Projektdurchführende

Netzwerk der Kooperationsstellen in Niedersachsen und Bremen

Ansprechpartner*innen:
Kooperationsstelle Hochschule – Gewerkschaften

Dr. Uwe Kröcher: 

Dr.in Claudia Czycholl: 

Heike Wiese:         

Zukunftsdialog Nachhaltige Mobilität

Beiträge zur sozial-ökologischen Transformation

Um Mobilität nachhaltig zu gestalten und die Klimaschutzziele von Paris einzuhalten, ist eine fast vollständige Dekarbonisierung des Verkehrssektors bis 2050 notwendig. Da im Verkehrssektor im Gegensatz zu anderen Sektoren bislang keine Einsparungen bei den CO2-Emissionen erreicht werden konnten, erscheinen radikalere Umstrukturierungen notwendig. Im Zentrum des Verkehrssystems steht bislang der private PKW mit seinem Verbrennungsmotor. Die deutsche Automobilindustrie ist eine weltweit führende Schlüsselindustrie mit gewaltigen Beschäftigungseffekten, die aber schon zuvor mit großen Überkapazitäten zu kämpfen hatte. Selbst wenn mit E-Autos nur eine „Antriebswende“ erfolgen sollte, die nach Einschätzung der meisten Experten aber bei weitem nicht ausreichend ist, werden mindestens ein Drittel der Beschäftigten in der Autoindustrie wegfallen. Gleichzeitig fordern immer mehr Menschen eine radikale Verkehrswende, mit der neben Verkehrsvermeidung vor allem eine Verlagerung auf andere Verkehrsträger erreicht werden soll, wodurch die Automobilindustrie weiter unter Druck geraten würde.

Die Diskussionsreihe thematisiert die Transformation des Mobilitätssystems in umfassender Perspektive und hat insbesondere die Überwindung des scheinbaren Gegensatzes zwischen Klima- und Umweltschutz auf der einen und Arbeitsplätzen und Beschäftigungssicherung in den traditionellen Verkehrssektoren auf der anderen Seite im Fokus. Dazu werden die sozialen, ökonomischen und ökologischen Interessen unterschiedlicher Akteure aus der Klima- und Ökologiebewegung, aus Betrieb und Gewerkschaft und aus der Wissenschaft in einen „Zukunftsdialog“ gebracht. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise wird dieser Dialog in einer Online-Reihe von Einzelveranstaltungen geführt, die mit einem thematischen Videobeitrag eingeleitet werden. Die Reihe soll mit weiteren Beiträgen fortgeführt werden. Die einführenden Videobeiträge sowie weitere ergänzende Beiträge werden im Internet vorab veröffentlicht und können eingesehen werden. Die Reihe soll mit weiteren Veranstaltungen fortgeführt werden. Diskussionsbeiträge und Debatten über die geplanten Themen sind erwünscht. Beteiligen Sie sich!

Die Reihe wird veranstaltet von dem Netzwerk der Kooperationsstellen Hochschulen-Gewerkschaften in Niedersachsen und Bremen in Kooperation mit der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit. Die im Folgenden aufgeführten Veranstaltungen finden unter Federführung der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg statt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer.

Zur Transformation der Automobilindustrie

Mittwoch, 9. Dezember 2020, 17 Uhr, mit Dr. Antje Blöcker (Fellow am IAT Gelsenkirchen)

Die Krise der Automobilindustrie setzte schon vor Corona ein, hat sich aber dadurch verstärkt. Die deutschen und europäischen Automobilhersteller kämpfen mit großen Absatzschwierigkeiten in ihren Kernländern. Sie geraten einerseits durch eine aufstrebende Industrie in den sog. Schwellenländern und durch neue Anbieter im Segment der Elektrofahrzeuge, andererseits durch die ökologischen Nachhaltigkeitsziele massiv unter Druck. Ein erheblicher Beschäftigungsabbau dürfte die Folge sein. Neben Arbeitszeitverkürzungen ist eine Perspektive für die betroffenen Beschäftigten die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Bereichen, die auch unter dem Stichwort Konversion diskutiert werden. Welche Akzeptanz haben solche Konzepte in den Belegschaften? Wie könnten konkrete Perspektiven aussehen?

