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Thailand Exkursion 2015

"Ko Pha-ngan liegt 60 km nordöstlich des thailändischen Festlandes. Sie ist mit 125 km² Fläche die zweitgrößte Insel des nach der etwa 15 km südwestlich gelegenen Nachbarinsel benannten Samui-Archipels (Muu Ko Samui), zu dem noch etwa 60 weitere Inseln gehören." - Wikipedia

"Darunter Ko TaoKo Nang Yuan und die rund 40 Inseln des Nationalparks Ang Thong (Schauplatz des Romans Der Strand, aber nicht Drehort des dazugehörigen Films The Beach)." - Wikipedia

"Biodiversität oder biologische Vielfalt bezeichnet gemäß der Biodiversitäts-Konvention (Convention on Biological Diversity, CBD) „die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören“." - Wikipedia

Neben Blaupunktstachelrochen und diversen formen- und farbenfrohen Korallenarten ist aber auch die Zerstörung und Umweltbelastung des Riffs und insbesondere der Korallen zu beobachten.

Vollbepackt auf dem Tauchboot angekommen, haben wir uns erstmal mit Früchten gestärkt und sind dann zu unseren drei Schnorchel-Sites, rund um Koh Mar, gefahren. Zu sehen gab es an dem Tag neben zwei verschiedenen Arten von Nudibranchen in den schönsten Farben, Skorpionfische, einen Igelfisch, wieder einige Schwämme, die zum Teil von Holothurien besiedelt waren und Anemonen, die in leuchtendem Blau erstrahlten.

Das absolute Highlight war dann am Abend der feurig rote Sonnenuntergang auf dem Bootsdeck und das anschließende Nachtschnorchel bei (fast) Vollmond. Bei Nacht verwandelte sich der Ort, den wir zuvor bereits bewundert hatten in eine ganz andere Welt.

An den steilen Hängen und verwinkelten Korallenlandschaften rund um die Insel und zurück zum Boot gab es noch einiges zu entdecken, so zum Beispiel die Narrow Kingfish Makrele, die mit ihren 80 cm Länge schon ganz schön beeindruckend sein kann und zum ersten Mal auch der Blue Ring Angelfish (Pomacanthus annularis zusammen mit  dem Weavers Butterflyfish,Chaetodon wiebeli).

Bei Japanese Island, eine langgezogene Insel mit steil abfallenden Kanten machten wir unseren ersten Stop. Besonders schön war der Mondsichel-Junker (Thalassoma lunare) mit seinem azurblauem Kopf und den regenbogenfarbenen Brust- und Rückenflossen anzuschauen. Aber auch die Diversität von Hartkorallen, Schwämmen und  anderen Riffbewohnern war auffallend hoch.

Es sollten zwei schnorchlerisch anspruchsvolle, aber dafür höchst diverse Orte angefahren werden und wir wurden von Evgeny, einem russischen UW-Kameramann in Spiderman-Outfit, begleitet. Aus dem Zusammenschnitt seiner Aufnahmen sollte ein schöner Kurzfilm des heutigen Tages entstehen (Korallenriff Exkursion Thailand 2015).

Thailand CoreSea Exkursion 2015 - Abschiedsschnorcheln

03.03. - Anreise

Nach langer Packerei und ewigen Diskussionen was man denn alles vergessen haben könnte, ging es am 03. März Richtung Bremen zum Flughafen. Es gab zwei verschiedene Art von Reisenden: Nummer 1 hatte 5 Stunde vor Abfahrt des Zuges bereits alles gepackt, letzte Utensilien eingekauft, die Reiseapotheke mit dem Tropeninstitut noch mal durchgesprochen, letzte Abgaben in die Uni gebracht und langweilte sich nun, ohne zu wissen, was man mit sich anfangen könnte. Typ 2 hatte auch 1 Stunde vor der Abfahrt des Zuges noch nichts gepackt, geschweige denn raus gesucht und musste panisch noch fix zum Arzt, um sich impfen zu lassen. Typ 2 wusste auch nicht über welche Flugverbindungen es nach Koh Phangan ging oder von welchem Flughafen es los gehen würde.

