BASEMAN - Qualitative und quantitative chemische Analyse von Mikroplastik in der marinen Umwelt durch Pyrolyse-Gaschromatographie-Massenspektrometrie

 

Teilprojektleitung und Ansprechpartner

Dr. Barbara Scholz-Böttcher
Arbeitsgruppe: Organische Geochemie
Tel.: +49-441 798-5362
Fax: +49-441 798-3404

Teilprojektbearbeitung

Marten Fischer (M.Sc. Marine Umweltwissenschaften)                            

Projektdauer

Januar 2016 - Dezember 2018

BASEMAN - Qualitative und quantitative chemische Analyse von Mikroplastik in der marinen Umwelt durch Pyrolyse-Gaschromatographie-Massenspektrometrie

Problemstellung

Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts führte die rapide Zunahme der globalen Kunststoff-Produktion zu einer massiven Akkumulation von Plastik-Müll auch in der marinen Umwelt. Im Meer unterliegen Kunststoffe verschiedenen Verteilungsprozessen sowie photochemischer und mechanischer Fragmentierung. Fragmente und Fasern <5 mm werden als sekundäres Mikroplastik bezeichnet.  Primäres Mikroplastik sind direkt hergestellte Produktionspellets sowie in Kosmetika und Schleifmitteln verwendete Kunststoffpartikel. Die immer kleiner werdenden Kunststoffpartikel sind in den letzten Jahren zunehmend in den wissenschaftlichen und öffentlichen Fokus gerückt. Da mit abnehmender Größe die Bioverfügbarkeit stark ansteigt, können Mikroplastikpartikel sowie die in ihnen enthaltene Additive und anhaftende Schadstoffe in die Nahrungskette eintreten.

Obwohl die Erkenntnisse über potentielle Risiken und Auswirkungen zunehmen, ist der Einfluss von Plastikpartikeln auf das marine Ökosystem noch nicht wirklich verstanden. Ein fundamentales Problem hierbei ist das Fehlen von standardisierten Vorgehensweisen (Standard Operation Procedures) für die Probenahme und Analytik von Mikroplastik.

Zielsetzung

Das Verbundprojekt „Leitlinien und -standards für die einheitliche Analyse von Mikroplastik in europäischen Gewässern (Microplastic-BASEMAN)“ wird vom BMBF im Rahmen der EU-Initiative "Joint Programming Initiative Healthy and Productive Seas and Oceans" (JPI Oceans) gefördert. Es ist ein interdisziplinäres, internationales Forschungsprojekt mit 24 Partnern aus neun weiteren EU-Ländern (Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Spanien). Ziel ist es, eine Harmonisierung und Standardisierung der Messmethodik für Mikroplastik zu erreichen. Es werden umfassende und detaillierte Vergleichsstudien mit Referenzmaterialien und natürlichen Mikroplastikproben unter Einbeziehung aller derzeit verfügbaren und genutzten Messmethoden durchgeführt. Die Methoden werden geprüft und hinsichtlich ihrer Aussagekraft bewertet. Neben der analytischen Bearbeitung soll auch ein einheitliches (standardisiertes) Verfahren zur Probengewinnung und -vorbereitung für die Mikroplastik-Analyse erarbeitet werden.

(Stand: 09.06.2021)