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DFG-FORSCHUNGSPROJEKT ZUM SATERFRIESISCHEN (gestartet Oktober 2012)

Lautliche und prosodische Variation im Saterland: Saterfriesisch, Niederdeutsch und Hochdeutsch

Im niedersächsischen Saterland werden drei autochthone westgermanische Sprachen gespro­chen: Saterfriesisch, Niederdeutsch und Hochdeutsch. Das Saterfriesische ist die einzige noch heute gesprochene Ausprägung des Ostfriesischen und zugleich eine der am stärksten bedrohten Minderheitensprachen Europas. Niederdeutsch und Hochdeutsch bilden die primären Kontaktsprachen des Saterfriesischen, die von allen Sprechern des Saterfriesischen gesprochen werden.

Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Variation der Vokale und des f0-Timings im Saterfriesischen und seiner Kontaktsprachen Niederdeutsch und Hochdeutsch.

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Es sollen drei Dimensionen der Variation erfasst werden, in denen aufgrund der vorhandenen Forschung mit Variation zu rechnen ist: (1) die regionale Variation in den drei Orten Scharrel, Ramsloh und Strücklingen; (2) die Variation zwischen dem Saterfriesischen und seinen primären Kontaktsprachen; und (3) die Variation zwischen verschiedenen Sprechergenerationen. Von der Untersuchung der zweiten und dritten Dimension wird Aufschluss darüber erwartet, wie weit sich bei jüngeren Sprechern die Vokalproduktion im Saterfriesischen der in den Kontaktsprachen annähert, und welche Rolle hierbei das Niederdeutsche und Hochdeutsche als Kontaktsprachen mit unterschiedlichen Funktionen und Prestige spielen.

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Im Einzelnen soll das Projekt zur Klärung folgender Fragen beitragen:

Regionale Variation: Lassen sich die in der Literatur angesetzten Vokalsysteme für die drei Ortsdialekte des Saterfriesischen und für das saterländische Niederdeutsch bestätigen? Variiert die akustische Realisierung der Vokale in den drei Ortsdialekten?

Variation zwischen den Kontaktsprachen: Lässt sich die aufgrund der Literatur anzunehmende unterschiedliche Komplexität der Vokalsysteme des Saterfriesischen, Niederdeutschen und Hochdeutschen bestätigen? Welche Auswirkungen hat die unterschiedliche Komplexität der Vokalsysteme auf die akustischen Merkmale der Monophthonge und Diphthonge?

Variation zwischen verschiedenen Sprechergenerationen: Lassen sich beim Vergleich jüngerer mit älteren Sprechern aktuelle Sprachwandelprozesse im Vokalismus erkennen? Erweist sich der Einfluss des Niederdeutschen oder der des Hochdeutschen als stärker?

Gespanntheit, Vokaldauer und f0-Timing: Gibt es im Saterfriesischen und seinen Kontaktsprachen einen Zusammenhang zwischen Gespanntheit, Vokaldauer und f0-Timing? Wird die f0-Kontur unabhängig von der postnuklearen metrischen Struktur ausgerichtet und ist somit frei, um als sekundäres Merkmal Kontraste zwischen gespannten und ungespannten Vokalen oder zwischen Lang- und Kurzvokalen zu verstärken?

Hierzu werden Produktions- und Perzeptionsexperimente durchgeführt, die die drei Ortsdialekte des Saterfriesischen, seine Kontaktsprachen sowie Sprecher zweier Altersgruppen einbeziehen.

Niederrzekvdeutk8sch-Webmajnhlsteek6r (joerg.peters@uol.dtrektp) (Stand: 10.09.2018)