In Bremen trudelten aber doch alle Reisenden beider Typen langsam ein und konnten auch problemlos einchecken. Als man dann im Flieger saß fing es dann tatsächlich auch noch an zu schneien. Das hat uns unseren Abschied aus dem kalten Deutschland (3°C) nicht wirklich erschwert. Der erste Flug war zwar durch Turbulenzen und den auch in Amsterdam vorhandenen Schneefall etwas ruckelig, aber die Massenpanik blieb aus.

Mit der Triple7 gings von dort nach kurzem Aufenthalt weiter nach Singapur. Diese 12 Stunden können recht ungemütlich werden, wenn man von der Klimaanlagenluft abwechselnd friert und schwitzt, Menschen über einen drüber steigen um die Toilette aufzusuchen, besagte Menschen alle 5 Sekunden im Schlaf auf deine Schulter sacken und schon bedenklich nach einer Mischung aus Rotwein, Sekt und Whiskey riechen, aber alles halb so wild. Der Flug war super ruhig, pünktlich und die Filmauswahl gigantisch In Singapur konnte man sich die geschwollenen Füße und Beine in einer kostenlosen Massagemaschine angenehm durchkneten lassen. Es wurde auch das erste Asiatische Essen verputzt und sich darüber gewundert, wozu ein Flughafen einen Swimmingpool benötigen könnte.

Nach 4 Stunden ging es weiter nach Koh Samui. Dies war unser letzter Flug und es hatte alles perfekt geklappt. Hier wurden wir von einer schwül-heißen, tropisch duftenden Luft und einem hektisch an den Kopf gedrückte Fieberthermometer begrüßt. Zwei weitere Reisende, die bereits eine Woche in Thailand verbracht hatten nahmen uns schon braungebrannt in Empfang. Nummer 3 war bislang verschwunden, aber seelenruhig sind wir davon ausgegangen, dass der bestimmt auf Koh Phangan auftauchen würde.

Mit dem Taxi ging es zum Pier. Ins Taxi passen bestimmt auch die zugelassenen 12 Personen, allerdings nur mit viel Drücken und Schieben auch die dazugehörigen, fast menschengroßen Rucksäcke und Koffer. Es war kuschlig. Mit dem Speedboat ging es dann auch direkt dorthin. Schon beim Werfen des Gepäcks aufs Boot, sah jeder seine Tasche ins Wasser fallen, aber es ging alles gut. Und mit viel Speed ging es dann auch los. Der kühle Wind tat wirklich gut. Die abenteuerliche Fahrt endete natürlich nicht ohne ein Auf-dem-Grund-Aufsetzten und einem Netz-durchfahren und wurde von einer Fahrt bei Nacht im Pickup abgerundet.

Im Guesthouse wurden wir dann noch mal offiziell von Eike und Janina vom COREsea-Researchcentre begrüßt, die unsere komplette Ankunft hervorragend organisiert hatten. Nummer drei war inzwischen auch angekommen. Es war inzwischen der 04.03. 23 Uhr (17 Uhr in Deutschland). Es wurde noch ein kleiner Spaziergang zum Tempelfest des Chaloklum-Tempels gemacht, doch man fiel dann relativ schnell in die, zugegeben ziemlich harten, Betten der einfach eingerichteten Zimmer.

Gute Nacht und bis morgen

04.03. - Rifferkundung

Von Paul-Jannis Gerammel und Tim Westerholt

Mit dem ersten Tageslicht enthüllt die Insel ihre wahre Schönheit. Ein Mix aus Tropenhaus und Meeresduft – der hauptsächlich auf die überall zum trocken ausgebreiteten Tintenfische zurückzuführen ist – liegt in der Luft und nach einem kurzen Breefing seitens der Stationsleitung marschieren wir ca. 3 Minuten zu unserem Tauchboot. Unterwegs erklären uns Peter und James (unser Snorkelling-Guide) die Tagesziele und die wichtigsten ‘Dos and Donts‘, während an uns die saftig grün bewaldete Insel mit ihrer felsigen Küste vorbeizieht.

Longtail-Boote und Palmwedel machen den Eindruck einer subtropischen Trauminsel perfekt. Die Sonne knallt und unsere Ziele heiße Mae Haad und Nudi-Beach.

