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2017

Einflussfaktoren der Müllverteilung und -zusammensetzung an zwei regionalen Touristenzielen: Wilhelmshaven und Dangast - eine GIS-basierte Analyse
(Maria Cristina Martin, Oktober 2017)

Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften, 34 Seiten (Erstgutachter)

Ziel der Untersuchung in Wilhelmshaven und Dangast war es, erste Daten über den Bankmüll an touristisch geprägten Orten zu erhalten. Es zeigte sich, dass mit fast 5000 gesammelten Teilen an insgesamt 72 Sitzmöglichkeiten, deutlich mehr Bankmüll an den Orten zu finden ist, als erwartet. In Wilhelmshaven wurden im gesamten Zeitraum durchschnittlich 50 und in Dangast 42 Teile pro Bank gefunden. Circa 75 % der gesammelten Teile von Müll waren Zigarettenstummel. Weiterhin wurden vor allem Papierteile, wie Taschentücher und Servietten, Plastik in Form von Besteck und Süßigkeiten-Papier sowie Kronkorken gefunden. Anhand der Sammlung wurde deutlich, dass an den Bänken für Spaziergänger spezifische Gegenstände nach Gebrauch vor Ort als Müll liegen gelassen wurden.

Zwar haben Mülleimer einen positiven Einfluss auf die Müllmenge im Bereich der Bänke, doch ist die Anzahl von Müllteilen im Bereich hochfrequentierter Bänke höher als an gering frequentierter Bänke, wie anhand der Ex-Post Analyse der Frequentierung gezeigt werden konnte. Der positive Effekt der Bänke kann durch andere, negative Faktoren, neutralisiert werden.

Da die Sammeltage unregelmäßig auf die Woche verteilt waren und weitere Einflüsse auf die gefundene Anzahl von Müllteilen nicht ausgeschlossen werden können, konnte der Einfluss der Säuberung der Fläche um die Bänke und der Mülleimerleerung nicht erfasst werden. Die hohe Zahl der im Rahmen der Erhebung am ersten Tage gesammelten Müllteile, der einer Flächensäuberung glich, zeigt aber, dass das „Müllniveau“ an beiden Orten sehr hoch ist. Viele, besonders kleinere Teile wie Zigarettenstummel, werden von der Müllabfuhr nicht beseitigt und verbleiben dauerhaft auf dem Boden. In welchem Umfang diese dann bei Unwetter oder durch den Wind ins Meer gelangen, ist eine weitere interessante Fragestellung.

Die Reduzierung des Mülls kann nur mit Hilfe der Verursacher erfolgen. Bewusstseinsbildende Maßnahmen, sowohl bei den Besuchern, als auch bei den Betreibern nahegelegener Geschäfte sind dazu erforderlich. Die in dieser Untersuchung auffallende große Menge an Zigarettenstummeln im Bereich der Bänke erfordert spezielle Maßnahmen, wie das Aufstellen von brandsicheren Abfallbehältern.
Die Untersuchung hat ergeben, dass weitere Faktoren, die nicht gemessen wurden, Einfluss auf die Müllmenge nehmen. In diesem Rahmen sollte vor allem die Frequentierung erhoben werden, um an besonders hochfrequentierten Standorten verstärkt Mülleimer aufzustellen, bis durch andere Maßnahmen die Menge des anfallenden Mülls reduziert werden kann.

Abstract
The sources of marine litter are divers. One of it is the tourism, which implies a high amount of people at one place close to the oceans. By collection and categorization of litter items with the OSPAR Guideline at benches in two touristic places in northwestern Germany, this source of marine litter is analyze. It shows that walkers who rest at the benches leave a big amount of litter there. Almost 5000 items were collect in this study. Approximately 75% of the litter are cigarette butts, following by tissues and napkins, plastic products like cutlery and sweet packets as well as metal bottle caps.
Furthermore, the influence of trashcans near the benches on the amount of litter items was investigate. Data shows that not just trashcans but also other effects have an even bigger impact on the amount of litter items.
To reduce this litter there is a need to take action.

Vorlandmanagement im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Empfehlung für eine winterliche Vernässung von Sommerpoldern zur Aufwertung als Gastvogellebensraum
(Bachelorarbeit Tabea Gobel, Dezember 2017)

Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften, 69 Seiten (Erstgutachter)

Im Zuge der anstehenden Erneuerung des Vorlandmanagementplans für den Bereich der Deichacht Norden fanden im Lütetsburger und Westerneßmer Sommerpolder Untersuchungen zur Attraktivität der Sommerpolder für Gastvögel, in Abhängigkeit des Feuchtegrades der Flächen statt. Die beiden Sommerpolder sind Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und EU Vogelschutzgebiet. Gemäß des Nationalpark­gesetzes sollen sich die Flächen in einem guten Erhaltungszustand befinden und als Vogelschutzgebiet wildlebenden Vogelarten dienen. Die Besonderheit der beiden Sommerpolder ist, dass eine winterliche Vernässung der Flächen im Vorlandmanagementplan vorgeschrieben ist. Diese findet durch gezielte Flutung der Polder durch Siele im Sommerdeich statt.

