanzen stehen Grünkohl, Queller/Salicornia und Veronica zur Verfügung.

Methoden: Polyploidisierung, Gewächshaus-Untersuchung

Festuca rubra - Variation im wichtigen Salzwiesengras (B. Sc., M. Sc., Bio900)

Festuca rubra ist ein weit verbreitetes Wiesengras, das auch in Salzwiesen vorkommt. Es gibt hexaploide und oktoploide Sippen, wobei es erste Hinweise gibt, dass in den Salzwiesen vor allem die oktoploide Sippe vorkommt. Diese Hypothese gilt es zu überprüfen und Unterschiede zwischen den Cytotypen zu finden. Ist die oktoploide Sippe wirklich salztoleranter? Gibt es anatomische Unterschiede, z.B. in der Leitbündel-Anatomie bzw. Zugfestigkeit der Blätter.

Methoden: Kartierung, Durchflusszytometrie, Wuchsexperimente im Bot. Garten, anatomische Untersuchungen

Phylogenie und Genomgröße der Salzwiesen-Arten (M. Sc., Bio900)

Pflanzen haben sich mehrfach unabhängig an salzige Standorte (wieder) angepasst. Manche Anpassungen sind artspezifisch, andere generell. Ziel dieses Projektes ist es einen Stammbaum der norddeutschen Salzwiesen-Arten zu erstellen und diesen für die Analyse verschiedener Fragen der Evolution zu benutzen. Woher kommen die norddeutschen Salzwiesen-Arten? Sind die nächsten Verwandten auch schon an Salz angepasst? Welche Merkmale haben die Salzwiesen-Arten gemeinsam, die sie nicht von ihren Vorfahren haben? Diese Fragen sollen insbesondere mit Hilfe von Genomgrößen-Daten untersucht werden.

Methoden: Durchflusszytometrie, phylogenetische und Vergleichende Analysen am Computer

Genomgröße der norddeutscher Wiesen-Arten/Neuseeländischer Arten (M. Sc., Bio900)

Genomgröße ist die Menge der DNA pro Zelle. Diese kann auf verschiedene Weise das Leben der Pflanzen beeinflussen, z.B. die Geschwindigkeit der Zellteilung oder den Phosphor-Bedarf. Die Korrelationen der Genomgrößen von norddeutschen Wiesenpflanzen mit anderen Merkmalen der Pflanzen sollen in diesem Projekt untersucht werden. Ein großer Datensatz von Pflanzenmerkmalen ist vorhanden. Es müssen allerdings noch einige Genomgrößen ergänzt werden und die Korrelationen analysiert werden. Vergleichbares ist für einen Datensatz neuseeländischer Arten machbar.

Methoden: Durchflusszytometrie, phylogenetische und Vergleichende Analysen am Computer

Puccinellia maritima (B. Sc., Bio900)

Puccinellia maritima, das Andelgras, ist ein häufiges Gras der unteren Salzwiese. Neitzel (Neitzel, J. (1978): Cytotaxonomische Untersuchungen an Puccinellia maritima (Huds.) Parl. in Schleswig-Holstein, p.1-106) stellte fest, dass sich die Chromosomenzahlen des Andelgrases stark unterscheidet. Er stellte 14 bis 112 Chromosomen pro Zelle fest. Dabei ist nicht klar, ob es sich um distinkte Ploidiegrade handelt. Für die niedersächsische Nordseeküste ist derzeit nichts über die Chromosomenzahlen oder Ploidie bekannt. In diesem Projekt soll dies nachgeholt werden und die Variabilität in Ploidie und Morphologie untersucht werden.

Methoden: Durchflusszytometrie, Morphologie, Mikroskopie

Salicornia - Überlebenskünstler in den Gezeiten (B. Sc., M. Sc.?, Bio900)

Der Queller (Gattung Salicornia) ist die bestimmende Pflanze der unteren Salzwiese und der Pionierzone. Es finden sich dort zwei Arten, eine diploide und eine tetraploide Art. Wir sind daran interessiert, wie sich die beiden Arten einnischen. Es scheint, dass die tetraploide Art eher in der Pionierzone, die diploide Art eher darüber in der unteren Salzwiese zu finden ist. Ziel der Arbeit ist es Unterschiede zwischen den Cytotypen zu finden. Das betrifft auch das Phänomen der Endopolyploidie. Diploide sind in der Lage einzelne Zellen zu polyploidisieren. Inwiefern diploide Salicornia-Pflanzen dazu in der Lage sind, ist nicht bekannt.