Der Input wird in Form eines Folienvortrags ca. eine Woche vor der Veranstaltung an dieser Stelle im Internet veröffentlicht. Am 09. Dezember 2020 haben Sie die Möglichkeit, mit der Referentin online via BigBlueButton in die Diskussion zu kommen. Anmeldung bitte per Online-Anmeldeformular bis zum 7.12.2020. Alle Angemeldeten erhalten den Zugangslink rechtzeitig vorher zugeschickt.

Nachhaltigkeitsstrategien der Automobilindustrie

Montag, 25. Januar 2021, 17 Uhr, mit Thomas Müller (IG Metall Bezirk Niedersachsen/Sachsen-Anhalt)

Der Transformationsdruck aufgrund der Klimaschutzziele, die bis 2050 praktisch einen emissionsfreien Verkehrssektor erfordern, auf die Mobilitätswirtschaft ist in eine neue Dimension gehoben. Gleichzeitig befindet sich die Branche durch die Prozesse der Digitalisierung und Automatisierung sowie völlig neuen Herausforderungen des globalen Wettbewerbs in einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Zusammengenommen kann, ohne Übertreibung, von einer historischen Dimension der Transformation gesprochen werden.

Die hohe Bedeutung der Mobilitätswirtschaft in Niedersachsen stellt für das Land eine besondere Herausforderung dar. Insbesondere die Automobil- und Zulieferindustrie muss aufgrund ihrer großen Beschäftigtenzahl und ihrer herausragenden ökonomischen Stellung als „Schlüssel­branche“ bezeichnet werden.

Auf die ökologischen Herausforderungen reagieren die großen Automobilhersteller mit unterschiedlichen Strategien: Elektromobilität, Sharing-Systeme, Wasserstoff-Fahrzeuge u.e.m. Welche Herausforderungen müssen dabei die Hersteller, aber auch der Staat, die Kommunen und Nutzer bewältigen? Und welche Dilemmata bringt der Transformationsprozess für die Beschäftigten und ihre Interessenvertretungen mit sich? Welche Strategien können und sollten Gewerkschaften verfolgen?

Der Input wird in Form eines Folienvortrags ca. eine Woche vor der Veranstaltung an dieser Stelle im Internet veröffentlicht. Am Veranstaltungstag haben Sie die Möglichkeit, mit dem Referenten online via BigBlueButton in die Diskussion zu kommen. Anmeldung bitte per Online-Anmeldeformular bis zum 21.01 2021. Alle Angemeldeten erhalten den Zugangslink rechtzeitig vorher zugeschickt.

Transformierende oder konservierende Strategie? Gewerkschaften in der Nachhaltigkeitsrevolution

Montag, 22. Februar 2021, 17 Uhr, mit Prof. Dr. Klaus Dörre (Universität Jena)

Der Umbau der Industriegesellschaft in eine CO2-neutrale Wirtschaft- und Lebensweise wird zu großen Umbrüchen und Verwerfungen führen, bei denen gerade Gewerkschaften stark unter Druck geraten. Klaus Dörre spricht von einer „ökonomisch-ökologischen Zangenkrise“, in der sich Gewerkschaften befinden: auf der einen Seite, zwingt der Klimawandel zu einer CO2-neutralen Wirtschaftsweise mit völlig neuen Produkten und Konzepten, auf der anderen Seite funktioniert die bisherige Strategie der Umverteilung dann nicht mehr, weil bislang die Umverteilungsmasse aus dem Mehrprodukt durch ein fossil basiertes Wirtschaftswachstum gespeist wurde, welches ökologisch nicht mehr tragfähig ist.

Der Druck in den Belegschaften, reine Beschäftigungssicherung zu betreiben, ist enorm. Damit geraten aber Gewerkschaften in die Gefahr, nur Bestandswahrung zu betreiben und ökologische Regulierungen zu bekämpfen. Wie können Gewerkschaften und Betriebsräte dagegen zu „transformierenden“ Akteuren werden, die ökologische Ziele  mit sozialen Zielen vereinbaren?

Der Input wird in Form eines Folienvortrags ca. eine Woche vor der Veranstaltung an dieser Stelle im Internet veröffentlicht. Am 22. Februar 2021 haben Sie die Möglichkeit, mit dem Referenten online via BigBlueButton in die Diskussion zu kommen. Anmeldung bitte per Online-Anmeldeformular bis zum 18.02.2021. Alle Angemeldeten erhalten den Zugangslink rechtzeitig vorher zugeschickt.

Weitere Veranstaltungen und Beiträge sind in Planung und werden folgen.

wird veranstaltet mit und gefördert von

(Stand: 26.11.2020)