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Arabisches Meer

Geographische Lage

Das Arabische Meer bildet den nordwestlichen Teil des Indischen Ozeans. Es erstreckt sich von der Küste des äquatorialen Ostafrikas (50°O) im Westen bis Indien (80°O) im Osten. Nach Norden hin wird es von Pakistan begrenzt (25° N), wo auch der größte Zufluss, der Indus, seine Wasserfracht und damit auch mitgeführtes Sediment aus dem Karakorum im Himalaya entleert.

Karte des Arabischen Meeres
Abb. 1: Arabisches Meer

Über die Straße von Hormuz und den Golf von Oman besteht eine Verbindung zum Persischen Golf. Ferner besteht über die Straße von Bab-el-Mandab ein Zugang zum Roten Meer. Durch ein System ozeanischer Rücken wird das Arabische Meer in zwei große Becken unterteilt: das Arabische Becken im Nordosten und das südwestlich gelegene Somalische Becken. Beinahe überall ist das Arabische Meer tiefer als 3000m.

Besonderheiten

Beinahe alle physikalischen und biogeochemischen Prozesse, die im Arabischen Meer ablaufen, werden vom Monsun gesteuert. Beim Zentrum für Marine Tropenökologie (zmt) in Bremen wird dies ausgenutzt, die Wechselwirkungen des Klimas mit den biogeochemischen Prozessen lokal zu untersuchen.

Monsun

Die bestimmende Kraft im Gebiet des Arabischen Meeres sind die Monsunwinde. Die Monsunwinde werden angetrieben von einem Temperaturdifferential zwischen dem Indischen Ozean und dem asiatischen Kontinent. Wenn sich das Festland im borealen Sommer erwärmt, entsteht dort ein Tiefdruckgebiet, welches Luftmassen vom Meer her nachzieht. Dadurch entsteht ein stetiger Südwest-Wind von der Küste Somalias über das Arabische Meer bis nach Indien. Wenn sich dann im Winter das Land schneller als das Wasser abkühlt kehrt sich die Windrichtung um 180° um. Seine höchsten Geschwindigkeiten erreicht der Monsun im Sommer in einem schmalen, ca 1 km breiten Streifen, dem so genannten Findlater oder Somali Jet, vor der Küsten Somalias und Arabiens.


Abb. 2: Sommermonsun (aus Ivanochko 2005)

Abb. 3: Wintermonsun (aus Ivanochko 2005)

Abbildung 2 gibt einen Überblick über das während der Sommermonate vorherrschende Stömungsfeld des Windes an der Oberfläche. Dunklere Flächen signalisieren dabei größere Windstärken. Abbildung 3 gibt analog das Strömungsfeld für die Wintermonate wieder.

Produktivität im Arabischen Meer

Auftriebsgebiete im Arabischen Meer
Abb. 4: Auftriebsgebiete im Arabischen Meer (aus Lendt 2000).

Das Arabische Meer gilt als eine der produktivsten Regionen der Weltmeere. Die an der afrikanischen bzw. arabischen Küste entlang streifenden Monsunwinde verursachen eine ablandige Ekmandrift, welche ein Auftriebsgebiet erzeugt, in der nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche verfrachtet wird. Dies geschieht hauptsächlich während des Sommermonsuns. Der Wintermonsun ist nicht stark genug, eine solche Drift zu erzeugen. Statt dessen erzeugt er Konvektionswirbel, welche nährstoffreicheres Wasser von oberhalb der Thermokoline an die Oberfläche befördern. Abbildung 4 zeigt eine Satellitenaufnahme mit der Lage der Auftriebsgebiete und der Lage des Fintlater Jets. Helle Grautöne repräsentieren hier kälteres, aus der Tiefe aufgestiegenes Wasser.

Sauerstoffminimumzone

Durch die hohe biologische Produktivität kommt es im Arabischen Meer zur Ausbildung einer ausgedehnten, beständigen Sauerstoffminimumzone (OMZ), in der die Konzentration an gelöstem Sauerstoff gegen 0 geht. Die hohe Produktivität führt zu einem erhöhten Absinken abgestorbenen Materials. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Sauerstoffzehrung beim Abbau. Zudem fließt vom Indischen Ozean nur relativ sauerstoffarmes Wasser in das Becken des Arabischen Meeres. Die OMZ befindet sich in einer Tiefe von etwa 200 bis 1150 m.
Die OMZ nimmt starken Einfluss auf den Stickstoffkreislauf des Arabischen Meeres, da Bakterien hier Nitrat als Oxidationsmittel für den Abbau abgestorbenen Materials nutzen. Bei diesem, Denitrifikation genannten, Prozess wird Nitrat in molekularen Stickstoff umgewandelt, welcher als Treibhausgas in die Atmospäre entweicht und Einfluss auf die Variabilität des Monsun nimmt.

ICBM-Webmaster (Stand: 10.09.2018)