Methoden: wahlweise Keimungsexperimente, morpholog. Beschreibung, Durchflusszytometrie, Mikrosatelliten (Freilandarbeit erst ab Sommer möglich)

Die Tauben-Skabiose - Scabiosa columbaria (B. Sc.?, M. Sc.)

Mitteleuropa besitzt so gut wie keine eigenen, neuen Pflanzenarten, weil fast alle Arten erst nacheiszeitlich einwandern mussten. Eine Ausnahme ist die Tauben-Skabiose, die vermutlich als nacheiszeitlicher Hybrid eine eigene, rein mitteleuropäische Art bildet. Eine Resynthese aus den vermutlichen Eltern soll mit Kreuzungsexperimenten versucht werden. Experimente zum Keimungsverhalten der Samen in Klimakammern und im Feld sollen mögliche Gründe für den Erfolg der neuen Art beleuchten. Weiter soll ein molekularer Marker etabliert werden, der in zukünftigen Analysen Auskunft über den Enstehungsort und die Wandergeschichte geben könnte. F1-Hybriden erstellen, Vermessen 3 Arten (ca. 30 Ind.), Saatgut 200, Keimungsverhalten qualitativ.

Methoden: Keimungsexperimente, morphologische Untersuchungen, DNA-Sequenzierung

Disteln auf Kreta (B. Sc., Bio900)

Die Gattung Carlina, die Silberdisteln, enthält u.a. eine Artengruppe (die Corymbosen), die im gesamten Mittelmeergebiet verbreitet ist, aber oft genug schwierig zu unterscheiden ist. Mit vorhandenem Material soll eine molekulare Analyse mit zu etablierenden Sequenzmarkern zeigen, ob die gegenwärtigen Artgrenzen objektiv sind.

Methoden: DNA-Sequenzierung

Magellans Enzian - Artkonzept südamerikanischer Enziane (B. Sc., M. Sc.)

Gentianella magellanica hat ein sehr weites, zum Teil abenteuerliches Verbreitungsgebiet an der Südspitze Südamerikas. Die morphologische Variation ist erheblich, so dass diese Art auch in mehrere kleinere Arten aufgeteilt wurde. Durch Vermessung von vielen Herbarbögen, und durch Entwicklung und Anwendung von molekularen Markern soll dieses Problem und die eiszeitliche Wanderungsgeschichte untersucht werden.

Methoden: morphologische Untersuchungen, DNA-Sequenzierung oder DNA-Fingerprint

Gentiana sedifolia - Eine oder zwei Arten? (B. Sc., M. Sc.)

Gentiana sedifolia ist in ganz Südamerika verbreitet. Eine morphologische Analyse zeigte eine interessante geographische Zweiteilung. Bisherige molekulare Arbeiten scheiterten wegen ungeeigneten Markern. Als Wichtigstes sollen jetzt hochauflösende Sequenz- Marker etabliert werden. Masterkandidaten sollten auch die phylogeographische Analyse dazu anfertigen.

Methoden: DNA Sequenzierung

Überleben in den Eiszeiten in Chile - Tapeinia pumila (M. Sc.)

In den Eiszeiten rückten die Gletscher in Chile bis an die heutige Meeresküste vor. Allerdings war damals der Meeresspiegel 200 Meter tiefer, so dass die Hypothese besteht, dass dort Arten die Eiszeiten überlebt haben. Tapeinia pumila kommt nur in im ehemals eisbedeckten Patagonien vor. Bei drei vergleichbaren Arten wurden bisher erfolgreich Refugialräume und das Einwanderungsgeschehen rekonstruiert. Mit demselben etablierten Methodenset und vorhandenem Material soll auch die vierte Art untersucht werden.

Methoden: DNA-Sequenzierung, GIS-Simulationen

Eine kosmopolitische Cyanobakterienart oder viele kryptische Arten? (B. Sc., M. Sc.)