Im Wasser dann tauchen wir bei fast Badewannentemperatur ab und erkunden das Riff. Neben Blaupunktstachelrochen und diversen formen- und farbenfrohen Korallenarten ist aber auch die Zerstörung und Umweltbelastung des Riffs und insbesondere der Korallen zu beobachten. Allerdings gibt es auch junge, nachwachsende Korallen und eine Vielzahl verschiedener Organismen, die Indikatoren für ein dennoch funktionierendes Ökosystem sind. Mit dem ertönen des Schiffhorns endet die erste Runde und wir erfrischen uns mit Obst und Salaten an Deck. An unserem zweiten Spot (ca. 300m entfernt) macht sich vor allem die stärker gewordene Strömung bemerkbar und das Fotografieren wird zunehmend schwerer. Nichts desto trotz sind auch hier wieder gute Einblick in das dortige Ökosystem und die Biodiversität möglich und wir erkennen auch einige der besprochenen Arten wieder.

Anschließend heißt es Rückzug zum Hafen, Ausruhen, frisch machen und ab zur Nachbesprechung. Begleitet von dem gelegentlichen Wegnicken einiger erschöpfter Kollegen/innen versuchen wir die fotografierten Arten möglichst präzise zu bestimmen. Danach werden die nächsten Tagesziele besprochen und man bricht in kleinen Gruppen zum Abendessen auf. Ein schöner Tag!

05.03. - Koh Mar

Nachdem heute alle wieder mehr oder weniger fit waren und der Jetlag nun vollends überwunden war, hat unser Tag um Punkt 9 Uhr im Tauchcenter mit der obligatorischen Vorbesprechung angefangen. Vollbepackt auf dem Tauchboot angekommen, haben wir uns erstmal mit Früchten gestärkt und sind dann zu unseren drei Schnorchel-Sites, rund um Koh Mar, gefahren. Beim ersten fiel uns sofort die etwas stärkere Strömung auf, die einigen von uns doch zu schaffen machte, ganz besonders in Verbindung mit dem Wellengang. Unter Wasser wurden wir jedoch für die Anstrengungen wieder entschädigt. Zu sehen gab es an dem Tag neben zwei verschiedenen Arten von Nudibranchen in den schönsten Farben, Skorpionfische, einen Igelfisch, wieder einige Schwämme, die zum Teil von Holothurien besiedelt waren und Anemonen, die in leuchtendem Blau erstrahlten.

Unterschieden haben sich die drei Schnorchelspots hinsichtlich ihrer Topographie, wobei der erste recht steil abgefallen ist und tiefer war, und die beiden anderen eher flach waren.

Zwischendurch hatten wir jeweils eine kurze Mittagspause mit typisch thailändischem Essen und uns dann auch schon auf den Weg zu einem anderen Riffabschnitt gemacht.

Es war wieder ein rundum gelungener Tag und so langsam wird es auch mit unserer Kondition besser.

Den runden Abschluss des Abends bildete die Fullmoon-Party, zu der noch einige Feierlustige der Gruppe aufgebrochen sind.

Morgen geht’s dann spannend weiter mit Fischen, Schwämmen und Co – auch bei Nacht … 

06.03. - Nachtschnorcheln

Nach der gestrigen Fullmoon Party fing der heutige Tag etwas später als gewöhnlich mit einem Mittagsessen auf dem Boot an. Während der ersten beiden Schnorcheltage, die hauptsächlich dazu dienten einen ersten Überblick über die Habitate und ihre Bewohner zu bekommen, wurde es heute etwas methodischer. An jedem angefahrenen Schnorchel-Spot legten wir 3 Transekte von 25 Metern Länge und analysierten verschiedene Tiergruppen in Zweierteams. Die Fisch-Gruppen mussten geschickt in einer Mischung aus schnell aber behutsam den bunten und diversen Fischen auf der Spur sein während den Korallen- und Invertebraten-Gruppen eher ein ganz genaues Augenmaß abverlangt wurde. Sowohl der 1. Spot im 1 Meter tiefen Flachwasser, als auch der 2. Spot in 3 Metern Tiefe senkrecht an der Felswand stellte uns vor einige motorische und konditionelle Herausforderungen. Schade zu sehen war für uns, dass beide Spots doch bereits stark anthropogen durch Schiffsverkehr, Tourismus und Müll beeinträchtigt waren.