In dieser Arbeit wurden Empfehlungen für eine winterliche Vernässung der Sommerpolder zur Aufwertung als Gastvogellebensraum herausgearbeitet. Dazu fanden im Winter 2016/17 Pendatenzählungen in Abhängigkeit der Feuchte der Flächen statt. Diese aus der Vernässung resultierende Feuchte wurde kategorisiert und in Abhängigkeit hiervon die Attraktivität der Flächen für Gastvögel herausgearbeitet.

Hierbei ergab sich, dass die in großer Anzahl vorkommenden Gänse zum einen trockene und zum anderen großflächig überstaute Flächen als Gastvogellebensraum bevorzugten. Für Enten stellte die großflächige Vernässung der Flächen eine deutliche Aufwertung der Sommerpolder dar. Die Limikolen wiesen ein diverses Bild auf und Singvögel bevorzugten trockene Bedingungen der Flächen.

Empfohlen wird eine zeitlich wechselnde Überstauung der Teilflächen. Dadurch könnten die seltenen Überschreitungen der für die Vernässung der Sommerpolder notwendigen Tidenhöhen optimal genutzt werden, um die Flächen möglichst lange großflächig zu überstauen. Für die Gastvögel würden dadurch gleichzeitig Schlaf-, Ruhe-und Nahrungsflächen zur Verfügung stehen. Zudem sollten im Westerneßmer Sommerpolder Blanken, wie sie im attraktiveren Lütetsburger Sommerpolder bereits vorhanden sind, angelegt werden, um die Flächen auch bei geringen Feuchtegraden aufzuwerten.

 

Vegetation Mapping of Braganca Mangroves: Can WorldView-2 provide Species-Level Classification?
(Bachelorarbeit Jan Quandt, August 2017)

Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften, 22 Seiten (Erstgutachter)

Using WorldView-2 satellite data an image segmentation and classification was performed on imagery of a mangrove dominated coastal area in Brazil. A vegetation/non-vegetation discrimination with good accuracy was realized and steps to a complete classification to the species level shown. The finished classification map will be used by V. Helfer (ZMT Bremen) to study community distribution and dominance of mangroves.

Sedimentologische und diatomeenanalytische Untersuchungen zur Überflutungshäufigkeit auf einem Salzwiesentransekt der Spiekerooger Ostplate
(Bachelorarbeit Wiebke Mund, Juni 2017)

Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften, 69 Seiten (Erstgutachter)

Die Insel Spiekeroog entstand vor ca. 8000 Jahren durch die Entwicklung des norddeutschen Küstenraumes im Zuge von Meeresspiegelschwankungen. Deutlich später, vor etwa 400 Jahren, begann die Bildung der Spiekerooger Ostplate, dem Untersuchungsgebiet der Bachelorarbeit. Die Dünenbildung auf der Ostplate setzte erst in den letzten etwa 75 Jahren ein. Aufgrund der fehlenden Dünenkette konnte das Untersuchungsgebiet zunächst immer wieder überflutet werden, sowohl aus Richtung der offenen See als auch aus Richtung des Rückseitenwatts.

Im Zuge der Bachelorarbeit wurde die Überflutungshäufigkeit der Spiekerooger Ostplate entlang eines Salzwiesentransekts anhand der Ergebnisse aus den Korngrößenanalysen, Bestimmungen des Glühverlustes und diatomeenanalystischen Untersuchungen bestimmt. Je nach Herkunft der Überflutungsereignisse haben sich die Diatomeenvergesellschaftungen aufgrund der Tatsache, dass Diatomeen sehr sensibel auf Salinitätsschwankungen reagieren, unterschieden. Marine Arten, die hauptsächlich im Litoral leben, kennzeichneten in den untersuchten Bohrkernen die transgressiven Phasen des Meeres, d.h. marine Überflutungen. Insbesondere wurden diese durch ein erhöhtes Vorkommen von planktischen Diatomeen, besonders von Paralia sulcata, nachgewiesen. Dagegen wiesen Ablagerungen, welche aus Richtung des Rückseitenwatts angespült wurden, hauptsächlich im Benthos lebende Arten auf. Als Beispielarten des Benthos sind u.a. Diploneis didyma oder Navicula perigrina zu nennen, welche sehr häufig in allen vier untersuchten Kernen vorkamen. Zudem ist das Vorkommen von Diploneis didyma neben einer großen Anzahl an Bruchstücken auch ein wichtiger Hinweis auf Umlagerungen gewesen. Brackische Arten deuteten dagegen auf lagunäre Sedimente oder Salzwiesenablagerungen hin. Letztere sind in den Kernen auch durch aerophile litorale Spezies wie z.B. Diploneis interrupta gekennzeichnet. Auf den höher gelegenen Bereichen solcher Salzwiesen traten verstärkt oligohalobe Spezies auf, ein Anzeichen für den abnehmenden marinen Einfluss und eine erhöhte Frischwasserzufuhr.

