Christine Biehler (2012/13)

gefördert durch die:

de/con/struction circus

Weil ich schon immer mal ein Haus sprengen und eine Gitarre zertrümmern wollte

Eine Gitarre zertrümmern, einen Stein durch eine Glasscherbe werfen, ein Gebäude sprengen, eine Sandburg vom Wasser überfließen lassen, eine Zeichnung zerknüllen...

Wenn man in einem künstlerischen Arbeitsprozess etwas bauen, etwas neu schaffen will, macht es Sinn den gegenläufigen Prozess der Zerstörung genau unter die Lupe zu nehmen. Was macht solche Abläufe so faszinierend? Was macht die ästhetische Qualität von Deformation aus?

In der Übungwerden nach Möglichkeiten gesucht, Prozesse der Auflösung, Erschütterung oder Zerrüttung zu nutzen. Spielerisches Ausprobieren und ein experimenteller Umgang mit verschiedenen Medien und Materialien, wie Videobilder und Klänge, Möbel, Fundstücke oder der eigene Körper, stehen am Anfang des praktischen Einsatzes. Dabei werden ihre Qualität, ihre Möglichkeiten und Grenzen bis zur Zerstörung getestet.

Auf dem Weg zu einem guten Ergebnis gilt es dann die einmal entwickelten Arbeiten immer wieder zu überdenken, zu verändern oder zu verwerfen. Durch das Wechselspiel von "construction" und "destruction", von Aufbau und Abbau, von Zerbröseln, Zersplittern und Wieder-Zusammensetzen, von Erschüttern und Beruhigen erfahren Objekte und Räume Transformationen. Sie können in gewohnte Strukturen einbrechen oder sie in Frage stellen.

Bilder von Menschen verursachten und natürlichen Desastern, Bilder von Dingen, die durch rohe Kräfte geformt oder zerstört wurden, begleiten ebenso wie Beispiele aus der Gegenwartskunst und kunsttheretische Texte die forschende Arbeit im "Dekonstruktionszirkus".

Christine Biehler (*1964 in Landau/Pfalz) ist Bildende Künstlerin und Kunstvermittlerin und lebt zur Zeit in Hildesheim.
Sie studierte Freie Kunst mit den Schwerpunkten Bildhauerei und Film/Video an den Hochschulen für Bildende Künste in Berlin und Braunschweig und an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Daneben schloss sie ein Kunstpädagogik- und Germanistikstudium mit dem Ersten und Zweiten Staatsexamen ab.

Als Künstlerin stellt sie seit 1991 in Museen, Kunstvereinen, Galerien und Off-Places und im In- und Ausland aus und bekam zahlreiche Preise und Stipendien.

Als Professorin hat sie an der Universität Dortmund, der Kunsthochschule Kassel und der Universität Hildesheim zu Bildhauerei, Kunst im öffentlichen Raum und Performance Art geforscht und gelehrt und Studierende der Freien Kunst, sowie angehende KunstpädagogInnen und KulturwissenschaftlerInnen unterrichtet.

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(Stand: 21.08.2020)