Das absolute Highlight war dann am Abend der feurig rote Sonnenuntergang auf dem Bootsdeck und das anschließende Nachtschnorchel bei (fast) Vollmond. Bei Nacht verwandelte sich der Ort, den wir zuvor bereits bewundert hatten in eine ganz andere Welt. Während sich vor allem die Herbivoren in Spalten und Ritzen verkrochen hatten waren nun die nachtaktiven Carnivoren und Planktonfresser zum ersten Mal in bisher unbekannter Vielfalt zu sehen. Wir konnten Baracudas, einen Oktopus, Federsterne, Plattwürmer und Plattfische bewundern, müssen jedoch noch eine Weile an unseren Fähigkeiten bei Nacht zu fotografieren arbeiten. Mit Kamera und Lampe in der Hand, gleichzeitig die Teamleute im Auge zu behalten und den Unterwasserbewohnern auf der Pirsch zu sein erfordete doch mehr Multi-Tasking, als einige von uns bisher gewohnt waren.

Am Ende eines langen Tages genossen wir alle erneut die aufregende und leckere Küche Thailands und fielen endlich spät kaputt aber zufrieden ins Bett.

07.03. - Riffbewohner

Von Michelle und Melina

Nachdem sich alle mehr oder weniger fit in der Core-Sea Station eingefunden haben, wurde der gestrige Tag, mit dem nächtlichen Schnorchelgang, besprochen und dann ging es auch gleich wieder auf unser Tauchboot. Heute war eine vorgelagerte Insel an der Westküste von Koh Phangan unser Ziel.

An der Steilküste mit diversen (leicht gruseligen) Felsspalten rangierte die Tiefe des Riffes zwischen 2 und 7 Metern. In einer dieser tiefen Felsspalten konnten wir einen Diodon hystrix (Black Spotted Porcupinefish) entdecken, welcher uns mit seinen großen Augen anstarrte. Leider war durch die Strömung und die schlechte Sicht das Abschwimmen von Transekten nicht ratsam. Daher konzentrierten wir uns an diesem Spot auf die Biodiversität, welche zumindest bei den Korallen auch gegeben war.

Dann ertönte auch schon das Signal zur Mittagspause und wir stärkten uns dank Mo’s sehr guten Kochkünsten an Reis mit oder ohne (sehr scharfen) Chickenwings.

Unseren zweiten Stop machten wir an einer Bucht von Koh Phangan, bei der als erstes das riesige Resort am Strand auffiel. Dementsprechend war das Riff durch die vielen Schnorcheltouristen, den Bootsverkehr und die Abwässer stark beeinflusst. Dennoch wimmelte es von zahlreichen und fast handsamen Fischen. Das mag daran liegen, dass die Fische für den Tauchtourismus angefüttert werden und somit Blitzlichtgewitter gewohnt sind. Auch waren hier vor allem Pavona vorherrschend,  sowie wieder Pocillopora und Porites. Die schnell wachsenden Korallen zeigen den ungesunden Zustand des Riffes. Die 3 Transekte in dieser Bucht, konnten heute alle Gruppen schon viel sicherer und schneller bewältigen.

Kurz vor unserem Heimathafen haben wir nochmal an einer felsigen Bucht Halt gemacht. Gleich nachdem man vom Boot ins Wasser gesprungen ist konnte man schon die ersten Riffbewohner entdecken. Allerdings fielen auch viele am Grund liegende Flaschen und Reifenteile auf. Diese wurden von den Organismen als Verstecke genutzt. Trotz guter Tarnung konnte ein Skorpionsfisch (Scorpaenodes varipinnis) unter begeisterten Ausrufen entdeckt werden. Außerdem fanden wir einen Plattfisch, sowie bereits viele bekannte Individuen (siehe Fotos). Trotz des partiell schlechten Zustandes des Riffes war dieser Standort sehr Biodivers und wir konnten unsere Artenliste erweitern.

Als das Boot nun alle schnorchelnden Studenten wieder eingesammelt hatte genossen wir noch die letzten Sonnenstrahlen an Deck. Bei unserer Tagesabschlussbesprechung wurden nochmal alle Eindrücke des heutigen Tages, sowie der morgige Ausflug in den Marine National Park besprochen, zudem wir morgen in aller Frühe aufbrechen werden.