Neben der Diatomeenzusammensetzung gab auch die Korngrößenzusammensetzung sowie der Glühverlust Aufschluss über die Überflutungshäufigkeit. Anhand der drei genannten Parameter ließen sich die untersuchten Kurzkerne in das Eulitoral und das Supralitoral gliedern. Der Übergang vom Eulitoral zum Supralitoral ist neben einer Korngrößenabnahme auch durch eine Zunahme des Glühverlustes gekennzeichnet. Ausnahme bildete bei den durchgeführten Untersuchungen jedoch der Kern Dünenfuß sowie bezüglich des Glühverlustes auch der Kern SW 3.

Küstenschutz und Naturschutz am Beispiel des Weltnaturerbes Wattenmeer auf trilateraler Ebene - Niederlande, Deutschland, Dänemark
(Bachelorarbeit Marc Arndt, Februar 2017)

Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften, 57 Seiten (Erstgutachter)

Generell zeigt sich, dass auf die Wattenmeer-Region tiefgreifende Veränderungen zukommen. Das Problem scheint hierbei nicht zu sein, dass es keine Möglichkeiten gibt, Küstenschutz zu garantieren und diesen mit dem Naturschutz zu verbinden, sondern dass hierfür, gerade in Deutschland ein massives Umdenken zu erfolgen hat. Eine Aufweichung der massiven Verteidigung wird notgedrungen dort, wo es möglich ist, erfolgen müssen, soll das Wattenmeer in der jetzigen Form und annähernd mit den jetzigen Funktionen erhalten bleiben. Das Meer wird an der gesamten Küste vermehrt sein "Recht einfordern" und zugesprochen bekommen müssen. Tatsächlich kann aber dies zu einer gelingenden Integration von Küstenschutz und Naturschutz beitragen, ohne dabei den Schutz von Bevölkerung und Werten aufzugeben. Hierzu ist es aber erforderlich, flexibel mit den verschiedenen Strategien zu arbeiten und zu operieren, sie punktgenau einzusetzen und immer weiter nach innovativen Lösungen zu suchen, die zum Ziel haben, Nachhaltigkeit, Ökologie, Schutz und Multifunktionalität miteinander zu verbinden.

Aber auch wie in anderen Bereichen stellt gerade die mentale Anpassung an äußere Veränderungen ein nicht unerhebliches Problem dar, vor allem dann, wenn in Traditionslinien Jahrhunderte lang der Kampf gegen das Meer und nicht das Leben mit dem Meer betont wurde.

Positiv auf diese Entwicklung kann sich langfristig tatsächlich die Ernennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe auswirken. Denn zum einen müssen nachhaltige Lösungen angewendet werden, die weitestgehend den Charakter des Wattenmeeres erhalten. Und zum anderen kann der Status als Weltnaturerbe dazu beitragen, in der Bevölkerung der Wattenmeer-Region diesen mentalen Wandel zu erwirken. In Ansätzen zeigt sich bereits, dass hier ein Umdenken stattfindet. Der (nachhaltige) Tourismus als Verdiensteinnahme stellt hierbei einen nicht unwesentlichen Faktor dar. Angesichts des langsam beginnenden Umdenkens offizieller Institutionen in Deutschland wie dem Schleswig-Holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume kann man optimistisch in die Zukunft schauen. Allerdings hängt die Umsetzung neuer Ideen davon ab, ob die Küstenbewohner überzeugt werden können und hier vor allem die Bewohner am deutschen Wattenmeer, welches 60% der Wattenmeerküste umfasst. Abschließend kann somit gesagt werden, dass die Wattenmeerregion in den kommenden Jahrzehnten große Veränderungen erfahren wird, die weniger die arbeitserprobten Hände der Wattenmeerbewohner herausfordern werden als vielmehr ihre Fähigkeit zum mentalen Wandel und zur Fähigkeit, sich in regelmäßigen Abständen neu zu erfinden.

ICBM-Webmaster (Stand: 20.09.2018)