Coleofasciculus ist eine Blaualgen-Gattung, von der man bisher annahm, dass es nur eine Art gibt. Vorläufige Analysen zeigen jedoch, dass die genetische Diversität für viele Arten spricht. Die Daten sollen genauer phylogenetisch und biogeographisch analysiert werden. Methoden der Artabgrenzung anhand molekularer Daten sollen ausprobiert werden.

Methoden: phylogenetische Analyse, biogeographische Analyse

Blütedauer in Veronica und anderen Arten (B. Sc., Bio900-Sommer)

Die Dauer der Blüte einer Art ist entscheidend für den Reproduktionserfolg einer Pflanze. Umso erstaunlicher, dass es bisher wenig Informationen darüber gibt, wie lange eine einzelne Blüte überhaupt offen ist. Gibt es Variation zwischen nah verwandten Arten? Haben Arten mit länger geöffneten Blüten eine höhere Wahrscheinlichkeit bestäubt zu werden?

Methoden: Beobachtung von Pflanzen, statistische Analyse, phylogenetische Analyse

Apfel - Vorkommen von Wildapfel in NW Deutschland (B. Sc., Bio900-Sommer)

Der bei uns heimische Wildapfel steht bei uns inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Hauptgefahr ist dabei unser Kulturapfel, der durch Kreuzung zweier asiatischer Arten entstanden ist, aber sich auch mit dem Wildapfel kreuzen kann. Dadurch ist es inzwischen fraglich, ob es noch reinen Wildapfel in Norddeutschland gibt. Ziel des Projektes ist es, die Standorte von Wildapfel in der Umgebung aufzusuchen und auf Reinheit zu untersuchen.

Methoden: Feldarbeit, Morphometrie, DNA-Analysen

Brombeeren-Kleinarten in NW-Deutschland (M. Sc., Bio900-Sommer)

Brombeeren (Rubus sectio Rubus) pflanzen sich überwiegend asexuell fort, so dass einzelne Mutationen sich schnell in einer Population fixieren können und zu morphologischen Unterschieden führen können. Daher wurden eine Vielzahl von Kleinarten beschrieben. In diesem Projekt wollen wir die für Norddeutschland beschriebenen Arten kartieren, morphologisch charakterisieren und ggf. genetisch analysieren.

Methoden: Feldarbeit, Herbararbeit, Artbestimmung, Literaturrecherche, Morphometrie, ggf. DNA-Sequenzierung bzw. Mikrosatelliten-Analyse

Die Deutsche Eiche in Nordwest-Deutschland - Wirklich alles heimisch? (M. Sc., Bio900-Sommer)

Die Eiche gilt als typisch deutsch. Doch was morphologisch klar eine Eiche ist, kann genetisch aus unterschiedlichen Regionen kommen. In diesem Projekt wollen wir herausfinden, welche Eichen natürlich in Nordwest-Deutschland vorkommen und welche vielleicht später erst angepflanzt wurden mit Samen und Stecklingen aus ganz anderen Regionen.

Methoden: cpDNA-Sequenzierung, ggf. Mikrosatelliten-Amplifikation, Artbestimmung

DNA aus alten Herbarbelegen - Was sind Probleme, was Lösungen? (M. Sc., Bio900)

Vielfach steht für DNA-Untersuchungen keine lebende Pflanze zur Verfügung. Dann ist man auf Herbarmaterial angewiesen. Doch mit der Zeit und je nach Trocknungsmethode variiert die Qualität und die Quantität der verfügbaren DNA. Dann hilft nur eine optimale DNA-Extraktionsmethode. Zeit für Tüftler und exakte Laborarbeit.

Methoden: Herbarisieren und DNA-Extraktion

* Endlich klar! Ein Bestimmungsschlüssel zum Erkennen von Blütenständen (B. Sc./(M. Ed.))

Das Erkennen und Benennen ist eines der Hauptschwierigkeiten im Bestimmungskurs. Bisher gibt es wenige/keine attraktiven Modelle, um die Verzweigungen zu veranschaulichen. Modelle sollen in Zusammenarbeit mit der Werkstatt der Uni und/oder Nutzung des 3D-Druckers erstellt werden, so dass es möglich wäre, hier auch einfach mal methodisch auszuprobieren, was möglich ist. Gerne kann man sich an den vorhandenen Modellen inspirieren lassen.

