Weichboden/Seegraswiese

Weichboden/Seegraswiese

Auf den ersten Blick wirkt das Habitat „Weichboden“ sehr viel uninteressanter als das Habitat „Hartboden“. Bewohner des Hartbodens sind meist auf den ersten Blick erkennbar. Bei den Weichböden sieht das jedoch anders aus. Hier leben die Bewohner im Sediment zwischen den einzelnen Poren. Aber nicht nur das makroskopische Weichbodenbenthos überrascht. Betrachtet man die Mikroorganismen, ist der Weichboden ein Ort der höchsten Artenvielfalt. Dies drückt sich weniger in morphologischer als vielmehr in physiologischer Vielfalt aus.

Es gibt verschiedene Kriterien, nach denen die Lebewesen der Weichböden eingeteilt werden. Eines ist das der Ernährungstypen. So unterscheidet man zwischen Bakteriobenthos, Zoobenthos und Phytobenthos. Ebenso wird zwischen den Größenklassen unterteilt. Hierbei geht es um Mikro-, Meio- und Makrobenthos. Ein letztes Kriterium, ist das der räumlichen Verteilung. Endopsammon bezeichnet hierbei die Organismen, die in Sandböden leben, während Epipsammon auf Sandböden leben. Endopelon meint die in Schlickböden lebenden Organismen und Epipelon die Organismen, die auf Schlickböden leben.

Den Organismen in und auf dem Weichboden kommt eine besondere Bedeutung zu. Während aus der Wassersäule ständig totes organisches Material (Detritus) herunterrieselt, benötigt es die Organismen, dieses zu zersetzen. Das zersetzte organische Material liefert dem Weichboden erneut Nährstoffe, die durch die Räuber der Weichböden erneut in die Nahrungskette abgegeben werden.

Ein limitierender Faktor im Sediment selbst ist der Sauerstoff. Die zahlreichen Bakterien im Sediment führen dazu, dass schon wenige Millimeter unter der Meeresbodenoberfläche der Sauerstoff verbraucht ist. Die Fauna, die sich trotzdem dafür entscheidet, sich im Sediment ein Habitat zu errichten, ist darauf angewiesen, regelmäßig ihre gebildeten Gänge mit sauerstoffhaltigem frischem Wasser zu fluten.

Es gibt verschiedene Gründe, warum Lebewesen sich im Sediment ein Habitat verschaffen. So bietet der Lebensraum im Sediment selbst häufig einen besseren Schutz vor Räubern. Andere Lebewesen vergraben sich im Sediment, um eine feste Position zu haben, von der aus sie Nahrung in dem vorbeiströmenden Wasser filtrieren können.

(Stand: 03.08.2021)