Bis Morgen und gute Nacht! 

08.03. - Marine National Park

Um Viertel vor Acht erschienen wir recht früh am Boot. Zusammen mit   Tauchern vom COREsea-Researchcentre ging es drei Stunden lang zum westlich gelegenen Marine National Park. Die Zeit wurde mit verschiedenen Briefings, Bücherwälzen, Expertendiskussionen und Früchtefrühstück gut genutzt. Im Marine National Park erwartete uns ein kleines von Slope Reefs umgebenes Inselarchipel. Bereits der Anblick der kleinen wilden Inseln war wunderschön. Beim ersten Tauchgang wurden dann auch gleich die ersten drei Transekte, die zur späteren Auswertung beitragen, ausgelegt und untersucht. Es kamen hauptsächlich „altbekannte“ Arten vor, diese aber in deutlich höherer Abundanz.  Vor allem bei den Schwämmen und Anemonen kam es durch die veränderten Bedingungen (deutlich mehr Strömung, Schutzgebiet) zum Vorkommen einiger Neulinge. Die Korallen der meisten Arten (vor allem Poritis) waren deutlich größer und insgesamt war der Korallenanteil am Boden deutlich höher.

Nach 1,5 Stunden gingen wir wieder an Bord um uns mit Mos Köstlichkeiten zu stärken und zum nächsten Standort schippern zu lassen. Hier erwarteten uns keine korallenökologischen Wunder, jedoch eine wunderschöne Höhle, durch die man einmal durch die Insel durch schnorcheln oder tauchen konnte. Durch vereinzelte Oberlichter fiel das Licht auch in die Höhle und sorgte für eine gute Sicht. Neben Gorgonien, Schwämmen und Peitschenkorallen traten auch Schwärme von Sardinen, Seeigel und vereinzelte Damselfische auf. Am Ausgang erwarteten uns die deutlich stärker gewordene Strömung und Brandung, die aber von Allen, dank gutem Training, einwandfrei gemeistert wurden. An den steilen Hängen und verwinkelten Korallenlandschaften rund um die Insel und zurück zum Boot gab es noch einiges zu entdecken, so zum Beispiel die Narrow Kingfish Makrele, die mit ihren 80 cm Länge schon ganz schön beeindruckend sein kann und zum ersten Mal auch der Blue Ring Angelfish (Pomacanthus annularis zusammen mit  dem Weavers Butterflyfish, Chaetodon wiebeli). Aufgrund der Strömung hielt blöderweise der Anker nicht mehr und wir mussten recht zügig ablegen, doch das Boot haben noch alle mehr oder weniger rechtzeitig erreicht.

Auf dem Rückweg wurden hauptsächlich kleine Nickerchen gemacht, Rätsel um neue Arten gelöst und oberflächlicher Schürfwunden der COREsea-Taucher versorgt. Gerade die Höhle war wirklich eine tolle und schöne Erfahrung. Müde aber zufrieden freuen wir uns aufs Bett und den nächsten Tag.

09.03. - Mae Haad

Von Laura und Simone

Heute begann der Tag um 8 Uhr im Divecenter mit der weiteren Bestimmung der verschiedenen Arten, die wir gestern in unseren Transekten aufgenommen haben. Zudem wurden uns Tipps für unsere Exkursions-Protokolle gegeben. Um 10 Uhr ging es dann aufs Boot und zu unserem  ersten Tauchspot bei Mae Haad (N 09° 79.504‘, E 99° 97.695‘) Dort wurden drei Transekte a 25m gelegt und die verschiedenen Tiergruppen von uns aufgenommen. Neben den bekannten Spezies erwarteten uns unzählige Rippenquallen (Salpen), vor denen alle erst einmal etwas Respekt hatten. Nachdem wir dann jedoch herausgefunden hatten, dass nicht diese kleinen Kerlchen für das andauernde Brennen auf der Haut verantwortlich waren, sondern das dortige Plankton im Wasser, waren wir auch schnell wieder versöhnt und konnten mit unseren Aufnahmen starten. Anschließend gab es Mittagessen auf dem Boot, welches lecker aber dieses Mal sehr würzig war, zumindest für einige von uns, was sich durch Ringen nach Luft bemerkbar gemacht hat. Nach einem kurzen Päuschen wurden beim nächsten Tauchspot Nudie Beach (N 09° 47.591‘, E 99° 58.592‘) wieder die Arten dreier Transekte aufgenommen. Zum Schluss haben wir noch einen kurzen Drift-Schnorchelgang gemacht. Erschnorchelt wurden heute große Schulen von Double Barred Rabbitfishes (Siganus virgatus), Nudibranches (Jorunna funebris) und verschiedenste Decapoden. Nach einer erfrischenden Dusche ging es dann zur Nachbesprechung des Tages bei der wir heute einen Vortrag von Peter Schupp über Dangerous Marine Animals gehört haben. Jetzt wissen wir auch wie man sich bei einem Zusammentreffen mit Haien verhalten sollte, was uns morgen bei Sail-Rock eventuell helfen kann, denn es wurde angekündigt, dass es dort Bullenhaie geben könnte….