Methoden: Modell-Erstellung, Bestimmungsschlüssel-Erstellung, Fragebogen/Interview, Broschüren-Erstellung

* Welche App ist die beste? Pflanzenbestimmung mit dem Handy (B. Sc./M. Ed.)

Biodiversität ist in aller Munde und Artensterben oder das Abholzen von Regenwäldern sind Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Und obwohl sich alle einige sind, dass nur eine gute Artenkenntnis hilft, das Thema kritisch zu betrachten, sind die botanischen Bestimmungsübungen nicht gerade das persönliche Highlight vieler Studierenden. Dies liegt u.a. daran, dass auch der Umgang mit der entsprechenden Bestimmungsliteratur nicht ganz einfach ist. Hoffnung für gefrustete Studierende und interessierte Laien versprechen diverse Apps. Ob diese wirklich halten, was sie versprechen, soll in dieser Abschlussarbeit herausgefunden werden: Pflanzenbestimmung meets Stiftung Warentest ...

Methoden: Nutzung von Apps und Smartphone, eigenständige Recherche zu existierenden Apps, Auswahl geeigneter Apps (ca. 6-8) für den „Feldversuch“ (Überprüfung der Treffsicherheit bei einem vorgegebenen Set an Pflanzenarten), Entwicklung eines Kriterienkataloges zur Bewertung der Ergebnisse, ggf. Entwicklung eines vergleichenden Testes im Rahmen der Flora Bestimmungsübungen für Pflanzen im SS 2019

* fruchtig statt frustig: Ein illustrierter Schlüssel zum Bestimmen von Früchten (B. Sc./(M. Ed.))

Früchte und das Gynoeceum sind ein großes Problem in den Bestimmungsübungen. Hier soll verbessertes Lernmaterial erstellt werden, d.h. die Studis, die das fertige Material i.F.v. einem Handout zum Bestimmungskurs bekommen, sollen anhand von Früchten erkennen, ob das Gynoeceum ober- bzw. unterständig war, was für Früchte aus einen mittelständigen Gynoeceum hervorgehen können etc.

Methoden: Erstellen eines illustrierten Bestimmungsschlüssels, der eigene Zeichnungen enthält (Habitus längs, Querschnitt, Schema zu den Schichten des Perikarps und sonstige Besonderheiten), ergänzend soll eine Referenzsammlung angelegt werden, mit deren Hilfe der Bestimmungsschlüssel von Studierenden im Bestimmungskurs zum besseren Verständnis genutzt werden kann.

Fleischfressende Kannenpflanzen aus Java (B. Sc., Bio900)

Eine besonders wertvolle und schöne Sammlung javanischer Kannenpflanzen im Museum Mensch und Natur ist bisher nicht dokumentiert. Es gibt aber vergleichbare Sammlungen in anderen Herbarien. In diesem Projekt soll mehr über den Sammler recherchiert werden: Karl Ludwig Ritter von Blume (Leben und Wirken eines niedersächsischen Botanikers im 19. Jahrhundert). Erste Kontakte mit Leiden und Ansätze zur Provenienz (Objektbiografie des Herbariums) gibt es bereits. Anknüpfungspunkte zu der Entdeckungsgeschichte sollen gefunden werden, da lange Zeit die Kannen für Blüten gehalten wurden und erst Darwin die genaue Bedeutung insektivorer Pflanzen beschrieben hat.

Methoden: Nachbestimmung von Herbarmaterial, Literaturrecherche, Nomenklatur, Digitalisierung/Inventarisierung im Museum, Provenienzfoschung und wissenschaftsgeschichtliche Recherche

* Pflanzen aus dem Heiligen Land: Ein Blumenalbum des 19. Jahrhunderts in Oldenburg (B. Sc.)

