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Teilprojekt 1: Natur- und Kulturwissenschaften Holozän

Die Geologie des Jadebusen

Regionalgeologischer Überblick

Die Sedimente des Küstenholozän erreichen im Rückseitenwatt eine Mächtigkeit von bis zu 25 m (STREIF, 1990) und werden aus lagunären, brackischen und marinen Ablagerungen aufgebaut, in die Torflagen eingeschaltet sind. Im Jadebusengebiet, der natürlichen östlichen Begrenzung der Ostfriesischen Halbinsel, wird für die Wattensedimente des Buchtenwatts eine Mächtigkeit von bis zu 15 m angenommen, für Rinnenbereiche bis zu 25 m. Ältere Sedimente treten nur selten zutage. Sie bleiben im Liegenden des Holozänkörpers verborgen und identifizieren das Oberpleistozän.

Mit Beginn des Holozän ist das Gebiet im Bereich des heutigen Jadebusen zunächst durch bewaldete Geest geprägt. Die postglaziale Küstenlinie verläuft zu diesem Zeitpunkt noch ca. 400 km weiter nördlich (BEHRE, 2003, Abb. 15). Der relative Meeresspiegel steigt mit ca. 15 m pro Jahrtausend rasant an (BEHRE, 2003), das Meer stößt entsprechend schnell nach Süden vor und erreicht vor ca. 8.000 Jahren den heutigen Inselbereich, das Einzugsgebiet des Jaderaumes. Nach Abschluss dieser Phase notiert man für die Ostfriesische Halbinsel ab 6.500 Jahren vor heute einen verringert ansteigenden relativen Meeresspiegel, der zum Einen durch einen eustatischen Meeresspiegelanstieg, zum Anderen durch glazio-isostatische Küstenabsenkung geprägt ist (e.g. SHENNAN 1987, AUGATH 1993, KIDEN, DENYS & JOHNSTON, 2002, TÖPPE, 1994, VAN BALEN ET AL. 2005). Mit einem relativen Anstieg von durchschnittlich 1 m pro Jahrtausend (BUNGENSTOCK, 2006, 2009) werden Ablagerungsbedingungen geschaffen, die zu Beginn dieser Entwicklung Niedermooren die Zeit einräumte, aufwachsen zu können. Es kam zur Entstehung großflächig angelegter Moorgebiete, die mit fortlaufender zeitlicher Entwicklung zum Teil mehrfach überflutet und trocken gefallen sind (FREUND & STREIF, 2000; STREIF 2004) und in der Folge Anzeiger für eine progradierende- bzw. retrogradierende Küste sind.

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