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Beeinflußende Faktoren und Auswirkungen auf das Klima

Monsun


Die Temperaturunterschiede zwischen dem eurasischen Kontinent und den benachbarten Ozeanen liefern die Grundlage zur Monsunbildung. Dabei gibt es jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen der untersuchten Paleomonsunverteilung in den chinesischen Lössablagerungen und dem direkten, das globale Klima beeinflussende Modell. Aus diesem Grunde müssen weitere Faktoren bei den in der Stärke wechselnden Variationen des Monsunsystems miteinbezogen werden.

Bei dem Versuch von Tungsheng Liu und Zhongli Ding, das Monsunverhalten zeitlich einzuordnen und Zyklen herauszustellen, fiel bei der Betrachtung der Wintermonsunindikatoren (Korngröße) auf, dass der Wintermonsun ein periodisches Muster aufweist. Dabei ist er in eiszeitlichen Perioden sehr intensiv und in zwischeneiszeitlichen Perioden eher abgeschwächt.
Auf der anderen Seite ist der Sommermonsun schwächer während eiszeitlichen Perioden und eher stark während zwischeneiszeitlichen Perioden.
Grundsätzlich ließ sich beobachten, dass es vor dem glazialen Maximum zu einer Abnahme des Sommermonsuns und einer Zunahme des Wintermonsuns kam.

Orbitalparameter der Erde


Um die zeitliche Entwicklung der Monsunaktivitäten zu rekonstruieren, wurden die Orbitalparameter der Erde in Zusammenhang mit der Korngröße an spezifizierten Orten (Baoji) betrachtet. Für die Bewertung der Orbitalparameter des Erdumlaufs um die Sonne hat man Analysen der Sedimentkerne in der Tiefsee verwendet, da die Orbitalparameter eine treibende Kraft in der Bildung unserer Klimazyklen darstellen. Dabei stellte sich heraus, dass die Monsunänderungen weitestgehend in starker Korrespondenz zu den Erdparameterveränderungen stehen.

Orbitalparameter

Abb. 8: Orbitalparameter (28.0Kb), aus dem Deep-Sea Drilling Project site 607 δ18O Verteilung (durchgehende Linie) im Vergleich mit der Korngrößenverteilung (gestrichelte Linie) am Standort Baoji. Dabei wurden 4 verschiedene Zeitintervalle betrachtet. Die Abbildung wurde Tungsheng Liu und Zhongli Ding entnommen.

Heinrich events / globales Eisvolumen


Unter Heinrich events versteht man die Abtrennung und Abschmelzung von Eisbergen. Das daraus resultierende eistransportierte Material lagert sich dabei in Tiefseesedimenten im Nordatlantik ab und bildet daraus die Heinrich Schichten.
Untersuchungen ergaben, dass erhöhte Quarzablagerungen demzufolge zurückzuführen sind auf das Schmelzen der Eisberge im Nordatlantik bei einem solchen Heinrich event. Daraus entstand bei Tungsheng Liu und Zhongli Ding die Schlussfolgerung, dass die Heinrich events begleitet werden von erhöhten ostasiatischen Wintermonsunströmen.

Um diesen Aspekt genauer zu untersuchen, wurden die Korngrösse und magnetische Empfindlichkeit mit den SPECMAPδ

18

O Verteilungen in Bezug gesetzt, wie in nachfolgender Abbildung dargestellt. Daraus resultierte im Vergleich eine hohe Äquivalenz der Verteilungskerne.

Specmap

Abb. 9: Korrelation (68.0Kb) von Sommer- und Wintermonsunverteilung im Vergleich mit der SPECMAP δ18O Verteilung der letzten 500 ka. Die Sommermonsunverteilung wird dargestellt durch die Verteilung der Magnetischen Empfindlichkeit (SUS) in Xifeng und die Wintermonsunverteilung durch die Korngrößenverteilung (G.S.R.) in Baoji. Die Abbildung wurde Tungsheng Liu und Zhongli Ding entnommen.


Bei genauerer Untersuchung stellten Tungsheng Liu und Zhongli Ding heraus, dass jedes Heinrich event mit einer Erhöhung der mittleren Korngrösse einhergeht. Ebenfalls liess sich ein allgemeiner Trend der Erhöhung der mittleren Korngrösse verzeichnen, der wiederum mit einer Erhöhung des globalen Eisvolumens bis zum letzten glazialen Maximum einhergeht.
Dies stellt einen Zusammenhang zwischen den Oszillationen des Monsunsystems und der zeitabhängigen Evolution des globalen Eisvolumens dar und lässt schlussfolgern, dass das globale Eisvolumen einen großen Einflussfaktor bezüglich des Klimas und des regionalen Monsunsystems darstellt.

Ein anderer Einflussfaktor ist der Wasserstand der Ozeane, der durch das Eisvolumen beeinträchtigt wird, was wiederum Auswirkungen auf den Regenfall des Sommermonsuns hat.
Als weniger, bzw. geringfügig einflussreich hingegen hat sich die Intensität der Sonneneinstrahlung herauskristallisiert.

Zusammenfassend weisen Tungsheng Liu und Zhongli Ding darauf hin, dass das Zusammenspiel des globalen Eisvolumens, der Intensität der Sonneneinstrahlung, die Variation der Erdbahnparameter und die Monunaktivitäten mit Sicherheit eine Rolle im globalen Klimasystem spielen, die genauen Ursachen und Wirkungen aber noch näher untersucht werden müssen.

ICBM-Webmaster (Stand: 10.09.2018)