10.3. - Sail Rock

Der Dienstag begann für uns alle mit einem freien Vormittag, da unser Ausflug zum „Sail Rock“ erst um 12 Uhr am Pier begann. Die meisten von uns nutzen diese Gelegenheit um ein bisschen Schlaf nachzuholen, gemütlich frühstücken zu gehen oder die längst überfälligen Postkarten zu schreiben. Dabei wurden paradisische Frühstücks- und Entspannungsplätze mit Hängematten und Schaukeln unter Palmen entdeckt, die sicherlich in den nächsten Tagen noch öfter besucht werden.

Erholt und mit frischer Kokosnuss im Bauch ging es dann bei ziemlichem Geschaukel 1 ½ Stunden zum beliebten Tauch- und Schnorchelspot „Sail Rock“. Heute waren wir wieder Begleitung der Core Sea Mitarbeiter, die den Ausflug zum Tauchen nutzen wollten. Der, auf den ersten Blick enttäuschend kleine und unscheinbare Fels mitten im Meer entpuppte sich unterwasser zu einem wahren Hotspot an Invertebraten und Fischschwärmen. Bei unserem ersten Schnorchelgang umrundeten wir zweimal den Felsen, wobei wir auf der einen Seite auf Grund der heftigen Strömung und dem Wellengang ordentlich schwimmen mussten, um überhaupt vom Fleck zu kommen. Wir waren begeistert von den riesigen Schwärmen Smooth-Tailed Trevallys (Selaroides leptolepis) und Großaugen Stachelmakrelen (Caranx sexfaciatus). Außerdem konnten wir einen großen Malabar-Grouper (Epinephelus malabaricus) von etwa 70 Zentimetern Körperlänge bewundern.

Mos Mittagessen war für die Meisten das Beste bisher. Alle stärken sich mehrmals und dann ging es auch schon wieder ins Wasser. Dieses Mal mussten wir uns die Aussicht auf die lebendigen und bunten Felswände mit mehreren Tauchgruppen teilen, die während unserer Mittagspause angekommen waren. Daher wurde die Sicht etwas blasiger und der Platz enger, doch wir ließen uns nicht aufhalten und zeigten den Tauchern, dass man auch ohne Sauerstoff auf 8 Metern entspannt fotografieren kann. Ein kleines Highlight war zum Abschluss unsere erste Qualle dieser Exkursion – die kleine Blumenkohlqualle (Rhizostoma octopus), die in ihrem Schirm 2 Fische und einen Krebs transportierte, wurde von uns bestimmt eine ¼ Stunde belagert und fotografiert, bis wir sie weiterziehen ließen und aufs Boot zurückkehrten.

Obwohl der Bullenhai uns bei beiden Schnorchelgängen mit Abwesenheit strafte, war der Ausflug zum „Sail Rock“ ein rundum gelungenes Erlebnis!

