Projektdurchführende

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Lehrstuhl Personal und Organisation

Prof. Dr. Thomas Breisig:

Hiltraud Grzech-Sukalo: 

 

Kooperationsstelle Hochschule – Gewerkschaften

Dr. Uwe Kröcher: 

Dr.in Claudia Czycholl: 

Heike Wiese:         

Projekt zum Arbeiten im Homeoffice

Arbeiten zwischen Home und Office –
betriebliche Regelungen und Weiterbildungen

In dem Projekt "Arbeiten zwischen Home und Office" beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Homeoffice. Der vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium geförderte „Zukunftsdiskurs“ thematisiert insbesondere die Gestaltung betrieblicher Vereinbarungen sowie Fort- und Weiterbildungsangebote zum guten Arbeiten im Homeoffice. Wissenschaftliche Expertise wird mit Praxiserfahrungen aus den Betrieben und Institutionen verknüpft, um betriebliche Regelungen zu optimieren. Denn auch nach der Corona-Pandemie wird das Arbeiten im Homeoffice eine hohe Bedeutung haben.

Im Projekt werden zu den beiden Themenbereichen "Betriebliche Regelungen" und "Fort- und Weiterbildungen" jeweils zwei Workshops mit betrieblichen Akteuren (Management, Betriebs- und Personalräte, Gewerkschaften etc.) durchgeführt. Zur Vorbereitung dienen Befragungen über die Praxiserfahrungen mit Homeoffice-Modellen.

Eingeladen zu den Veranstaltungen und Befragungen sind alle Betriebe und Einrichtungen in der Nordwestregion. Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Wünsche zum Thema Homeoffice haben, kontaktieren Sie uns gerne.

Workshop „Entgrenztes Arbeiten im Homeoffice – Wie gegensteuern?“

Donnerstag, den 17. März 2022, 9:00 Uhr – 13:00 Uhr, Videokonferenz

Das Arbeiten im Homeoffice ist längst für zahlreiche Beschäftigte Normalität und wird mehrheitlich befürwortet. Höhere Selbstbestimmtheit und Gestaltungsautonomie, der Wegfall von Pendelzeiten, eine ausgewogenere Work-Life-Balance oder eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben werden häufig als Vorteile angeführt. Doch gleichzeitig steigt für viele das Überlastungsrisiko, das vor allem mit Entgrenzungsphänomen von Arbeit zusammenhängt: Permanente Erreichbarkeitsanforderungen seitens der Arbeitgeber sind genauso zu beobachten wie die Überforderung von Beschäftigten, Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu setzen und diese gegenüber anderen und sich zu legitimieren.

Die negativen Begleiterscheinungen entgrenzten Arbeitens sind auch im Zusammenhang mit neuen Managementmethoden zu sehen, die als „indirekte Steuerung“ bezeichnet werden. Dabei werden unternehmerische Erfolgskriterien an die Arbeit unselbstständig Beschäftigter angelegt und von diesen in viel stärkerem Maße internalisiert als in früheren Arbeitsregimen der direkten Steuerung. Daraus erwachsen Phänomene, die unter dem Stichwort „interessierte Selbstgefährdung“ diskutiert werden. Diese zeigen sich in einem Präsentismus sowie gesundheitsgefährdendem Verhalten bei der Arbeit und haben negative Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und das Privatleben. Die unternehmerischen Geschäftsziele werden über die eigene Gesundheit gestellt.

Um die negativen Auswirkungen entgrenzten Arbeitens zu vermeiden, sind neben der Stärkung von Selbststeuerungskompetenzen auch individuelle und kollektive Reflexionen zur Gestaltung von Verfügbarkeitsanforderungen notwendig. Diese Umgangsstrategien wurden im Rahmen des Workshops dargestellt und praktisch erprobt.

Referent des Workshops war Prof. Dr. Jan Dettmers, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Fern Universität Hagen. Er forscht seit vielen Jahren zum Thema Arbeit und Gesundheit  und zu Wirkungen entgrenzter Arbeit. Er hat u.a. ein Gestaltungs- und Trainingskonzept für den gesundheitsförderlichen Umgang mit erweiterter Verfügbarkeit entwickelt.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Zukunftsdiskurs „Arbeiten zwischen Home & Office“ statt.

Die Veranstaltung richtete sich an Unternehmens- und Institutionsleitungen sowie an Betriebs- und Personalräte und an sonstige interessierte Vertreter*innen von Betrieben und Institutionen.

wird gefördert von

(Stand: 20.04.2022)