PLAWES - Mikroplastikkontamination im Modellsystem Weser - Nationnalpark Wattenmeer: ein ökosystemübergreifender Ansatz

Teilprojektleitung und Ansprechpartner

Dr. Barbara Scholz-Böttcher
Arbeitsgruppe: Organische Geochemie
Tel.: +49-441 798-5362
Fax: +49-441 798-3404

Teilprojektbearbeitung

Maurits Halbach (M.Sc. Marine Umweltwissenschaften)                           

Projektdauer

3 Jahre (Oktober 2017 - April 2021)

Homepage:

https://bmbf-plastik.de/en/joint-project/plawes

Projektpartner

 

PLAWES - Mikroplastikkontamination im Modellsystem Weser - Nationnalpark Wattenmeer: ein ökosystemübergreifender Ansatz

Problemstellung

In der Modellregion Weser – Nationalpark Wattenmeer soll in PLAWES durch empirische und modellgestützte Analysen herausgefunden werden, wie kleinste Plastikteilchen (Mikroplastik) vom Festland bis ins Meer gelangen, welche Eintrags- und Transportwege in welchem Umfang daran beteiligt sind und welche Risiken die dadurch verursachte Kontamination unterschiedlicher Ökosysteme mit sich bringt.

Zielsetzung

In der Modellregion Weser – Nationalpark Wattenmeer sollen in PLAWES durch empirische und modellgestützte Analysen herausgefunden werden, wie kleinste Plastikteilchen (Mikroplastik) vom Festland bis ins Meer gelangen, welche Eintrags- und Transportwege in welchem Umfang daran beteiligt sind und welche Risiken die dadurch verursachte Kontamination unterschiedlicher Ökosysteme mit sich bringt. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Wissenschaftler in neue Informations- und Lehrkonzepte integriert.

PLAWES ist das erste bundesweite Forschungsprojekt, das die Mikroplastik-Kontamination ökosystemübergreifend von den Oberläufen eines Flusses bis zur Mündung an der Küste und die damit einhergehende Verbreitung im Meer interdisziplinär und über längere Zeiträume hinweg erforscht und bewertet. Die Analytik der Mikroplastikpartikel erfolgt hierbei spektroskopisch (FT-IR) durch das Alfred-Wegener-Institut und die Universität Bayreuth während das ICBM dies mit Hilfe der Py-GC/MS durchgeführt. Dieser erstmalige komplementäre, analytische Ansatz ermöglicht eine Daten- und Interpretationsbasis zur Anzahl, Größe und Zusammensetzung (FTIR), sowie zu den Massengehalten der verschiedenen Plastikarten im Spurenbereich (Py-GC/MS).

Die Ergebnisse aus den Untersuchungen der Weser und ihrem Mündungsbereich sowie diejenigen aus verschiedener weiteren Eintragspfaden wie Kläranlagen und Atmosphäre fließen anschließend in mathematische Modelle ein, um so eine erste Bilanzierung des Mikroplastiktransports entlang der Weser zu ermöglichen.

Die Risiken der Mikroplastik-Kontamination auf die Ökosysteme wird im Projekt mit mehreren Teilstudien an Invertebraten (Muscheln) getestet. Unter anderem führt das ICBM eine retrospektive Untersuchung an Miesmuschelproben der Umweltprobenbank aus den vergangen 30 Jahren durch. Hierbei soll Aufschluss darüber erhalten werden, ob, in welcher Art und in welchem Ausmaß die Tiere in dieser Zeitspanne Mikroplastik aufgenommen haben. Die erhaltenen Daten sollen zudem im Kontext mit den erhobenen Ergebnissen interpretiert werden.

Darüber hinaus wird die Interaktion von Mikroplastik mit Mikroorganismen und dem hiermit verbundenen potentiellen, gesundheitlichen Risiko für den Menschen und die Auswirkungen auf Kleinstlebewesen durch Mikroplastikbelastung durch das Alfred-Wegener-Institut beleuchtet.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projektvorhabens liegt auf dem Gebiet der Umweltbildung. Biologiedidaktiker aus Bayreuth, Helgoland und Oldenburg werden Urteilsfähigkeit, Einstellungen und Wissen zu Plastikmüll von Schülern und Lehrern erheben. Gemeinsam mit dem AWI Schülerlabor auf Helgoland werden dann Lernmaterialien zur Thematik Mikroplastik erarbeitet und erprobt.

(Stand: 09.06.2021)