11.3. - Von Thong Sala bis Nudie Beach

Der heutige Tag begann um 08:30 mit einem Ausflug auf den Fischmarkt von Thong Sala, der größten Stadt von Ko Pha Ngan. Wir erhofften uns, hier neue, pelagische Fischarten zu sehen, die auf unseren Schnorchelgängen noch nicht beobachtet wurden. Obwohl sich unser Taxifahrer die größte Mühe gab, einen Stand mit großen und für uns unbekannten Fischen zu suchen und uns in seiner Verzweiflung sogar zur Fischtheke eines örtlichen Supermarkts schickte, ging das Angebot selten über die Auslagen der zahlreichen Fischrestaurants in Chaloklum hinaus, die wir bereits allabendlich bewundern konnten.

Trotz dieses Rückschlags trafen wir voller Motivation um 12:00 auf unserem Tauchboot ein und widmeten uns erneut der Transektarbeit an den Spots Haad Son (N:09,77127 E:99.96023) und dem bereits bekannten Nudie Beach (N:09:79316 E:99,97586), die lediglich von einem, wie gewohnt schmackhaften, thailändischen Mittagessens unterbrochen wurde.

Im Vergleich dieser beiden Spots fiel besonders die Degradation der Spots Haad Son auf, welche sich durch zahlreiche und große Rubblefelder (abgebrochene und abgestorbene verzweigte Korallen) bemerkbar machte.

Nach einer kurzen Pause stellten uns die drei Master Studenten des ZMT in Bremen, Jan, Laura und Jessica, die bei COREsea ihre Masterarbeit schreiben, gegen frühen Abend ihre Projekte vor.

Aufgrund des langen Tagesprogramms hielt sich die Motivation der Studenten und Studentinnen für den geplanten Nachtschnorchelgang in Grenzen. Diese fand sich mit dem Abtauchen in die ruhige Unterwasserwelt jedoch schnell wieder, als wir die nächtliche Schönheit des Riffs im Kegel unserer Tauchlampen beobachten konnten.

Wir sahen eine Sepia, die wir bis jetzt lediglich auf dem Festland auf zahlreichen Trockengerüsten anhand des intensiven Geruchs wahrgenommen hatten. Außerdem waren wieder unzählige Federsterne (Crinoidea) in vielen Farbvariationen auf den Porites Korallen zu bewundern. Zusätzlich sahen wir eine große Gespensterkrabbe und zahlreiche Plattwürmer, wie z.B. den Plattwurm Thysanozoon nigropapillosum.

Ein anstrengender aber auch lehrreicher und interessanter Tag!

12.03. - Japanese Island

In gewohnter Frühe ging es heute ein weiteres Mal mit einigen CoreSea Mitgliedern in den National Park. Doch bevor wir ablegten verabschiedeten wir uns von der exzellenten Köchin Mo, die uns während der gesamten Exkursion immer reichlich mit typischen thailändischen Essen versorgte.

Nun wurden die Leinen gelöst und wir steuerten zwei kleine Felsinseln mitten im Meer an. Bei Japanese Island, eine langgezogene Insel mit steil abfallenden Kanten machten wir unseren ersten Stop. Nachdem alle Transekte verlegt wurden und die CoreSea-Mitglieder die Experimente für eine Masterarbeit aufgebaut hatten, ging es auch für uns ins Wasser. Dort hatten wir mit starken Strömungen zu kämpfen. Trotz der erschwerten Bedingungen gelang es jeder Gruppe die drei 25m langen Transekte in vorgegebener Zeit zu bewältigen. Besonders beeindruckend war das zahlreiche Vorkommen von Anemonen, in den sich Anemonenfische (Amphiprion perideraion) versteckten. Dicht über das Riff zogen Schwärme von farbenfrohen Lippfischen. Besonders schön war der Mondsichel-Junker (Thalassoma lunare) mit seinem azurblauem Kopf und den regenbogenfarbenen Brust- und Rückenflossen anzuschauen. Aber auch die Diversität von Hartkorallen, Schwämmen und  anderen Riffbewohnern war auffallend hoch.

Der zweite Stop war ebenfalls eine Felsinsel die Japanese Rock genannt wurde. An der Westseite besitzt diese Insel ein ausgedehntes Riff. Wir schnorchelten einmal rund um die Insel. Im Flachwasser fielen auch hier wie an der ersten Insel die ausgedehnten Matten von Krustenanemonen (Palythoa sp.) auf. Einige wagemutige Schnorchler unter uns schnorchelten durch zwei Unterwasser Felsbögen in ca. 5m Wassertiefe. Direkt am Eingang der ersten Höhle wartete eine Schule von Gelbschwanz-Barrakudas (Sphyraena flavicauda) bereits auf die neugierigen Schnorchler. Desweitern erblickten wir an diesem Tag einen Rochen, verschiedene Zackenbarsche (Grouper), Riesenhornhechte (Tylosurus crocodiles) und Schwärme von Riffbarschen.