Bei diesem Blumenalbum handelt es sich um ein extrem kleinformatiges Herbarium, das Pflanzen aus Jerusalem enthält. Diese scheinen aus eher ästhetischen Aspekten angeordnet zu sein, aber wer weiß das schon genau... Eine Publikation zu solchen als Souvenirs verkauften Sammlungen ist Ende des Jahres zu erwarten. Das wäre dann ein guter Startpunkt. Folgende Punkte könnten an dem Oldenburger Exemplar bearbeitet werden: Artenzusammensetzung, Symbolik der enthaltenen Pflanzen, Ästhetik, Geschichte des Herbars und von Verkaufsherbarien generell, Provenienz (Objektbiografie) mit viel Lokalkolorit, da das Herbar ein Geschenk der großherzoglichen Familie ans Museum war.

Methoden: Digitalisierung/Inventarisierung/Sammlungsmanagement, Bestimmung, wissenschaftshistorische Aspekte

Muster erkennen und verstehen: Die Verbreitung südwestasiatischer Pflanzen als Folge von Artbildungsereignissen und Ausbreitungsbarrieren (M. Sc., Bio900)

Südwestasien ist ein Hotspot der Biodiversität. Ziel der Arbeit ist es, Muster der Diversifizierung und Verbreitung anatolischer Pflanzengattungen zu identifizieren und besser zu verstehen. Bisher liegen dazu so kaum Daten vor und existierende molekulargenetische Studien wurden noch nicht entsprechend ausgewertet, besonders im Hinblick auf Isolationsmechanismen sowie (bio-)geografische Artbildungsfaktoren. Basierend auf einer ausführlichen Literaturrecherche (z.B. Flora of Turkey, Flora of Iran) sollen geeignete Pflanzengattungen identifiziert werden, für die auch geeignete phylogenetische Daten vorhanden sind. Die Verbreitungsmuster der Arten sollen auf eine standardisierte Karte von Südwestasien gemappt werden und die Artenzahlen für definierte Regionen ermittelt werden, so dass Vergleiche zur Diversität in diesen Regionen möglich sind. Um die Literatur auszuwerten, sind gute Englischkenntnisse erforderlich. Die Arbeit umfasst verschiedene Aspekte, für die Vorkenntnisse im Bereich Phylogenetik von Vorteil sind.

Methoden: Literaturrecherche (englischsprachige Floren und aktuelle wissenschaftliche Artikel aus der Botanik, z.T. auch Zoologie), Aus-/Bewertung phylogenetischer Analysen (Achtung: es sind keine eigenen molekulargenetischen Arbeiten vorgesehen), Umgang mit botanischer Fachliteratur und Datenbanken (inkl. Anlegen/Pflegen einer Literaturdatenbank; Endnote), Erstellen von Verbreitungskarten zur Visualisierung der Artenvielfalt und –verbreitung der ausgewählten Gattungen (z.B. Adobe Illustrator)

Veronica - Wurzelmorphologie und Anatomie (B. Sc., Bio900)

Die Wurzeln sind ein bisher in der Systematik vernachlässigter Merkmalsbereich. Trotzdem sind sie wichtiger Teil für die Pflanze, so dass dort prinzipiell für die Artbestimmung wichtige Merkmale zu finden sein sollten. In diesem Projekt geht es darum verschiedene Arten in Bezug auf die Wurzeln zu vergleichen und mit Hilfe eines Stammbaums Evolution der Wurzel nachzuvollziehen.

Methoden: Anatomie

Phylogenie nordamerikanischer Rhododendron (M. Sc., Bio900)

Die Sektion Pentanthera der Gattung Rhododendron besteht aus 16-18 Arten aus Nordamerika. Bisher gibt es einen Stammbaum, der allerdings auf einer einzigen DNA-Region beruht. In diesem Projekt geht es darum, die Phylogenie besser aufzuklären, um evolutive, z.B. biogeographische, Trends in der Sektion zu erkennen. Material wird von Spezialisten zur Verfügung gestellt.

Methoden: DNA-Sequenzierung, Durchflusszytometrie (zur Ploidie-Bestimmung)

Das passende Thema ist nicht dabei?

Gerne können Sie sich auch mit eigenen Ideen an unsere Arbeitsgruppe wenden um zu klären, ob eine Abschlussarbeit zu diesem Thema realisierbar ist.

Webmaster (Stand: 10.09.2018)