Etwa nach einer Stunde erklang das Schiffshorn und wir mussten uns leider wieder auf den Rückweg machen. Einige brauchten mal wieder bisschen länger bis sie das Signal hörten, da sie immer noch mit dem Kopf unter Wasser steckten und die Unterwasserwelt erforschten. Dennoch kamen wieder alle gesund auf dem Boot an und los ging die dreistündige Tour zurück. Dabei überwältigte uns die Erschöpfung und nahezu alle nutzten die lange Fahrt nicht nur um ihre Daten aufzuarbeiten, sondern auch um nochmal eine Mütze voll Schlaf vor der abendlichen Besprechung zu bekommen.

13.03. - Abschiedsschnorcheln

Da durch den Arbeitseifer aller Teilnehmer die Projektstandorte bereits abgearbeitet wurden, stand der letzte Vormittag der Exkursion ganz im Zeichen der Foto- und, wie sich herausstellte, auch der Videographie. Es sollten zwei schnorchlerisch anspruchsvolle, aber dafür höchst diverse Orte angefahren werden und wir wurden von Evgeny, einem russischen UW-Kameramann in Spiderman-Outfit, begleitet. Aus dem Zusammenschnitt seiner Aufnahmen sollte ein schöner Kurzfilm des heutigen Tages entstehen (Korallenriff Exkursion Thailand 2015).

Der erste Schnorchelgang wurde am im Nordwesten durchgeführt. Eine Bucht, deren vorgelagertes Saumriff sich bis zu einer exponierten Felsnase erstreckt und dessen Fischreichtum auch lokale Speerfischer anzieht. Auch wenn sich große Fischarten heute nicht blicken ließen, überzeugte die Riffgemeinschaft aber dennoch von einer beeindruckenden Korallen und Fischdiversität. Nachdem Eike, der CoreSea ‚Boss‘, einen Bullenhai sichtet, wandern unsere Blicke auffällig häufig vom Korallenriff ins dunkle Blau. Ein vor Jahren verlorener Anker zeigte, wie sich die Natur ihren Lebensraum zurückholt und Tintenfischgelege, sowie einige Runden mit dem UW Scooter des CoreSea Centers boten neue Eindrücke.

Nach einem letzten Mittagessen unserer geschätzten Mo ging es dann zu unserem allerletzten Schnorchelspot, Rock Point. Hier überraschten uns erstaunlich gute Sichtweiten und ein Fischreichtum, der es sogar mit Sail Rock aufnehmen konnte. Hier kreisten Schulen von Winkel-Barrakudas (Sphyraena putnamiae) sowie riesige Schwärme von Großaugen-Heringsmakrelen (Selar crumenophthalmus) um uns. Von kleinen Fahnenbarschen bis zum stattlichen Zackenbarsch war alles zu finden. Auch die Invertebraten Diversität war groß und wir konnten vor allem bis dahin noch nicht gesehene Gorgonien, die in 6m - 10m Tiefe recht häufig vorkamen, auf unserer Artenliste ergänzen. Dieser Schnorchelgang war ein würdiger Abschluss unserer Exkursion und macht uns einmal mehr deutlich wie sehr sich die weite Reise nach Thailand gelohnt hat.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und wurde von vielen zu einer kleinen shoppingtour genutzt, bevor wir am Abend von den CoreSea-Mitarbeitern zu einem Abschiedsbarbecue eingeladen wurden. Der Grill glühte, die Sonne ging unter, wir erinnerten uns gemeinsam an die tolle Zeit - es war ein wunderschöner Abend.

Den Mitarbeitern des CoreSea gilt aber größter Dank für den schönen letzten Abend und für eine super Organisation der ganzen Exkursionslogistik. Sie haben dafür gesorgt, dass wir gerne wiederkommen!

ICBM-Webmaster (Stand: 10.09.2018)